Seven Summits in one day – mit dem Rad auf die höchsten Berge der Eifel

| 26. September 2020 | Keine Kommentare

Von Peter May, Koblenz

Die Summits

Wohl jeder ernsthafte Alpinist kennt die „Seven Summits“ als bergsportliches Ziel – die Besteigung der jeweils höchsten Gipfel aller sieben Kontinente. Dieses Vorhaben gelang erstmals im Jahr 1985 dem US-Amerikaner Richard Bass; viele namhafte Spitzenalpinisten, darunter Reinhold Messner, Hans Kammerlander, Oswald Oelz, Christian Stangl und Rob Hall, folgten ihm. Die „Seven Summits“ der Welt lassen sich beliebig auf kleinere Maßstäbe – Kontinent, Gebirge, Land, Region – herunterbrechen und unter verschiedenen Aspekten definieren und kombinieren, wobei auch der Begehungsstil („by fair means“) und die benötigte bzw. vorgegebene Zeit eine maßgebliche Rolle spielen können. Nach diesem Schema lassen sich auch für das Mittelgebirge der Eifel „Seven Summits“ ausmachen, welche der Höhe nach wie folgt definiert werden sollen:

  1. Hohe Acht, 747 m, Hocheifel
  2. Ernstberg, 699 m, Vulkaneifel
  3. Schwarzer Mann, 699 m, Schnee-Eifel
  4. Scharteberg, 691 m, Vulkaneifel
  5. Weißer Stein, 690 m, Zitterwald
  6. Nürburg, 676 m, Hocheifel
  7. Hochkelberg, 675 m, Hocheifel

Zu dieser Auflistung ist anzumerken, dass nur der deutsche Teil der Eifel berücksichtigt ist. Somit bleibt die 694 Meter hohe Botrange im belgischen Hohen Venn, das Manche mit zur Eifel zählen, außen vor. Damit sind in den Seven Summits die drei wichtigsten Höhengebiete der Eifel mit jeweils zwei bis drei Gipfeln vertreten: im Westen die bewaldeten Höhenzüge von Schnee-Eifel und Zitterwald, in der Mitte die Vulkaneifel mit ihren jungen Schlackenkegeln und im Osten die Hocheifel mit ihren alten Vulkanstümpfen. Kleinere, unbedeutende Nebengipfel (z. B. das Kettenkreuz in der Schnee-Eifel, 695 m) bleiben unberücksichtigt. Damit ist die vorstehende Auflistung gleichermaßen repräsentativ wie ausgewogen in ihrer geografischen Verteilung.

Der Plan

Da eine Besteigung (oder Befahrung) dieser Berge an sich noch keine besondere Herausforderung darstellt, sollen alle sieben Gipfel an einem einzigen Tag mit dem Fahrrad (kein E-Bike!), also aus eigener Kraft, erreicht werden und, da nicht auf alle Gipfel eine Straße hinaufführt (z. B. Ernstberg und Scharteberg), zu Fuß bestiegen oder zumindest so hoch wie möglich befahren werden (Burgruine auf der Nürburg). Je nach gewählter Strecke sind hierzu mindestens 120 Entfernungskilometer und 1.700 Höhenmeter im Aufstieg zu absolvieren. Der Zeitbedarf ist bei mittlerem Tempo und mit Pausen auf ungefähr acht Stunden anzusetzen. Die Befahrung/Besteigung der „Seven Summits“ der Eifel an einem Tag ist damit ein ernstzunehmendes Unternehmen – zumindest für Berg- und Radsportler im Hobbybereich. Soweit ersichtlich ist dieses Enchainment bisher noch nicht realisiert worden, weshalb der erfolgreiche Bergradler eine Erstbegehung bzw. –befahrung für sich reklamieren darf. Ein spezielles Problem ist es, die weit verstreut liegenden Gipfel auf einer möglichst ökonomischen, d. h. möglichst kurzen und möglichst steigungsarmen Linie zu verbinden. Da ich die Tour mit einem leichten Rennrad machen will, müssen es zudem öffentliche Straßen oder asphaltierte Wirtschaftswege sein, wobei ich nach Möglichkeit stark frequentierte Straßen meiden möchte. Den Anfangspunkt setze ich am deutsch-belgischen Grenzort Losheimer Graben, weil er eine hoch gelegene, natürliche Passhöhe bildet und in der Nähe der beiden westlichen Summits liegt. Als Endpunkt wähle ich das Bergrestaurant an der Hohen Acht, dem östlichsten Gipfel; es liegt direkt an der Bundesstraße und ist für den erforderlichen Rücktransport gut zu erreichen. Somit verläuft die Route von West nach Ost, startet auf 680 Meter Meereshöhe und endet auf 610 Metern. Dazwischen liegen die tief eingeschnittenen Täler von Prüm, Kyll, Ahbach und Trierbach, die bis auf 355 Meter absinken, und natürlich die Seven Summits mit jeweils um die 700 Meter Meereshöhe. Zusammen mit kleineren Gegenanstiegen und kupierten Geländeabschnitten ergibt sich ein großzügiges und anspruchsvolles Streckenprofil.

