Klettersteigkurs im Grödnertal 2011

| 10. Mai 2012

Auf teils anspruchsvollen Steigen ging es durch die Bergwelt des Grödnertals. Die klassischen Anstiege auf die Cirspitzen, der Pisciadú-Steig auf die Cima Pisciadú, der Oskar Schuster Steig auf den Plattkofel sowie der Westgrat auf die Marmolada durften natürlich nicht fehlen.

Ins Grödnertal, da zog´s uns hin,
hier ist unser Tourbeginn.
Wir haben uns erst einmal gesehn,
wir wollen zusammen Klettersteige gehn.
Die Valentinihütte ist dafür gebucht,
Paul hat ein schönes Rifugio ausgesucht.
Wie man klettern geht will er uns zeigen
auf so manchen Klettersteigen.

Die große Cirspitze ist unser erstes Ziel,
es ist ziemlich einfach, ein Kinderspiel.
Doch kaum haben wir den Gipfel erreicht,
wird klar, es ist nicht immer so leicht.
Denn die kleine Cirspitze war schon sehr steil,
da blieben nicht alle Knie heil.
Die Aussicht ist riesig, die Sonne scheint,
der Wettergott hat´s gut gemeint.

Und am nächsten Morgen dann
strebten wir den Pisciadù-Steig an.
Der Parkplatz bei einem kleinen See
war richtig voll, oh weh, oh weh.
Was stellt denn Paul in den See dort rein?
Es soll eine Überraschung sein!
Der Steig war luftig und auch ziemlich lang,
doch wir sind ja Helden, das macht uns nicht bang.
Karl, der Nerven wie Drahtseile hatte,
fixierte jeden auf seiner Fotoplatte.
Mit Anführerin Eva hatten wir Glück,
die Optikerin behielt den Überblick.
Nachdem wir den Pisciadùgipfel bezwangen,
sind wir durchs Val Setus hinuntergegangen.
Mit durstiger Kehle, es war schon nach vier,
gingen wir auf die Suche und fanden das Bier.
Ja, solch ein edler Hopfensaft
gibt uns wieder Saft und Kraft!

Was bringen wohl die nächsten Tage?
Für Eva und Helga die entscheidende Frage.
Denn statt beim Klettern im Regen zu stehn
würden sie lieber shoppen gehn.
Aber wir haben ja Klettern gebucht,
am dritten Tag wurde die erste D-Stelle versucht.
Der Trincee-Steig war dafür auserkoren,
ohne „molto di bracchio“ war man hier verloren.
Eine kleine Japanerin
lief schnell noch zu Simone hin.
Einen Boulinknoten knüpfte sie flink,
da war Simone im Steig schon drin.
Wegen dieses Mißgeschicks
gab´s abends eine Klöppelparty auf Zimmer sechs.
Ob Achter, Sackstich oder was auch immer,
Klöppeln und Rotwein zu siebt auf dem Zimmer.
Der Trincee war abwechslungsreich und toll,
doch auch ziemlich anspruchsvoll.
Unser Kopf war müde, der Körper geplagt.
Wir brauchen einen Ruhetag!

Drum sind wir in die Eiergondeln gesprungen
und haben so die Langkofelscharte bezwungen.
Der Steig des Herrn Schuster gefiel und war schön,
der Abstieg vom Plattkofel sehr unangenehm.
Auf dem Friedrich-August-Weg dann
steuerten wir die Pertinihütte an.
Hier sollte eine Show abgehn:
Berghase und innerer Schweinehund waren leibhaftig zu sehn.
Paul verstand die Welt nicht mehr:
„Ich dachte, Ihr seid keine Kinder mehr!?
Aber seid weiter albern, das macht mir nichts aus!“
An Simone biss er sich die Zähne aus.

