Klettertrip USA: Zwei Dirtbagclimber im wilden Westen

| 14. Oktober 2019 | Keine Kommentare

Im Vergleich zu meinem Kaukasus und Bolvienurlaub gelang uns diesmal eine Punktlandung beim Gepäck – es wurde exakt mit jeweils 23 kg eingecheckt (das Handgepsäck sollte aber keiner genaueren Prüfung unterzogen werden).  Mit Michi Mayer aus Holzkirchen hatte ich den idealen Partner für den Trip gefunden, wir konnten uns nicht nur auf die selben Ziele einigen, gemein war uns auch ein Hang zum Dirtbag-Style, d.h. dass wir fast auschließlich neben dem Auto schliefen und uns zu 80% von Reis mit Bohnen ernährten (ab und an auch als Tagesverpflegung zu „Revolverman-Burittos“  gerollt).

So kam es, dass in den fünf Wochen USA Urlaub lediglich 24 $ Übernachtungskosten pro Person zu Buche schlugen. Zur Vorbereitung besuchten wir vor Abreise noch das beste Rissklettergebiet Westdeutschlands, die Ettringer Ley, und übten den Kingswing auf den Sandsteinplatten von Bad Heilbrunn. Viele Infos zum Bigwallhandwerk und zur Tourenauswahl und immer aktuelle Wetterinfos ließ uns Alexander Schmalz-Friedberger, der Führerautor und Hausmeister von Ettringen, zukommen – an dieser Stelle: Vielen Dank, Alex!.

Unsere USA-Reise begann in Denver,Colorado, und sollte am Pazifik mit Rückflug von San Fransisco enden. In Denver angekommen, ging es es sofort mit dem Mietwagen nach Boulder, die Suche nach einem geeigneten Biwakplatz gestaltete sich jedoch schwierig, aufgrund haufenweiser Verbotsschilder und wilder Bebauung im Außenbereich. Schließlich fanden wir aber einen Spitzenbiwakplatz auf der Dakota Ridge, im Prinzip die erste Erhebung der Rockies, vor einem nur flachen Land, und die Sonne schien einem morgens ungehindert direkt in den Schlafsack.

Morgens holten wir noch Anca, eine Freundin, die in Houston ein Stipendium in der Krebsforschung absolvierte, vom Busbahnhof ab und kletterten im Eldorado zu Dritt den „Bastille Crack“ (5.9) als ideale Eingewöhnungstour. Bereits am nächsten Tag standen wir vor den obskuren Fisher Towers und gingen den ersten Desert Tower, Ancient Art, über die Route „Stolen Chimney“ (5.11a) an. Die zahlreichen Bohrhaken  („It´s not hard if you use the Nylon-Jugs“) machen das ganze zu einer beliebten Kletterei, die demnach mit viel Warterei verbunden war. Ganze Heerscharen wurden im Toprope auf die  Korkenzieher-Gipfelnadel gesichert für das beliebte Instagramm-Motiv. Am Abend zog ein heftiges Gewitter auf, wie jeden Abend mitten beim Kochen. So mischte sich zwischen den Reis mit Bohnen auch eine gehörige Portion Sand und beim Nachschlagholen außerhalb des Autos gab es unfreiwillge Duschen.

