Ostalpen Klassiker

| 11. August 2015 | Keine Kommentare

Watzespitze und Schüle/Diem am Predigtstuhl

Nach einer kurzen Aufwärmrunde in den Ötztaler Alpen sind Lars Loichen und Ich in Richtung Kaunergrat aufgebrochen. Über die Riffelsee Hütte und den Cottbuser Höhenweg erreichten wir die Kaunergrat Hütte auf 2817m. Sie liegt auf einer Erhöhung mitten im hinteren Ende des Plangeroßer Tal, ein Seitenarm des Pitztal, zwischen Verpeilspitze und Watzespitze. Nach einem frühen Frühstück sind wir um 6:30 aufgebrochen um kurze Zeit später am Fuße der Watzespitze zum Einstieg zu queren. Angefangen mit einer kurzen 4er Seillänge ging es über 2er und 3er Gelände bis zum berühmten Wand´l, der Schlüsselstelle im unteren Teil. Danach setzten wir den Weg Seil frei über 2er Gelände fort um schließlich nach der sandigen Rampe und dem sandigen Band auf den Grataufschwung zu klettern. Dort ging es luftig weiter dem Grat folgend bis auf den 3533m hohen Gipfel den wir schon nach 3 Stunden erreichten. Da der Abstieg über den Gletscher aufgrund der warmen Temperaturen zu gefährlich war kletterten wir den Ostgrat wieder ab und schon nach 4 Stunden saßen wir wieder auf der gemütlichen Sonnenterasse der Kaunergrat Hütte bei einem kalten Radler. Deutlich motiviert von unserer Leistung stiegen wir kurze Zeit später ab um nach einer kurzen Nacht am nächsten Morgen auf der Grießner Alm im Kaisergebirge zu stehen. Bei bestem Wetter stiegen wir in die steinerne Rinne zwischen Predigtstuhl und Fleischbank auf. Ziemlich beeindruckt von den steil aufragenden Wänden zu beiden Seiten suchten wir den Einstieg zu unserer Tour. Ein Klassiker von 1921/1925 der die beiden besten Führen im Kaiser vereint. Die Schüle/Diem + Haslach/Behringer an der Westwand des Predigtstuhls Mittelgipfel. Wer hier Bohrhaken sucht wird enttäuscht, abgesehen von 1-2 Bühlern und den sanierten Ständen stecken hier nur Schlaghaken. Über leichtes 3er Gelände kamen wir an die erste Seillänge die direkt unter der markanten 6+ Verschneidung endet, die komplett clean ist. Nach einem ausgesetzten Quergang nach dem man sogar noch abklettern musste, fast schon zu viel für meine Sportkletternerven, kamen wir im Kessel der Westschlucht an. Um nach dem nächsten Quergang in die logische Fortsetzung der 6er Austiegsverschneidung zu klettern. Diese erstreckt sich nochmals über schweres ausgesetztes Gelände und verlangt einem alles ab. Nach 250 Klettermetern zuzüglich der Einstiegs 3er hatten wir nach 5 Stunden die 300m hohe Westwand durchstiegen. Über den Botzongkamin und die steinerne Rinne waren wir 3 Stunden später wieder einmal bei unserem verdienten Radler auf der Grießner Alm. Um abschließend den 3000er Führer zu zitieren: „Nur etwas für gestandene Allrounder. Unerfahrene riskieren hier Kopf und Kragen!“ Dies trifft auf beide Touren zu. Aber Ich hatte mal wieder riesigen Spaß mit dem Wahl-Münchener aus unserer Sektion.

Text: Oliver González

Stichworte:

Kategorie: Jugend

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.