Konkret sieht der Routenplan wie folgt aus: Anfahrt mit dem Auto von Koblenz zum Losheimer Graben, hier Start der Radtour; über die B 256 zum Weißen Stein und anschließend zum Schwarzen Mann; dann über Olzheim und Gondelsheim zur B 410 Richtung Gerolstein; dann über Pelm und Kirchweiler zum Scharteberg und anschließend zum Ernstberg, die beide zu Fuß bestiegen werden müssen; anschließend über Dockweiler nach Dreis, wo gut die Hälfte der Strecke geschafft ist, hier will ich eine längere Ess- und Trinkpause einlegen; über die B 421 nach Kelberg (weitere Verpflegungsmöglichkeit) und auf direktem Weg über Köttelbach eine kurze Schotterstrecke hinauf auf den Hochkelberg; dann via Hünerbach und Welchenbach zur Nürburg (ohne eintrittspflichtige Burgbesteigung); zuletzt über B 258 und B 412 (Eifel-Ardennen-Straße) zur Hohen Acht, nach deren Befahrung oder Fuß-Besteigung am nahe gelegenen Gasthaus die (Tor-?)Tour zu Ende ist. Abholung und Rücktransport zum Losheimer Graben, wo das Auto geparkt ist. Zurück zur Hohen Acht, Rad einladen und Heimfahrt nach Koblenz. Soweit der Plan.

Im Übrigen hat sich die Idee zu den Seven Summits Eifel ganz allmählich und fast zwangsläufig im Laufe der letzten Jahre ergeben, nachdem ich verschiedene Mittelgebirgs-Gipfel in der Eifel, in Rheinland-Pfalz und im Rheinischen Schiefergebirge mit dem Rad befahren habe (Erbeskopf, Donnersberg, Kalmit, Rösterkopf, Kalte Herberge, Feldberg, Fuchskaute, Botrange u. a. m.). Auf diese Weise kann ich das eine Hobby Radfahren mit dem anderen Hobby Bergsteigen auf ideale Weise verknüpfen, ohne weit reisen zu müssen. Definitiv spielt auch die Verbundenheit mit der (heimatlichen) Landschaft und die Lust auf kleine Abenteuer eine Rolle, wie auch der Wunsch nach etwas Neuem, noch nicht Dagewesenem. Und nicht zuletzt braucht auch das Ego hin und wieder eine positive Bestätigung nach einer entsprechenden Herausforderung.

Chancen und Risiken

Der Ausgang des Projektes ist völlig offen. Ich habe realistische Chancen für einen erfolgreichen Abschluss, muss aber genauso gut damit rechnen, dass die Kräfte nach der Nürburg oder dem Hochkelberg, vielleicht sogar schon nach dem Ernstberg zu Ende gehen und ich vorzeitig aufgeben muss. Zwar habe ich in der Vergangenheit schon ähnlich weite Fahrten mit dem Rennrad gemacht wie etwa Tal Total (142 km), die Ahr rauf und runter (131 km) oder von Prüm nach Koblenz (133 km), ebenso Radtouren mit vielen Aufstiegsmetern wie z. B. die Sella-Ronda (1.800 Hm) oder Grimsel-, Furka- und Sustenpass (3.500 Hm in 2 Tagen), aber Auf- und Abstiege in dieser Häufung und auf diese Distanz eben noch nicht. Dabei soll auch nicht verschwiegen sein, dass ich mit meinen mittlerweile 57 Lenzen den Zenit der körperlichen Leistungsfähigkeit längst überschritten habe. Auch wird die Arthrose in meinen Knien mit der Zeit nicht besser. Ausschlaggebende Erfolgsfaktoren dürften neben der körperlichen Fitness und der Tagesform die Wetterbedingungen sein und die richtige Taktik bezüglich Tempo, Pausen und Verpflegung. Letztendlich wird aber der Kopf entscheiden: wenn die physischen Kräfte aufgebraucht sind und der Weg noch lang und steil ist, kann nur noch ein starker Wille den Körper bis ans Ziel treiben. Einschlägige Erfahrungen und eine gewisse Härte gegen sich selbst können hier nicht schaden. Und natürlich, auch das muss gesagt werden, gehört zum Erfolg einfach auch Glück bzw. das Fehlen von Unglück wie etwa eine Panne oder ein Sturz. Wegen der vielfältigen Unwägbarkeiten schätze ich meine Chancen klar auf fifty-fifty. Es gibt nur einen Weg, herauszufinden, ob der Plan aufgeht oder nicht: es probieren und los fahren!