Am nächsten Tag steuerten wir die „Fine Jade“ (5.11a) am Rectory an, die sich für mich  im Nachhinein als schönste Tour im Urlaub entpuppte. Dies war beim Start nicht zu erwarten; Ein abartiger Wind umtoste den Turm, die Softshell knatterte im Wind wie ein Rahsegel und das Seil schrieb eine schöne Parabel vom Kletterer zum Sicherer, zudem verstand man sein eigenes Wort nicht. Mehrmals überlegten wir, ob wir das Ganze nicht sein lassen sollten, aber probieren konnte man es ja mal! Der Start ist ein unangenehmer Handriss (5.10b) mit kurzer Unterbrechung, aber wenn man schon keine guten Klemmer hat, dann wenigstens auch keine Tritte. Etwas desillusioniert hing ich relativ schnell im Seil und begann bereits mit dem „backcleanen“ von gelegten Cams. Das erwies sich jedoch als richtig, der Handriss blieb anhaltend und ohne verbliebenen 2er Cam wär dies eine luftige Angelegenheit geworden. Zum ersten Stand dann endlich Fingerrisse und die Sicherheit kehrte zurück. Michi tat sich im Nachstieg ähnlich schwer und verzichtete, bei immer noch brutalem Wind, großzügig auf den Vorstieg der nächsten SL. Die Schlüsselseillänge begann mit diffiziler Wand- und Risskletterei, die auch nicht ganz einfach abzusichern war. Schließlich stand man auf einem recht guten Band unter einem Wulst, durch den der Fingeriss (.11a) führte, der, wie mit dem Laserschwert in den Fels geschrieben, die Crux der Route darstellte. Wider Erwarten ging das aber richtig gut! Die Cams lagen super und mit 2-3 herzhaften Fingerklemmern hat man die Traum-SL hinter sich gebracht.  Eine weitere SL führte unter die Headwall, eine tolle Wandkletterei und ebenfalls mit 5.11a bewertet, ging auch diese SL richtig gut und wir konnten auf dem Gipfel den Blick schweifen lassen in Richtung Castleton Tower und eine schwarzer Wolkenwand, die sich auf uns zubewegte. Also schnell abseilen und erstmal hinter einem halbwegs geschütztes Stein alles anziehen, was noch so im Rucksack war. Bei dem ungemütlichen Wetter mussten wir leider auf eine Besteigung des Castleton Towers, die im Anschluss geplant war, verzichten. Den nächsten Tag verbrachten wir sport/trad kletternd in der Nähe von Moab, Highlight war dabei der Klassiker „Heart of the Desert“ (5.10c) im Arches Nationalpark, der 30 Meter lange, mit Faust- und Offwithpassagen garnierte Handriss forderte einen ganz schön, irgendwie ist eine 7- bei uns doch  was anderes …

Als nächsten Desert Tower gingen wir die Sister Superior über die „Jah Man“ (5.10b/c) an, eine Spitzenkletterei. Den fordernden Einstiegskamin absolvierte Michi souverän, was ihn gleichzeitig zu meinem Glück auch für alle weiteren Kamine im Urlaub qualifizierte. Am Gipfel gab es weniger Wind als an den Tagen zuvor, sodass wir eine Weile oben blieben und die einzigartige Landschaft in uns aufsogen.

Weiter ging es nach Indian Creek, um vor Yosemite noch einige Risskletterdefizite auszumerzen. In lieblicher Landschaft lassen sich hier einige der bekanntesten Risse der Welt finden, allen voran der „Supercrack (of the Desert)“ (5.10). Nachdem wir an der leichtesten Tour des Sektors unverrichteter Dinge abzogen, kletterten wir den Supercrack als zweite Tour. Die Crux war hierbei, sich die 3er Cams gut einzuteilen, bei unseren vier Cams bedeutete dies, dass man rund fünf Meter zwischen den Cams zurücklegen musste, um den Umlenker in luftiger Höhe zu erreichen. Mit genügend Tempo ging dies aber recht gut, und so wurde als zweite Tour die „Fingers in a light Socket a.k.a. Supercorner“ (5.11d) ausgemacht. Nach einem Fingerriss-Start und dürftigen Tritten erreicht man eines kleines Band an der linken Verschneidungsseite, von dem man gut was legen konnte. Zwei Meter darüber lockt bereits das nächste Bändchen und ist schnell mit drei Piazzügen erreicht. Hier hat man wieder Zeit etwas zu legen und sich die Sache nochmal durch den Kopf gehen zu lassen. Das nächste Band zieht rund vier Meter höher – klar dass man bei den pumpigen Piazzügen nichts legen kann und bis zu dem Band durchziehen muss, denk ich mir, und leg los. Die Klemmer werden immer schlechter, an Legen ist nicht zu denken und dann das böse Erwachen: Das Bändchen, was einen so weit vom letzten Piece weggelockt hat, ist abschüssig und neigt sich auch noch in die falsche Richtung, der linke Fuß findet einfach keinen Halt auf dem Bändchen und Legen aus einem seichten Klemmer heraus ist aussichtlos. Panik macht sich breit und mit abgehackten Bewegungen wird versucht wieder abwärts zu klettern, um zumindest die Sturzweite etwas zu verkürzen … es bleibt jedoch bei dem Versuch. Die Unterarme verweigern jetzt endgültig den Dienst und es geht abwärts, einen Meter über Michi und drei Meter über dem Wandfuß lande ich im Seil. Der 0,4er Totem Cam hat gehalten – gelitten haben nur meine Freikletterambitionen und das Seil – zwei Meter müssen wir wegen Schmelzverbrennungen abschneiden. Den Rest des Tages verbring ich topropend, wärend Michi in einigen wunderschönen 5.10´s schwelgt. Der nächste Tag beginnt wieder mit einem Klassiker, fast 40 Meter lang ist der „Generic Crack“ (5.10) – wieder heißt das Haushalten mit den Cams und ordentlich Meter machen zwischen den Placements. Zum Abschied heißt es ein: „Well, that´s an incredibile Handcrack!(5.10)“ vom Umlenker der gleichnamigen Route zu trällern. Diese bietet wirklich unglaubliche Klemmer im steilsten Gelände und man bekommt das Grinsen nicht aus dem Gesicht.