Am nächsten Morgen um kurz nach sechs
wurden wir von schönstem Wetter geweckt.
So zogen wir uns eilig an.
Heute ist die Königin der Dolomiten dran!
Zur Fiacconihütte im Affenkäfig, ganz schön famos,
hier ging die Tour dann richtig los.
Der Gletscher ist groß, wir sind klein,
heute soll Kaiserwetter sein!
Schon kurze Zeit später, von vorn und von hinten,
begannen die Gipfel im Dunst zu verschwinden.
Er wurd´ immer dichter, ein böser Traum,
der Erste sah den Letzten kaum.
Durch eine Welt voll Nebelungen
haben wir im Steig unsre Beine geschwungen.
Ausgesetzte Tiefblicke sollten es sein,
doch der Nebel hüllte alles ein.
Kaum sind wir auf der Punta Penia angekommen
hat es auch noch zu graupeln begonnen.
Zehn Meter Sicht, Schneeregen und Dunst,
die Gulaschsuppe im Rifugio wärmte uns.
Im kombinierten Gelände von Fels, Firn und Eis
ging´s wieder abwärts, so ein Mist!
Kaum zog man Hüftgurt und Steigeisen aus,
zogen die Wolken den Vorhang auf.
So eine Gemeinheit, das ist nicht zum Lachen.
Marmolada, das kannst du mit uns nicht machen!
Im Affenkäfig ging´s dann bergrunter,
der Kinderspaß machte uns wieder munter.
Und unten die Sonne vom Himmel lacht,
wir bestaunen von unten der Bergwelt Pracht!

Und für den letzten Tag von unserer Tour
hatte Paul was ganz Besonderes vor.
Fünf Tage lang wurde heiß diskutiert
und am sechsten dann endlich ausprobiert.
Der Cesare Piazzetta auf den Piz Boè!
Da taten beim Anblick die Hände schon weh.
Einer der schwersten der Dolomiten – so
steht´s im Buch,
für einen Anfängerkurs gerade gut genug.
Steil und mit so mancher D-Stelle gespickt,
wär doch gelacht, wir haben´s hingekriegt.
Die Schuhe schlugen Funken, der Fels wurde heiß,
die Arme übersäuerten, in Strömen floß Schweiß.
Manchmal war Fluchen und Keuchen zu hören,
doch richtige Profis kann das nicht stören.
Der Fels an der „Hühnerscharrte“ war schon sehr blank,
Paul kam uns zu Hilfe, Gott sei Dank!
Helga mit Eleganz, Simone mit Kraft,
Jürgen hat mit Bravour den Cesare geschafft.

Und nach wenigen Stunden schon
standen wir oben auf dem Sellastock-Thron.
Hier liegt die Erde zu unseren Füßen,
bei Sonnenschein läßt sich die Bergwelt genießen.
Die Marmolada schaut zu uns mit frechem Gesicht,
na warte, du Luder, so einfach geht’s nicht!
Hier wurde der große Hunger gestillt
und so die leeren Speicher gefüllt.
Ob Bananenchips oder Käse aus Emmental,
selbst Hasenjoghurts schmecken genial.
Die Prinzenrolle wollte Prinz Jürgen essen,
als Dohlenrolle gab Helga sie den Dohlen zu fressen.
Sogar Keksknödel waren ein Gaumenschmaus,
zur Brotzeit ließen wir fast nichts aus.
Der Bauch war voll, es schmeckte fein,
Simone stellte ihren Survival-Modus ein.
Schluppes trank Helgas Trinkbeutel aus,
mit der Pordoibahn fuhren wir nach Haus.
Dort wartete, das war uns nicht egal,
das Empfangskomitée mit Eva, Robert und Karl.

Nun sollte die Woche zu Ende sein,
es stellte sich erste Wehmut ein.
Ach, könnten wir doch weitergehn,
denn es war sehr lustig und schön.
Paul führte uns mit sicherer Hand
durchs steile Grödner Kletterland.
Auch fürs Chauffieren ein ganz großer Dank!
Ob vorn, Nummer vier oder letzte Bank.
Mit Berg Heil und frohem Sinn
grüßt herzlich Simone –
eine Dichter- und Denkerin.

Aber auch sportlich ging es zur Sache. Der Sportklettersteig Cesare Piazzetta auf den Piz Boé wurde ebenso gemeistert.

Für einen Grundkurs nicht schlecht, oder?

Kategorie: Ausbildungsberichte

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