Die Fahrt

Zeitsprung, ein paar Wochen später. Es ist Dienstag, der 8. September 2020. Die Zeit des Abwägens und Taktierens, des Zögerns und Zauderns ist vorbei. Die Wetterfrösche haben für heute trockenes und sonniges Wetter bei moderaten Temperaturen gemeldet. Ich habe einen Tag Urlaub genommen und sitze, nach einer unruhigen Nacht, mit einer Mischung aus Skepsis und Vorfreude bei Sonnenaufgang im Auto, die gute alte Alu-Rennmaschine mit der 2 x 9 – Kompaktschaltung liegt startklar im Kofferraum. Als ich bei Birgel das Kylltal erreiche, bekomme ich erst mal einen Schreck: der Frostwarner leuchtet auf und meldet 4 Grad Außentemperatur. Na, das kann ja heiter werden! Zum Glück handelt es sich aber nur um eine lokale Kaltluftsenke, auf den Höhen hat es elf, zwölf Grad – gerade warm genug für eine lange Tour. Gleich hinter der belgischen Grenze am Losheimer Graben stelle ich das Auto ab. Um zwanzig vor Neun schwinge ich mich auf den Sattel, es geht los! Vorsichtshalber habe ich mich warm eingepackt – Handschuhe, Sturmhaube, lange Hose und vier Oberteile. Auf der flachen Höhe erreiche ich schnell den Weißen Stein (690 m), kehre nach ein paar Fotos um und verstaue den warmen Pulli wieder im Auto.

Der Weiße Stein (690 m) bei Udenbreth im Zitterwald

Dann geht es auf der windigen Hochfläche weiter in südlicher Richtung zum Schwarzen Mann, der höchsten Erhebung der lang gezogenen Schnee-Eifel. Den mäßig steilen Anstieg fahre ich bewusst kraftsparend, teilweise im kleinsten Gang, weil ich mich keinesfalls verausgaben will. Immer noch angespannt höre ich misstrauisch auf jedes kleine Geräusch am Fahrrad, registriere jedes kleine Ziehen in den Waden. Wie wird der Tag wohl enden?

Am Schwarzen Mann (699 m) in der Schneifel

Am höchsten Punkt des Schwarzen Manns (699 m), der unspektakulär auf einer flachen Straßenkuppe liegt, kehre ich wieder um und genieße die erste schnelle Abfahrt hinab ins Tal der Prüm. Ich will es wissen und trete kräftig rein: boah, 71 Sachen, Tagesmaximum! Vor dem nächsten Aufstieg mache ich in Willwerath eine kurze Pause. Eine Banane verschwindet im Bauch, die langen Klamotten im Rucksack. Erstaunlich schnell erreiche ich über welliges Gelände die Bundesstraße bei Gondelsheim. Der leichte Rückenwind aus Westen trägt dazu bei, dass ich gut vorankomme und über Büdesheim, Lissingen und Gerolstein schon kurz vor Mittag Pelm erreiche, wo ich eine weitere kurze Pause zur Stärkung einlege. Der Zeitplan steht und nach knapp der Hälfte der zu fahrenden Strecke wächst die Zuversicht. Hier im Tal der Kyll ist mit rund 350 Metern Meereshöhe der niedrigste Punkt der Tour, der folgende Aufstieg auf knapp 700 Meter der längste. Ich kenne die lange, steile Straße nach Kirchweiler hinauf von einer früheren Tour und habe großen Respekt vor ihr. Gerade hier macht sich aber die geänderte, kleinere Übersetzung am Rad bezahlt. Zwar langsam, aber immer im niedrigen Pulsbereich arbeite ich mich den Berg hinauf. Die Beine bleiben locker, der Elektrolytverlust hält sich in Grenzen. Das Wetter ist mittlerweile perfekt: knapp 20 Grad, leichter Westwind und der Sonnenschein sorgt für gute Stimmung und Optimismus. Da auf dem Scharteberg (691 m) ein Sendemast des Südwestfunks steht, führt ein asphaltierter Weg fast bis zum Gipfel. Die letzten zehn, zwanzig Höhenmeter gehe ich zu Fuß bis zum höchsten Punkt des Vulkans, der durch einen kleinen Steinmann markiert ist.

