Wanderung in den Hochvogesen

| 9. Juli 2012 | Keine Kommentare

Bergsteigergruppe unterwegs in den Hochvogesen.
Die Hochvogesen, Berge, Wälder, Wiesen ohne Ende

Am 7. Juni 2012 ist es wieder einmal so weit, die Bergsteigergruppe, diesmal mit Achim, Elisabeth, Frank, Gabi, Marianne, Marion, Marlies, Reinhard, Robert, Sigrid, Volker und Wolfram startet die viertägige Vogesen-Wandertour. Die Anfahrt klappt schon einmal sehr gut, pünktlich zur Mittagszeit sind wir am Bahnhof St. Amarin, die Fahrer bringen die Autos an den Endpunkt unserer Wanderung und werden nach ihrer Rückkehr per Zug herzlich am Bahnhof begrüßt. Es kann losgehen. Gutes Wetter und gute Laune lassen uns den Aufstieg kaum spüren.

Abwechslungsreich ist die Waldlandschaft, die Wiesen sind übervoll mit blühenden Kräutern und Blumen, auch mit wunderbaren Ausblicken geizen die Vogesen nicht. Hinter der Ferme Auberge Belacker ist es auf der großen Almwiese besonders schön, Blicke auf den Grand Ballon, das Thur-Tal, Begleitmusik durch die Glocken der Kühe, auch zwei Esel schmettern ihr i-A, welch eine Idylle. Doch weiter geht es, unsere erste Unterkunft, die Ferme Auberge Gsang ist nicht mehr fern.

Zehn Minuten vor Ankunft dort beginnt dann ein Gewitter mit Regen, wir erreichen die Ferme bei leichtem Regen, der sich im Laufe des Abends und der Nacht zu wahren Sturzbächen steigert. Aber wir sitzen warm und gemütlich im Gastraum am offenen Kamin und genießen unser Elsässer Abendessen bei gutem Pinot Noir. Die Stirnlampe ist in Gsang ein Muss, denn die Gast- und Schlafräume sind nicht elektrifiziert.

Am Freitagmorgen steigen die Wolken schon wieder nach oben und nach anfänglichem leichten Fieseln können wir trockenen Fußes unsere Wanderung beginnen. Wir entschließen uns für die kürzere Tour zu unserer nächsten Unterkunft, Rouge Gazon. Über den Vogelstein, Col de Rimbach, Rimbachkopf, Col des Perches geht es im Nu nach Rouge Gazon. Das Wetter hat sich sehr gut gehalten und so machen wir uns nach einem mittäglichen Kuchenverzehr (hauptsächlich Tarte aux Myrtilles) gestärkt auf zu einer Nachmittagsrunde – ein Teil der Gruppe zieht die Runde noch größer zum Neuweiher-See – um den Lac des Perches.

Dieser See muss übervoll mit Forellen sein, die dem Angler direkt freiwillig an den Haken springen, was wir mit Interesse beobachten.
Unerlaubterweise fallen zwei von uns in den See und berichten über ein sehr erfrischendes Bad.

Der Rundweg geht weiter immer mit tollen Ausblicken und Felsformationen bis zu Tete des Perches, wunderschön liegt der See steil unter uns und es gibt natürlich wieder eine hervorragende Fernsicht.

Das Abendessen im Rouge Gazon verwöhnt uns mit 4 Gängen und gutem Wein – Leben wie Gott in Frankreich.
 
Die Tour am Samstag soll unsere längste sein, mindestens 7 Stunden reine Gehzeit und etwa 1000 Höhenmeter, und so machen wir uns zeitig auf, nachdem wir uns an dem reichhaltigen Frühstücksbüfett – mit vielen gutschmeckenden regionalen Produkten – gelabt haben. Wir verfolgen den GR 531 zum Col de Bussang. Unsere zwei „Moselmädchen“ sind schon ganz aufgeregt, denn auf dem Programm steht auch ein Abstecher zur Moselquelle, die wir dann auch zum zweiten Frühstück erreichen.

Nach einem ausgiebigen Fotoshooting geht es wieder in die Wälder, zunächst zum le Drumont mit immerhin 1200 Höhenmetern und – wie soll es anders sein – wieder Super-Rundsicht auf die Südvogesen. Hier wird gerastet, der starke Wind treibt uns jedoch schon wieder weiter über Hasenkopf, Col d’Oleron bis zu der uns bereits bekannten und sehr beliebten Ferme Auberge Felsach. Wir kommen gerade richtig zum Nachmittagskaffee und auch hier fällt der Kuchentest positiv aus. Nun sind wir nicht mehr zu halten, noch ca. 2 Stunden bis zum Grand Ventron auf 1204 m, in dessen Nähe sich unsere Herberge Refuge de la Chaume du Grand Ventron befindet.

Die Duschen werden gestürmt und zum Abendessen sitzen 12 blitzsaubere Bergsteiger vor dem wieder sehr guten Viergangmenü dieser Herberge.
 
Das Wetter am Sonntagmorgen ist entgegen der Vorhersage wieder sehr gut und so machen wir uns über den Grand Ventron und den Bocklochkopf auf zum Abstieg an den Lac de Kruth. Den Abschluss unserer Tour bildet ein Mittagessen bei unserem Jean-Paul Deybach, den wir noch von der Ferme Auberge Molkenrain kennen und der nun die Ferme Auberge Treh bewirtschaftet. Es ist immer wieder ein Genuss bei ihm einzukehren und auch Käse und Wurstwaren mit nach Hause zu nehmen.

Den endgültigen Abschied haben wir auf dem Grand Ballon, der natürlich bei einer Elsasstour nicht fehlen darf. Eine abwechslungsreiche Wandertour findet hier am Sonntagnachmittag ein Ende.
 
Was haben wir alles erlebt:  Eine Wanderung in den Vogesen auf schmalen gutgefederten Wegen in der wilden Zauberwaldlandschaft dieses Naturparks, immer wieder nach stetem Auf und Ab herrliche Blicke auf Vogesen und Rheinebene, Schwarzwald und weit entfernt die Alpen, Natur pur mit riesigen „Heidelbeerplantagen“, saftigen Wiesen, übersät von Blumen und Kräutern, und, und, und. Fahrt doch mal hin!
 
Sigrid Speckhardt

Kategorie: Bergsteigergruppe

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