Klettertrip nach Finale Ligure

| 17. Juli 2012 | Keine Kommentare

Wie den meisten der hiesigen Kletterer wohl bekannt sein dürfte, gibt es kein schöneres Klettergebiet als Ettringen: schmierige Risse, Müllhalden zwischen den Felsen, moosige Löcher und feuchte, bröcklige Höhlen lassen das Herz eines jeden Felsakrobaten höher schlagen. Der schwarze, fingerfreundliche Basalt lädt geradezu zum Plaisirklettern ein und auch Tierfreunde kommen durch häufige Uhubesuche nicht zu kurz.

Und doch, auch die schwarzen Säulen haben ihre Tücken, und so kam es, dass Olli und ich nach einem sturzreichen Tag die Nase voll hatten vom technischen Basaltklettern und uns nach großzügigen Linien in griffigem Kalk sehnten, möglichst weit weg von den heimischen Steinbrüchen…

Beim anschließenden Frustbierchen beschlossen wir, Ende Mai einen Vorstoß nach Finale Ligure zu wagen, einem kleinen Örtchen an der westitalienischen Küste, welches neben seiner wunderschönen Lage direkt am Meer und dem riesigen Angebot für Mountainbiker auch für feinste Kalklettereien bekannt ist.

Also charterten wir kurzerhand einen VW-Bus, kauften großzügig Proviant ein und brachen am 25. Mai gen Italien auf, voller Bange, was uns wohl erwarten würde. Mit von der Partie waren neben mir, Olli und meiner Freundin Vivien einige Bekannte, die zwar wenig bis gar keine Erfahrung am Fels hatten, diesen Umstand jedoch durch die hohe Motivation und die enorme Gruppendynamik mehr als wett machten.

Nach zwölf Stunden anstrengender Autofahrt (zumindest glaube ich das, leider habe ich den Großteil verschlafen…) ging es dann nach einem kurzen Nickerchen auch schon direkt an den Fels, der uns mit herrlichen Linien, toller Aussicht und verbrannten Fingern für unsere Mühen entlohnte, sodass bereits der erste Tag auch für diejenigen, die vorher noch nie geklettert waren, ein voller Erfolg war….

Wir hatten außerdem das Glück, einen Campingplatz zu finden, der eigentlich offiziell geschlossen war, jedoch von einer Pizzeria in der Nähe weiter mit fließendem Wasser und Klopapier versorgt und auch von den Behörden anscheinend mehr oder weniger akzeptiert wurde, was für uns bedeutete, dass wir die ganze Woche kostenlos dort wohnen und unser studentisches Budget schonen konnten.

Bis auf einen Pausentag am quallenverseuchten Meer, welches uns zum schmerzhaften Verhängnis wurde, verbrachten wir dann auch alle Tage bei besten Bedingungen am Fels und konnten einige wunderschöne Routen bis zum siebten Franzosengrad für uns verbuchen, allerdings nicht, ohne ständig über die langen Zustiege durch den Urwald und die harte Bewertung zu meckern…

Dennoch war die Kletterei super und der Trip ein voller Erfolg, auch wenn er leider im ADAC-Leihwagen endete, da unser VW-Bus in der Schweiz den Geist aufgab….

Text: Sven Malonek

 

 

 

 

Kategorie: Jugend

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