Der Gipfel des Schartebergs (691 m)

Dann geht es wieder zurück nach Kirchweiler und wenig später stehe ich am Fuß des nahe gelegenen Ernstbergs (699 m). Hier muss ich das Rad schon weit unten im Wald stehen lassen, es gibt keinen fahrbaren Weg hinauf zum Gipfel. Für den Auf- und Abstieg zu Fuß brauche ich eine halbe Stunde, mehr als ich geplant hatte. Die Geheinlage hat aber den positiven Nebeneffekt, dass sich die einseitig beanspruchte Beinmuskulatur etwas entspannen und erholen kann.

Der Gipfelfelsen vom Ernstberg (699 m)

Nun geht es zügig weiter über Dockweiler nach Dreis. Die hier erhoffte Pause fällt aus, da der Biker-Treff am Kreisel noch geschlossen ist. Also gleich weiter über die Bundesstraße nach Kelberg, es läuft. Bei der Tankstelle am Ortseingang halte ich an und gönne mir eine viertel Stunde Rast mit einem erfrischenden Radler und einem trockenen Brötchen. Das tut gut, aber das Aufstehen danach fällt schon schwer. Egal, ich muss weiter. Auf direkter Linie über Köttelbach steuere ich nun den Hochkelberg (675 m) an. Der Anstieg durch den Wald ist steil und auf einem Kilometer Strecke nur geschottert, lässt sich aber dennoch gut befahren. Der Gipfel bietet einen weiten Ausblick nach Westen und die bereits abgehakten Berge – ein gutes Gefühl.

Blick vom Gipfel des Hochkelbergs (675m) nach Westen

Zur positiven Stimmung trägt nicht unmaßgeblich bei, dass die seit heute Morgen im Norden sichtbare kompakte Wolkenbank eines Tiefausläufers dort hängen bleibt und nicht zu mir herüber schwappt. Nach dem fünften Berg fühle ich mich immer noch wohl und bin inzwischen zuversichtlich, dass ich es schaffen kann. Mittlerweile ist es drei Uhr und spätestens um sechs will ich am Ziel sein. Also weiter. Auf der Ostseite des Hochkelbergs fahre ich auf Asphaltwegen wieder hinab. Über die vielen kleinen Struth-Dörfer geht es jetzt in beständigem Auf und Ab in nordöstlicher Richtung weiter in die Hocheifel, bis ich hinter Welcherath den Nürburgring erreiche. Der Motorsport ist nicht zu überhören, von der Grand-Prix-Strecke dröhnen die hoch aufgedrehten Rennwagen und Motorräder hinüber. An den überdimensionierten Protzbauten des grandios gescheiterten Vergnügungsparks entlang radle ich weiter zur markant aufragenden Nürburg (676 m). Am Ende des gleichnamigen Dorfs versperrt mir ein Kassenhäuschen den Weiterweg. Ich erspare mir den Eintritt und die letzten paar Geh-Meter bis zum höchsten Punkt der Burgruine und kehre am Restaurant „Zur Nürburg“ wieder um. Bei diesem Berg reicht mir der Punkt, bis zu dem ich mich auf öffentlichen Straßen frei bewegen kann, er liegt auf 640 Meter Höhe.