Durch das Monument Valley geht es anschließend in den Zion Canyon. Zum Glück ermöglicht die Kaffee-Flatrate in den Fastfoodketten (1Liter Kaffee = 1 Dollar) die Überbrückung recht großer Distanzen in kurzer Zeit.

Da es mit meiner Vorstiegsmoral nach Indian Creek nicht zum Besten stand und wir gleichzeitig noch keinerlei Bigwallerfahrung aufweisen konnten, planten wir zum Üben die „Moonlight Butress“(5.9 C1) im technischen Stil und dafür an einem Tag. Früh morgens standen wir in der Parkverwaltung, um uns ein Ticket für den PKW zu besorgen, nur um zu erfahren, dass man dies einen Tag vorher erledigen muss … also auf den ersten Buss warten und reinfahren. Für die Moonlight Butress muss man den Virgin River überqueren, leider führte dieser aufgrund der großen Schneemengen im Winter gehörig Wasser, mehrmals probieren wir es, und einmal schaffe ich es gerade noch so, mich auf den Beinen zu halten bevor ich mit dem ganzen Rack abtauche. Die Kamera bekommt trotzdem was ab, was meiner Stimmung nicht gerade zuträglich ist. Schließlich geben wir es auf und fahren mit dem Bus zwei Haltestellen zurück und probieren es auf dem Landweg, was in einer Schlacht mit der Zionflora endet. Es scheint einem, als ob jede Pflanze in diesem Canyon entweder Dornen oder Stacheln hat. Gegen elf Uhr stehen wir trotzdem am Einstieg und klettern endlich los. In all der Zeit hat es eine Seilschaft geschafft, genau eine einzige SL vom Pfeilerkopf, wo sie in zwei Portaledges übernachteten, zu klettern. Schließlich schließen wir auf sie auf, da aber die Freikletter- und die Technostände versetzt angebracht sind, konnte ich recht bald in die ersten 60m der großen Verschneidung starten. Mit einer Mischung aus Freikletterei und Aidkletterei (Klemmer suchen, ganz oben in die Leitern steigen und das nächste Placement weit über dem Kopf anbringen) komm ich recht zügig vorwärts, klettere an den drei Amerikaner vorbei und erreiche nach rund 40 Minuten den Stand. Michi folgt mir an den Steigklemmen, als er mich erreicht, steigen die Amerikaner jedoch in ihre zweite Freikletterseillänge des Tages ein, was bedeutet, dass wir locker zwei Stunden im Hängestand festsitzen würden. Die Chancen, die Moonlight Butress im Hellen zu beenden gehen damit gegen Null, und gefrustet seilen wir ab und kämpfen uns zurück durch die Botanik zum Shuttlebus. Wenigstens entschädigt der bombastische Sternenhimmel beim Freiluftbiwak etwas für den wenig erfolgreichen Zion Besuch.

Anschließend ging es endlich ins Yosemite, wobei wir leider den langen Weg über Bakersfield nehmen mussten, weil der Tiogapass noch unter meterweisem Schnee begraben lag. Angekommen im Yosemite hieß es, einen Zeltplatz im Camp 4 zu ergattern. Das heißt für mich ab fünf Uhr morgens anstehen. Wir wandten denselben Trick wie alle anderen Kletterer an, die wir getroffen haben. Es meldet sich nur einer an und der andere versucht, eine Woche lang keinem Ranger in die Arme zu laufen. So werden aus erlaubten sieben Nächten vierzehn, ist man dann zwischendurch noch in einer Bigwall unterwegs, sollte das auch für längere Yosemiteaufenthalte reichen.

