Tauernhöhenweg

| 30. Juli 2021 | Keine Kommentare

2020 – im Coronajahr 1!   Wir sitzen allein in einem 6er Abteil. Ein durchgehender Zug bringt uns in 9 Std. von Koblenz in die Bergwelt. Viel Zeit zum Lesen, zum Knoten Üben, genügend Platz zum Ausbreiten unserer Karten. Entspannt treffen wir unweit der slowenischen Grenze im Hotel ein. Die Küche bietet internationale Spezialitäten vom Grill an. Köstlich!

Ela, Conny, Daniel und ich sind in den Ostalpen unterwegs. Eine Tour durch die Ankogelgruppe auf dem Kernstück des Tauernhöhenweges.

Unterwegs in den Ostalpen

Die Julisonne tut am frühen Morgen ihr Bestes. Die Berggipfel glühen. Aus dem Hinteren Maltatal – auch das `Tal der stürzenden Wasser´ genannt – steigen wir von der Gmünder Hütte auf dem wildromantischen Kärntner Grenzweg steil zur Kattowitzer Hütte auf. Uns erwartet eine einsam gelegene Hütte mit holzgefeuertem Kachelofen.


 

Suppenholz

Auf halber Wegstrecke packen wir noch einige Holzscheite auf unsere Rucksäcke. Eine warme Suppe möchten wir ja schon haben.

Der Abend auf der Terrasse ist kühl und klar. Vom Zimmer bietet sich ein grandioser Ausblick auf die Hochalmspitze, die `Tauernkönigin´. Nur wenig Gäste übernachten. Unsere Daunenschlafsäcke und Laken haben Premiere.

Am nächsten Tag: Eine Bergtour auf den Großen Hafner. Das Wetter ist wunderschön. Für mich aber geht es sehr holprig voran. Nach 600Hm gebe ich auf. Ela begleitet mich zurück zur Hütte. Conny und Daniel stehen auf dem Gipfel des mit 3.076m östlichsten 3.000er der Alpen.

Zum Großen Hafner

Beim Übergang von der Kattowitzer zur Osnabrücker Hütte brennt die Sonne. Der Weg führt uns durch Latschen und reichlich wasserreiches Almgelände. Anspruchsvoll geht es steil abwärts in das Krumpenkar. Bis zum Speicher haben wir einen prächtigen Blick auf die gegenüberliegende Hochalmgruppe. Dann aber zieht es sich elend lang auf dem Uferweg des künstlich angelegten Kölnbreinspeichers bis wir die Hütte erreichen. Sie befindet sich im hintersten Großelendtal. Von der Sonnenterrasse genießen wir den Gletscherblick auf die Elendköpfe und die Hochalmspitze.

Von der Osnabrücker Hütte zum Hannoverhaus erleben wir eine der schönsten und abwechslungsreichsten Etappen: anspruchsvoll, häufig über grobes Blockwerk, steile Schneefelder und tückische Bachquerungen – hoch mit Schmelzwasser gefüllt.

Einsamkeit

Jeder genießt die Einsamkeit auf seine Weise. Bilder aus dem Verwall tauchen vor mir auf.

Fallbach Wasserfall

Ein Naturdenkmal ist zu bestaunen: der Fallbach Wasserfall. Der Fallbach stürzt hier über eine blanke Felswand 220m in die Tiefe. Der höchste Wasserfall Kärntens. An einer ausgesetzten seilversicherten Felsstufe kommt unsere Klettersteigausrüstung zum Einsatz.

mit viel Spaß dabei

Das Hannoverhaus ist in Sichtweite – man täuscht sich – es kommt nicht so schnell näher wie wir es gern möchten. Regen prasselt plötzlich auf uns nieder. Hagel trommelt auf unsere Ponchos. Einige steile Schneefelder müssen auch jetzt noch sicher gequert werden. Unsere Ponchos überstehen das heftige Unwetter nicht  – nur Ela`s bleibt heil. Auf den letzten Metern wieder Sonne satt. Fast trocken werden wir vom neuen Hüttenwirt empfangen. Das Hannoverhaus ist ein 3* Haus vom Feinsten. Voller Lust und Laune, vermischt mit Vorfreude und Spannung bereiten wir Bergtour Nr. 2 vor.

Wir starten zeitig am Morgen zum Ankogel, eine Hochtour (I+). Auf Höhe Hannoverhaus hat es einige Tage zuvor 30cm geschneit. Bis Abzweig Lassacher Kees kommen wir im Frühnebel gut voran. Auf dem Gletscher Neuschnee. Daniel macht die Spur. Auch Grödel hätten uns keinen Vorteil gebracht.

Lassacher Kees

 Am Kleinen Ankogel – knapp über 3.000m – ist Schluss. Hier wird es unübersichtlich. Wir freuen uns den kleinen Vorgipfel des Ankogel erreicht zu haben.

Kleiner Ankogel

Unser Ziel bleibt heute unerreichbar. Die Wolken kämpfen gegen die Sonne. Vergeblich. Der Abstieg gestaltet sich zu einer amüsanten Rutschpartie, zeitweise auf dem Hosenboden. Am frühen Nachmittag sind wir wieder im Hannoverhaus. Zeit genug über den nächsten Tag nachzudenken.

Vom Hannoverhaus zur Hagener Hütte, ein hochalpiner Übergang mit heiklen Passagen. Wir beraten Varianten wie wir die Querung einer steil abfallenden Ostflanke unterhalb der Romatenspitze umgehen können. Wir fragen die beiden Hüttenwirte?  „Auf den steilen Altschneefeldern liegt frischer Schnee! Wanderer sind bereits umgekehrt, andere haben Notabstiege genommen.“ Schnell sind wir uns einig.

Mit der Ankogelbahn schweben wir in das Seebachtal. Mit der ÖBB fahren wir durch den Tauerntunnel. Wir befinden uns nun auf der Nordseite des Alpenhauptkamms.

Die freundliche Wirtin der Pension *Gletscherspalte* in Bad Gastein erwartet uns bereits. Einen Tag früher als geplant – es passt aber super.

Palfner See

Noch einmal steigen wir durch ein eindrucksvolles Waldstück 1.600m aufwärts. Eine panoramareiche Wanderung führt uns auf schmalem Grat zu dem einsam gelegenen Palfner See auf 2.100m und zu dem malerischen Oberen Pochhartsee. Beide Kleinode erreichen wir durch einen bis zu 300 Jahre alten Zirbenwald.

Tief unter uns befindet sich das Gasteiner Tal.

Volker

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Kategorie: Aktuell, Allgemein, Bergsteigergruppe

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