Wanderwoche in Unterwössen

| 5. Juli 2012 | Keine Kommentare

Die Chiemgauer Alpen sind mehr als eine Reise wert! Das erfuhren wir in unserer Wanderwoche vom 17. bis 24. Juni unter der erfahrenen Führung von Edgar und Marita Lauxen, die sich bestens um uns kümmerten. Sogar gutes Wetter hatten sie bestellt und den Regen im Raum Koblenz zurück gelassen.
Die ersten beiden Tage dienten der Gewöhnung und dem „Aufwärmen“. Noch davor – nämlich schon am Anreisetag – hatten Lauxens zwei nicht ganz unwesentliche Hinweise für uns parat: den Weg zu der hervorragenden Unterwössener Eisdiele (das führte dann zu einem täglichen Pflichtbesuch) und Möglichkeiten, die Fußball-EM gemeinsam am Fernsehen zu verfolgen.

Montag nach dem Frühstück ging es direkt von unserer Unterkunft aus hinauf auf den großen Rechenberg, wobei wir uns schon einmal mit der Steilheit und Länge der Anstíege in dieser Gegend vertraut machen konnten. Der Weg führte durch das Kaltenbachtal und über die Jochbergalmen und der Lohn für die Anstrengung waren traumhafte Aussichten in die schneebedeckten Berge, die uns Edgar erläuterte. Zurück wanderten wir am Wössener See vorbei zur Unterkunft.

Am Folgetag erreichten wir den Wanderstartpunkt am ehemaligen Zollamt in der Nähe von Schleching mit den Pkw. Dem Schmugglerweg folgend überquerten wir die deutsch-österreichische Staatsgrenze und schauten am Fuße der Kapelle Klobenstein einer Gruppe Jugendlicher bei ihrem Raftingausflug auf der Tiroler Ache zu. Auf dem Rückweg kehrten wir auf der Almhütte unterhalb der Streichenkapelle ein und genossen Ausblick und kühles Getränk.

Mittwoch war Entspannung angesagt – so ganz anstrengungsfrei waren die gut 10 km Fußweg bei 34° C in Salzburg dann aber auch nicht! Es gab viel zu sehen und auch zu hören, wie zum Beispiel den Straßenmusiker, der seine Gitarre wirklich meisterhaft beherrschte. Nach einiger Zeit war der Wunsch nach etwas weniger Hitze doch stärker als das Verlangen nach noch mehr kulturellem Input und so begaben wir uns in den Mirabellgarten: schattige Bänke, Blumen satt und ein toller Blick auf die Festung waren Genuss pur!

Nach so viel Erholung ging es am Donnerstag richtig zur Sache: 17 km, 1.300 Hm! Den Startpunkt bei Kufstein erreichten wir wiederum mit den Pkw. Hier erwarteten uns im ersten Teil Stufen ohne Ende und wir dachten schon, das ginge bis zum Gipfel so; aber die Stufen hörten auf, dafür wurde es noch ein wenig steiler. Es war gut, eine solche Tour nicht gleich zu Beginn gemacht zu haben und so waren wir auf dem Petersköpfle zwar einigermaßen geschafft, aber auch stolz und hatten unsere Freude am Blick ins weite Land und auf den zu unseren Füßen vorbei fließenden Inn. Der Abstieg war nicht ganz so steil wie der Aufstieg – unsere Gelenke dankten es!

Man ahnt es schon: der Freitag war zum Verschnaufen da, bevor es am Samstag noch einmal richtig zur Sache gehen sollte. Verschnaufen hieß in diesem Falle „Chiemsee“. Mit dem Boot zunächst zur Herren-Insel mit Besichtigung von Schloss Herrenchiemsee und Spaziergang durch die Parkanlagen und anschließend weiter übers Wasser zur Fraueninsel. Ein gemütliches kleines Eiland mit allerlei Kunsthandwerk und leckeren Fischsemmeln. Auf der Rückfahrt mit dem Boot zog der Himmel bedenklich zu, aber wir erreichten trocken unsere Autos.

Am Samstag war zum Abschluss noch einmal Anstrengung angesagt: 17 km und 1.200 Hm galt es auf dem Weg zum Hochgerngipfel und zurück zu bewältigen. Aus diesmal lohnte sich die Anstrengung und von dort droben sahen unsere Unterkunft und die bei Unterwössen gelegene deutsche Alpensegelflugschule aus, als ob sie zum Gelände einer Modelleisenbahn gehörten. Eine besondere Qualität hatte dann noch der Abstieg vom Gipfel bis zur Staudacher Alm, weil der Steig nicht nur schmal und steil, sondern durch loses Geröll und Nässe einseits sehr rutschig und durch etliche größere Felsbrocken auch sehr kraftaufwendig war; nicht jeder hier geäußerte Kommentar hatte Druckreife! Aber auch dieser Tag endete verletzungsfrei und mit allgemeiner Zufriedenheit.

Abschließend bleibt festzustellen: Marita und Edgar haben uns eine abwechslungs- und erlebnisreiche Woche geboten und wir nehmen erfreut zur Kenntnis, dass sie gerne bereit sind, dies in Zukunft zu wiederholen – dafür ein herzliches Dankeschön von uns allen!

 

Kategorie: Wandergruppe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.