Als gute Aufwärmtour erwiese sich die „Royal Arches Route“ (5.10b). 14 SL hat man Zeit, sich an den teilweise arg glatten Yosemite Granit zu gewöhnen. Das Wetter war ziemlich gut, wenn auch arg windig, sodass am nächsten Tag schon eine Tour unserer Wunschliste anstand. Die „Serenity Crack / Sons of Yesterday“- Kombination gilt als eine der schönsten Touren im Valley, was wir auch bestätigen können. Beim Start gilt es, einen kleineren Runout zu überwinden, die runden Pin Scars geben zwar passable Griffe ab, lassen sich aber nicht immer optimal absichern. Hat man das aber geschafft wird, es immer besser, nach der Fingerriss-Schlüsselseilänge des  Serenity Cracks(5.10d) folgen nur noch perfekte Handrisse.

Am Tag darauf ging es auf erste Tuchfühlung mit dem EL Cap, der „East Butress“ (5.10b) war jedoch nach der fünften SL ein einziger Wasserfall , sodass wir den Rückzug antraten. Aber bereits die ersten beiden SL waren ziemlich schwer für den Grad und gaben einen Eindruck, was einen in der Nose erwartet. Um diesen Eindruck noch etwas zu vertiefen, wollten wir mit dem angefangenen Tag noch einen Baseclimb am El Cap klettern. Die Wahl viel auf die „Moby Dick“ (5.10a). 10a dürfte ja auch mit dem schmalen East Butress Rack gehen: Zehn Minuten später hängt man jedoch im immer breiter werdenden Riss, den einzigen vierer Cam schon gelegt, und verflucht sich für seine Blödheit. Da hilft nur Zähne zusammenbeißen und sich irgendwie zum Stand zu würgen. Im Camp erfährt man dann, dass eigentlich drei Vierer nicht verkehrt sind und die Tour oft  Amerikanern dazu dient, dem Besuch aus Europa mal zu zeigen, wo der Barthel den Most holt.

Am nächsten Tag versuchen wir uns vergeblich in der „Seperate Reality“ (5.12a)- der miese Klemmer vor der Crux, der gerade so die Fingerknöchel abedeckt, gibt mir einige Rätsel auf. Kaum zu glauben, wie hier Heinz Zak im Solo gemütlich Schwung holt für den weiten Zug zum Ausstiegsgriff. Nach zwei Versuchen in der Seperate Reaility und den ersten fünf SL des “Frenzy Pillars”(5.9) am nächsten Tag steht jedoch fest, dass ein Pausentag dringend fällig ist. Die Füße schmerzen richtig und sind teilweise böse geschwollen, knapp drei Wochen Rissklettern fordern jetzt ihren Tribut und auch das Material hat ordentlich gelitten. Die Velcross der Kletterschuhe sind durchgesäbelt und werden notdürftig mit Kabelbindern und Tape repariert. Ein Bad im eiskalten Merced River bringt die Füße langsam wieder auf Normalgröße, und den Rest des Tages wird das Topo der Nose studiert und Ausrüstung sortiert.

Der Plan sieht vor, am nächsten Tag die ersten vier SL zum Sickel Ledge zu fixieren und am übernächsten Tag endgültig einzusteigen. Der Wetterbericht macht uns jedoch einen Strich durch die Rechnung, lediglich dreieinhalb Tage verbleiben, bevor eine Kaltfront mit Schnee bis ins Tal hereinzieht. So stehen wir am nächsten Tag um sechs Uhr am Einstieg und kriegen uns das erste mal in die Haare. Den 90-l Haulbag über den flachen Vorbau zu schieben bzw zu ziehen, kostet uns über eine Stunde. Dann geht es endlich los. Die ersten vier SL sind wahrscheinlich die schwersten der Tour, eine wüste Mischung aus Free- und Aidmoves lässt einen an Höhe gewinnen. Ohne Pause werkeln wir den ganzen Tag. Durch zuviele Dean Potter Videos in der Klettersozialisation hab ich mir in den Kopf gesetzt, zumindest die Stovelegs ausschließlich frei zu klettern. Nach der ersten SL komm ich jedoch völlig fertig, wenn auch rotpunkt, mit krampfenden Armen am Stand an. Michi ergeht es im Nachstieg sogar noch schlechter, und wir beschließen, jegliche Freikletterei einzustellen (auch wenn wir das nicht ganz durchalten). Die letzte SL zum Dolt Tower klettern wir mit Stirnlampe – 15 Stunden waren wir nonstop unterwegs. Endlich heißt es die Hose, die schon in der Kniekehle hängt, wieder hochziehen und die ganze Schlosserei wegpacken. Mit uns sind zwei Amerikaner am Dolttower, die jedoch ein Portaledge dabei haben, sodass wir freie Auswahl bei den Schlafplätzen haben.