Am Fuß der Nürburg (676 m)

Ich liege gut in der Zeit und gehe mit schon leise aufkommender Freude die Weiterfahrt zum letzten und gleichzeitig höchsten Berg der „Seven Summits“ an. Glücklicherweise hat die entlang der Nordschleife führende Bundesstraße einen breiten Seitenstreifen, auf dem ich gefahrlos zur Hohen Acht weiterfahren kann. Auch die letzte nennenswerte Steigung geht ohne den gefürchteten „Mann mit dem Hammer“, ohne Leistungseinbruch aufgrund Unterzuckerung ab. Offenbar habe ich zwischendurch genug Powerbars und Energy-Gels eingeworfen und damit den „Motor am Laufen“ gehalten. Auch hat das magnesiumhaltige Iso-Getränk in den Trinkflaschen wohl verhindert, dass ich Wadenkrämpfe bekomme. Wichtige Erfahrungswerte, die ich bei früheren Touren erst schmerzhaft erlernen musste. Noch ein Stück über die Landstraße und ein letzter, extra steiler Waldweg, dann stehe ich tatsächlich auf der Hohen Acht (747 m), dem höchsten Punkt der Eifel und meiner Radtour. Ich habe es tatsächlich geschafft!

Am Gipfel der Hohen Acht (747 m)

Nach dem Besuch der Gipfelsäule steige ich noch die Stufen auf den steinernen Aussichtsturm hinauf und genieße den freien Rundumblick. Gegen die schräg stehende Sonne kann ich im Südwesten den Hochkelberg und den Funkturm am Scharteberg erkennen, die bewaldeten Höhenrücken der Westeifel sind dagegen schon in der dunstigen Ferne verschwunden. Meine Heimat. Ein Geschenk! Dann rolle ich wieder den steilen Asphaltweg hinab und bin wenig später am Berghotel Hohe Acht, dem vereinbarten Abholpunkt. Es ist 17:10 Uhr, das sind achteinhalb Stunden seit dem Start heute Morgen. Der Tacho zeigt 121 gefahrene Kilometer an. Zusammen mit den vielen Aufstiegsmetern eine Menge Zeug! Am Ende bin ich verblüfft, dass alles so glatt gegangen ist. Ich habe keine Schmerzen, weder in den Knien noch am Sitzfleisch und musste mich auch nicht besonders quälen. Besser hätte es nicht laufen können!

Ein Fazit

Es beeindruckt mich immer wieder aufs Neue, zu welchen Ausdauerleistungen wir kleinen, unbedeutenden Menschen fähig sind. Offenbar hat die Natur uns geradezu dafür geschaffen, lange Strecken zu laufen – oder eben auch zu radeln. Wer die Route zu den sieben höchsten Eifelbergen mal mit dem Auto abfährt oder sich auf der Landkarte anschaut, gewinnt einen Eindruck von der Großzügigkeit der Strecke, die auch landschaftlich abwechslungsreich und reizvoll ist. Neben der positiven Erfahrung, das selbst gesteckte und hoch gehängte Ziel erreicht zu haben, kann ich zwei Erkenntnisse aus der „Seven-Summits-Tour“ mitnehmen: Zum einen die Bestätigung der bereits früher gemachten Erfahrung (siehe „Meine Tour de Suisse“ von 2008), dass selbst lange Radtouren und große Höhenunterschiede relativ problemlos zu bewältigen sind, wenn man sich die Kräfte richtig einteilt und extreme Belastungsspitzen vermeidet. Zum anderen muss ich aber auch bekennen, dass ich mir im Vorfeld der Tour einfach zu viele Gedanken gemacht habe – unnötigerweise, wie sich gezeigt hat. Die Bedenken hinsichtlich der Unwägbarkeiten und Risiken einer langen Tour und der dadurch selbst erzeugte Druck sind mir im fortgeschrittenen Alter zu einer mentalen Belastung geworden, die ich immer weniger bereit bin, in Kauf zu nehmen. Die unbedarfte Leichtigkeit, mit der ich als junger Mensch auch anstrengende und riskante Unternehmungen angegangen bin, ist jedenfalls verloren gegangen. Vermutlich ist auch dies ein natürlicher Alterungsprozess. Was aber sicherlich bleiben wird, ist die Freude an der Bewegung, am Draußen- und Unterwegssein, am Radfahren aus eigener Kraft. Zu guter Letzt geht ein großes Dankeschön an meine Familie, die die Abholung und den Rücktransport übernommen hat. Ohne ihre Unterstützung wäre die (Erst-?) Befahrung der „Seven-Summits“ in der Eifel nicht möglich gewesen.

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