Monte Rosa 2010 der HTG Koblenz

| 21. September 2010

Kurz vor unserer eigentlich geplanten Ötztal-Tour fiel leider,aus gesundheitlichen Gründen,unser Guide Frank Lippmann aus.Für uns alle stand fest,dass wir trotzdem Richtung Berge los ziehen werden.Schnell wurden Absprachen mit Alex getroffen,Tipps und Ideen bei Heike+Friedhelm (grosses Dankeschön) eingeholt!! Ein neues Ziel war gefunden.

Teilnehmer: Bianca Urmersbach,Gabi Schuler, Alex Werle, Frank Lay,Peter Foitzik,Andreas Hentschel

Kurz vor unserer eigentlich geplanten Ötztal-Tour fiel leider,aus gesundheitlichen Gründen,unser Guide Frank Lippmann aus.Für uns alle stand fest,dass wir trotzdem Richtung Berge los ziehen werden.Schnell wurden Absprachen mit Alex getroffen,Tipps und Ideen bei Heike+Friedhelm (grosses Dankeschön) eingeholt!! Ein neues Ziel war gefunden.

Wir starten planmäßig am frühen Samstag in Montabaur und fahren gemeinsam Richtung Genfer See,über den Großen Sankt Bernhard Tunnel und kommen am zeitigen Nachmittag (auch ohne die verloren gegangene Wegbeschreibung) in Gressoney Stafal an. Nachdem die letzten Ausrüstungsstücke verstaut sind, fahren wir das erste Stück mit der Gondel bis zur Alpe Gabiet (2881m). Leider hat sich das Wetter inzwischen verschlechtert, so dass wir vor dem Weitermarsch ein Gewitter mit starkem Regen abwarten. Bis zu unserer ersten Unterkunft im Rifugio Guglielmina werden wir trotzdem noch ein wenig nass.

monte_rosa_2010_1.jpgDer nächste Tag beginnt mit Sonne und wir beobachten eine Herde Steinböcke, die genau vor dem Rifugio liegt. Über Stolemberg und Punta Indren geht es zur Mantovahütte. Dort nutzen wir den Regenschauer zur Stärkung mit Crepes und Kaffee. Danach wird noch das letzte Stück des Weges zur Gnifettihütte(3647m) zurückgelegt.Die ersten Höhenprobleme werden einfach tapfer weggebissen.

Am Montagmorgen soll nun der erste Viertausender bestiegen werden. Wir kommen etwas später los, als geplant, da noch unzählige andere Bergsteiger den gleichen Weg wie wir haben.Bei herrlichem Sonnenschein erreichen wir um 9.30 Uhr den Gipfel der Vincentpyramide (4215 m), dem östlichsten Punkt des Lisgletschers. Die Aussicht rings herum ist grandios. Nach der Rückkehr auf die Hütte genießen wir den schönen Nachmittag und sammeln unsere Kräfte.

monte_rosa_2010_2.jpgAm Dienstag starten wir zeitig, denn heute haben wir einen längeren Aufstieg bis zu Europas höchster Hütte vor uns. Auf bekannter Spur und wieder bestem Wetter geht es hinauf, vorbei anVincentpyramide, Balmenhorn, Schwarzhorn, Ludwigshöhe und schließlich der Parrotspitze. Wir stehen unterhalb von Signalkuppe und Zumsteinspitze auf einem riesigen Plateau und können ein großartiges Panorama anschauen. Dann müssen wir weiter, denn die Signalkuppe ist noch nicht erreicht. Langsam steigen wir zum Col Gnifetti, dem Sattel zwischen Zumsteinspitze und Signalkuppe hinauf. Ein eisiger Wind empfängt uns und wir sind froh, die Capanna Margherita (4554 m) erreicht zu haben. Nach kurzer Pause steigt ein Teil der Gruppe wieder ein Stück ab und steht nach kurzem Anstieg auf der Zumsteinspitze (4563 m). Nach den obligatorischen Gipfelfotos sind wir bald wieder auf der Margheritahütte. Am Abend können wir von unserem Lager aus noch einen grandiosen Sonnenuntergang beobachten.

Der nächste Tag wird uns auf einige Viertausender führen. Bei eisigem Wind und gefühlten -20° erreichen wir um 7.20Uhr die Parrotspitze (4432 m) von dort mit einer schönen Gratüberschreitung hinab zum Col Piode. Immer wieder genießen wir die fantastischen Ausblicke auf umliegenden Berge/Gipfel.

monte_rosa_2010_3.jpgAls nächstes geht es auf die Ludwigshöhe (4341 m) und kurz darauf aufs Schwarzhorn – Corno Nero (4322 m). Als letzte Erhebung liegt das Balmenhorn (4167 m) auf unserem Weg und wir steigen zur Christusstaue auf dem Gipfel. Unmittelbar daneben liegt das Felice-Giordano-Biwak mit seinen 6 Schlafplätzen. Nun noch das letzte Stück zur Gnifettihütte.Dort sitzen wir noch Stunden vor der Hütte und schwärmen über diesen genialen Gipfeltag.Am Abend findet das Halbfinalspiel der WM (Deutschland – Spanien) statt, welches wir am Notebook des Hüttenwirts sehen können bzw. auch nicht sehen können, da der Livestream nicht gut funktioniert. Zum Glück haben die spanischen Bergsteiger, die mit uns das Spiel ansehen, ein Internetradio dabei und wir können alle den italienischen Kommentator zuhören. Ein echtes Erlebnis, auch wenn das Ergebnis nicht ganz unseren Vorstellungen entspricht.

Als Abschluss unserer Hochtourenwoche wollen wir am letzten Tag eine kleine Tour auf den Punta Giordani (4046 m) unternehmen. Lt. Führer „leichte Kletterei mit Querung eines Bandes“. Dieses entpuppt sich als wegloses Steinfeld mit nassen oder vereisten Passagen, auf denen wir äußerst vorsichtig sein müssen.Wir sind froh, als wir den Gletscher erreichen. Der Gipfel selbst liegt vor der Vincentpyramide und hebt sich als eigenständiger Gipfel nicht besonders deutlich ab. Für den Weg haben wir deutlich länger gebraucht als geplant und sind desshalb auch erst gegen Mittag wieder auf der Gnifettihütte. Dort packen wir unsere Ausrüstung und steigen zur Seilbahnstation nach Punta Indren ab. Kurz darauf stehen wir wieder an unserem Bus in Gressoney Stafal.

Auf der Rückfahrt wollen wir am Genfer See 1 Nacht bleiben und mit gemütlichem Essen und einem Glas Rotwein(mit Blick auf den See)diese tolle Woche abschliessen.Mit einem Restaurant klappt es in Villeneuve (trotz unserer“Geruchsbelästigung“für die anderen Gäste), bei der Zimmersuche hatten wir leider nicht bedacht, dass in Montreux ein Jazzfestival stattfindet und nicht einmal eine Stelle zum Zelten zu bekommen ist…Das alles kann unserer Hoch-Stimmung keinen Abbruch tun,wir geniessen den gemeinsamen Abend und nach einem spontanen Bad im warmen Genfer-See starten wir in der Nacht gen Norden und kommen staufrei wieder in Koblenz an.

Wir haben eine ereignisreiche Woche hinter uns und konnten insgesamt 8 Viertausender erklimmen!

Ein grosses Dankeschön geht an Alex,der uns durch diese tolle Woche „geführt“hat !!!

…und 2011 wird die Ötztal-Runde mit Frank nachgeholt,wir alle freuen uns schon darauf.

Andreas Hentschel

Bianca Urmersbach

Kategorie: Hochtourengruppe

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