Der nächste Tag beginnt, wie der vorherige endete: Ein liegender Faustsriss bringt mich wieder an die Kotzgrenze, aber  zumindest frei auf den El Cap Tower. Hier lassen uns die beiden Amerikaner vorbei, da der Vorsteiger in der Texas Flake gestürzt ist und einen Moment zur psychischen Erholung benötigt. Den glatten Körperriss klettert Michi souverän, während ich im Nachstieg fluche und irgendwie versuche, die langen Beine eines 1,93m Menschen auf die glatten Tritte zu drücken – schließlich müssen mir die Steigklemmen aus der Bredouille helfen, was aber in einer 5.8 (immerhin VI-, hüstel hüstel) am El Cap keine Schande ist. Anschließend folgt eine technisch diffizilere Länge an kleinen Placements auf den Kopf der Boot Flake und danach der Kingswing. Durch die Übung im Heilbrunner Klettergarten läuft der aber wie geschmiert! (Es soll Seilschaften gegeben haben, die hier schon einen kompletten Tag verbracht haben). Diesmal im Hellen erreichen wir Camp 4. Hier ist etwas Kreativität beim Beziehen der Schlafplätze gefragt. Michi baut sich aus dem Seil und seiner dicken aufblasbaren Isomatte eine Art Hängematte, und ich bau mir aus dem Haulbag eine Art Geländer, welches verhindert, dass ich samt Schlafsack von der abschüssigen Platte rutsche.

Am nächsten Tag bricht etwas Hektik aus,wir klettern als erste los, hinter uns folgen zwei Spanier aus der Triple Direct und die zwei Amerikaner. Mitten im Great Roof zerlegt es eine meiner Leitern. Den Rest der Tour muss ich mit einer verbleibenen Stufe und Bandschlinge klettern. Michi re-aidet das Great Roof, was wohl die beste Möglichkeit für den Nachsteiger darstellt. Pancake Flake und Glowering Spot sowie eine Freikletter-SL bringen uns zu Camp 6 (zwei halbwegs gute Schlafplätze). Im Dunkeln wollen sich auch noch die zwei Spanier dazugesellen, entscheiden sich jedoch schließlich dazu, eine SL darunter auf einem schmalen Band Quartier zu beziehen. Schließlich kommen noch die zwei Amerikaner und bauen ihr Portaledge unterhalb von Camp 6 an einem armseligen Bohrhaken auf. Sie wollen auf keinen Fall am nächsten Tag als Letzte starten, da sich der Wetterbericht nochmal verschlechtert hat. Mit ihrer Aufgeregtheit stecken sie uns und die Spanier an. Nach einer nicht gerade erholsame Nacht starten wir wieder als Erste, in beginnendem Nieselregen klettert Michi durch die Changing Corner. Bei diesem Wetter beschließen wir, die Seilschaften zusammen zu legen und fixieren das Seil für die Spanier und die Spanier für die Amerikaner. Die letzte und nominal leichteste SL fordert Michi nochmal alles ab.Über klatschnasse Platten und nur von einem mäßig guten Peenut gesichert, rettet sich Michi zum Ausstieg. Es windet und regnet, und so bleiben wir nicht lange und quälen uns die 16 km ins Tal und anschließend in die Lodge zum verdienten El Cap Burger (hervorragend!).

Den Rest des Urlaubs heißt es Entspannen im Hot Pot des Yosemite Bug Spa, Sportklettern in der Bayarea (bis 5.11c), Barbecue am Lagerfeuer direkt am Strand und massig Austern in einer der vielen Imbissbuden am Pazifik. Den Vorabend des Abflugs verbringen wir bis zur Sperrstunde in einer Live Bluesbar in San Fransico und “speziellere” Californische Schokodrops gestalten den Rückflug ausgesprochen angenehm.

Text: Lars Loichen

Stichworte:

Kategorie: Allgemein, Sonstige Touren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.