Sommerfahrt – JDAV 2008

| 26. September 2008

Ab zu den Felsen! – Straight forward!

„Heyyy ab zu den Blöööcken, die harten Boulder hoch, ehjoo was geht? Die harten Boulder hoch, ehjoo was geht? „

Und ich sag:

„Heyyy zeigt eure Muuuskeln, sie sind so hart wie Stahl, ehjoo was geht? Sie sind so hart wie Stahl, ehjoo was geht!“

So machten wir uns in der ersten Woche jeden Morgen gut gelaunt und singend auf den Weg zu den Boulderblöcken von Fontainebleau. Nach ersten Missverständnissen und Problemen bei der Benutzung des Boulderführers, fanden wir schließlich doch die coolsten und härtesten Boulderprobleme im berühmtesten Bouldergebiet schlecht hin. Vom 11. bis zum 19. Juli zelteten wir mit 12 Kletterbegeisterten Jugendlichen auf dem schönen Campingplatz „La Musadière“ in Milly-là-forêt.

Fast jeden Tag stürmten wir überaus motiviert und voller Vorfreude auf die harten Züge zu den Blöcken. Nachdem wir die Kinder- und Picknickfelsen abgehakt hatten, begannen wir endlich mit den anspruchsvolleren Problemen. Dann ging es stundenlang von Boulder zu Boulder, stets nach dem Motto „STRAIGHT FORWARD!“. Mit den Anfeuerungsrufen: „Schnick das Ding!“, „Slope the hole!“, „Halt den Penöpel!“, „Alléé geht scho!“, „Bleib dran!“ und „Commoon!“ knackten wir schließlich so manch’ unmöglich erscheinenden Boulder. Ab und zu lagen wir dann doch im Sand, genossen die Sonne und aßen Baguette, denn Chalk Junkies brauchen eben auch mal eine kleine Pause. Gut ausgeruht schaffte man nun Boulder, an denen man zuvor gescheitert war. Manche fluchten beim Erreichen des nächsten Griffes aus Erleichterung oder Anstrengung: “Scheiß die Wand an!“ oder „Verdammt noch mal!“.

Wenn sich die Bouldertage zu Ende neigten, und allen die Füße qualmten und schmerzten, sahen die Mädels verwundert auf: Plötzlich galt es für unsere Jungs nicht mehr die Blöcke von unten zu bezwingen, sondern möglichst spektakulär von ihnen hinunter zu springen.

Aber auch diese Phase ging vorbei, und nach zwei ausdauernden Bouldertagen ging es auch mal in die nicht weit entfernte Stadt Paris.

Hier ließen wir uns durch nichts die Laune verderben. Erst recht nicht von einem klar strukturierten Zeitplan, der es ermöglichen sollte, möglichst viele Sehens-würdigkeiten abzugrasen. Und so kam es, dass zwölf „Touris“(mit Kameras und Metroplänen ausgestattet) einen Tag lang durch Paris hetzten, und sich am Ende des Tages über schmerzende

Füße beschwerten.

An unserem zweiten Parisbesuch, ein paar Tage später, gingen wir die Sache etwas ruhiger an, da wir ja sowieso schon die Atmosphäre auf den schönsten Plätzen (Montmatre, Place de Clichy, Place de Vosges und Arc de Triumph), den teuersten Straßen (Champs Elysée) und in den beeindruckensten Gebäuden (Sacré Coeur, Notre Dame, Louvre) genossen haben. Der Aufstieg auf den Eifelturm mit einem fantastischen Ausblick über die ganze Stadt, setzte den beiden Ausflügen zum Schluss noch die Krone auf.

Schließlich hieß es wieder: „Aaab zu den Blöööcken“. Da wir uns dort mittlerweile schon recht gut zurechtfanden und beim Bouldern immer besser wurden, zeigten uns nun nicht mehr die Franzosen, sondern wir ihnen wo’s lang ging. Vor allem Stefan beeindruckte uns mehrmals durch sein außergewöhnliches Sprachtalent, wenn er Engländern versuchte zu erklären, wie eine besonders knifflige Boulderstelle zu lösen sei: „So in the hole, not so, so in the hole. You must turn.“

Naja, Stefan, mach´ dir nichts d´raus. In Fontainebleau kommt es doch in Wirklichkeit eh nur auf das eigentliche Kletterkönnen an! ;))

Apropos Kletterkönnen, das wurde nach einer Woche ausgiebigem Bouldertraining auch von uns in der Basler Jura abverlangt, wo wir die zweite Hälfte unserer Sommerfahrt verbrachten. Das Training hatte sich wirklich gelohnt, denn uns gelangen in der Jura fast 30m lange Sportkletterrouten bis 7a.

An unserem ersten Klettertag war die Motivation bei vielen Jugendlichen allerdings nicht ganz so hoch, da es ja nun um einiges umständlicher und anstrengender war eine halbe Stunde zum Fels hoch zu laufen, mit all dem schweren Gepäck und den langen Seilen, als fünf Minuten, nur mit den Kletterschuhen und dem Chalkbag in der Hand, zu den Blöcken.

Lange mussten wir unsere Jugendleiter davon überzeugen, dass uns ein Tag im Basler Zoo als Abwechslung von den langen Klettertagen bestimmt gut tun würde. Und so verbrachten wir einen Morgen bei den Tieren und besichtigten später noch die Stadt, die leider nicht ganz so schön war, wie wir gehofft hatten. Trotzdem verbrachten wir auch in der Schweiz eine schöne Zeit.

Wir werden uns sicherlich noch lange an diesen perfekten Urlaub, der für die ganze Gruppe ein tolles Erlebnis war, erinnern und freuen uns jetzt schon auf die nächste großer Sommerfahrt der DAV-Jugend, wenn es wieder heißt: „Heeyy, ab zu den Böööcken. Die harten Boulder hoch, ehjoo was gehht. Die harten Boulder hoch, ehjoo was gehht……..“

Laura & Birte

Kategorie: Jugend

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