Pigne de la Le – aussichtsreiche Hochtour im Herzen des Wallis

| 1. Februar 2021 | Keine Kommentare

Dieses Jahr war vieles anders, auf Hüttenübernachtungen wollten wir verzichten… will man trotzdem Hochtouren machen, biwakiert man…oder können wir eine Hochtour vom Tal aus auch an einem Tag durchführen?

Was brauchen wir für eine erlebnisreiche Ein-Tages-Hochtour? Ein bisschen Kletterei, gerne über einen Grat, am liebsten eine Überschreitung, Gletscherpassagen, das Ganze in einem imposanten Hochgebirgsambiente, eine tolle Aussicht…

…kurzer Anfahrtsweg von unserer Ferienwohnung bei Martigny, möglichst hochgelegener Parkplatz/ Ausgangspunkt, kurzer Hüttenzustieg, um die Hütte überspringen zu können, moderate Höhenmeter im Auf- und Abstieg…

…ach ja und stabiles Wetter und jede Menge Spaß ….

Die Pigne de la Le (3389m) war das perfekte Ziel für unsere Ein-Tages-Hochtour…und das Hochtourenfeeling begann schon mit dem Weckerklingeln um 3.00, wenn auch ohne Hüttenhektik und mit Frühstücksei…Nach einer Stunde Anfahrt erreichten wir den Parkplatz am Lac de Moiry  (2362m) und nach einer weiteren Stunde hatten wir schon die Cabane de Moiry (2825m) passiert, nicht ohne von der Hüttenterrasse einen Blick auf die eindrucksvollen Eisabbrüche des Moiry Gletschers zu werfen.  Südöstlich der Hütte führt ein Pfad durch das grobe Blockgelände unter den Felsen der südlichen Gipfel der Aiguille de la Le hinauf zum Beginn des Glacier de Moiry, wo man eine Firnmulde erreicht und über Firn und Blockgelände zum Col de Pigne aufsteigt. In der Scharte erreichten wir den Einstieg in den Nordgrat, der uns in leichter Kletterei (II) zum Gipfel führte. Drei Tage zuvor war eine Kaltfront durchgezogen und hatte einiges an Neuschnee mit sich gebracht- und obwohl wir schon zwei Tage abgewartet hatten, waren die oberen Felsen vereist, so dass wir auf die letzten Meter doch noch anseilten. Der Ausblick vom Gipfel auf die umliegenden Viertausender ist atemberaubend und traumhaft schön…“hoch über dem Glacier de Zinal vermittelt der Pigne de la Le eindrucksvolle Blicke auf die Westseite des Kammes vom Weisshorn bis zum Obergabelhorn. Dent Blanche und Grand Cornier stehen gestaffelt hinter den dagegen sanft erscheinenden Firnwellen der Bouquetins“ (Hochtouren Westalpen Band 1, Rother Verlag) …weiter geht´s im Abstieg nach Süden über den Gletscher, der vom Grand Cornier herunterzieht…ach ja, und ihnen gefällt es hier oben auch…jede Menge Steinböcke tummeln sich an den Bergflanken…

Im Abstieg geht es nun an der von Tagesgästen gut besuchten Hütte vorbei,  und über Moränenhänge und Wiesen schließlich wieder zum Stausee…die Knie tun weh, die Füße brennen, Blasen schmerzen…ein rundum schöner Tag…

Heike Schuster-Hulley & Friedhelm Hulley

 

Stichworte: , , , , , , , , , , ,

Kategorie: Aktuell, Allgemein, Gruppen, Hochtourengruppe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.