„Klettersteige Alpin“ Dachstein; 31.Aug.-6.Sep.2019

| 18. September 2019 | Keine Kommentare

 Ausbilder: Paul Pütz

Teilnehmer: Bettina Becker Reinhard Erfeld Michael Klauck Sascha Deurer

Ausbildungsinhalte:

• Auswahl und eigenständiges bewerten, planen und durchführen von Klettersteigtouren

• Allgemeines Verhalten im Klettersteig

• Klettersteigtechnik und Gehschulung

• Grundlegende Sicherungs- und Bergrettungstechnik

Dank „Google“ waren die Wetterberichte für die kommende Woche recht pessimistisch. Dies sollte jedoch nicht den Enthusiasmus der Teilnehmer schmählern. Am Samstagmorgen fanden sich 5 der 6 Teilnehmer pünktlich im Kolonnenweg ein, um im DAV Bus die Reise Richtung Dachsteingebirge anzutreten.

Nach entspannter Fahrt mit Pausen und ohne Stau erreichte der Trupp die Talstation der Hunerkogelbahn am Dachstein gegen 16 Uhr. Nach Verteilung der noch fehlenden Klettersteigausrüstung erreichten wir nach kurzem Fußmarsch das Tagesziel die Südwandhütte auf 1.900 m.

Für die ersten beiden Tage hat uns unser Tourenführer Paul direkt ein sehr herausforderndes Programm mit den Klettersteigen „Anna“ und „Johann“ ausgewählt. „Anna“ zeigte auch direkt ihre Zähne (300 Höhenmeter, Schwierigkeit oft C/D und C, Stelle D) und lies „Böses“ für die nächsten Tage erahnen.

Aufgrund der schlechten Wettervorhersage für den nächsten Tag ließen wir es uns nicht nehmen die Schlüsselstelle am Einstieg des „Johann“ (Schwierigkeit E) am Nachmittag anzutesten. Der starke Regen verhinderte den Aufstieg zur Seethalerhütte am nächsten Tag über den „Johann“ durch die Südwand der Dachsteinwarte. Stattdessen konnten wir bei Regen und Nässe auf der Alternativroute des Hunerschartenklettersteigs unsere Kleidung und Ausrüstung auf Funktion und Wettertauglichkeit testen.

Am Start war noch alles trocken, am Ziel alles triefend nass!

Die nächsten 2 Tage verbrachten wir auf der neu errichteten Seethalerhütte auf 2.700 m mit sehr symphatischem Personal. Bei Taumwetter konnten wir atemberaubende Sonnenauf- und abgänge, dutzenden Hubschraubertransportflüge aus nächster Nähe und weitere Höhenpunkte erleben. Am Dienstag erfolgte die Besteigung des Dachsteins (2.995 m) über den Schulteranstieg bei strahlendem Sonnenschein oberhalb einer Wolkendecke mit atemberaubender Bergkulisse und Fernblick. Dem Abstieg über den Westgratklettsteig schloss sich die Überschreitung des Gosaugletschers in Seilschaft an. Die Randkluft und der Beginn des Klettersteigs der Steinerscharte mit Steigeisen wurden in Seilschaft erfolgreich zurückgelegt.

Dachstein Gipfel; ein Tag extra für Bergsteiger geschaffen
Abstieg vom Dachstein auf den Gossen Gletscher, die Ramsau im Nebel

Der Übergang zur Simonyhütte war von Paul als „Ruhetag“ vorgesehen. Auf dem Weg liegt der Hallstätter Gletscher sowie der Schöberl. Auf dem Gletscher musste sich Paul bei strahlendem Sonnenschein der wissbegierigen Gruppe stellen und praktische Gletscherkunde vermitteln. Die Klettersteige des Schöberls („Via Steinbock“ und „Moni“) wurden am Nachmittag bezwungen. Der Schöberl bot ein hervorragendes Trainingsgelände für „Nachsichern“ und „gesicherte Abstiege“ in Varianten sowie Raum und Zeit für ein Sonnenbaden und Erholen in der Nachmittagssonne.

Spielen auf Eis, links der Schöberl, rechts die Simonyhütte.

Für den Donnerstag stand eine Tour über den „Wildkar-Klettersteig“ auf dem Plan. Einige Teilnehmer nahmen die Abkürzung über die Doppel –„D“-Stelle und konnten die erlernten Kletter- und Sicherungstechniken unter Aufsicht von Paul demonstrieren. Der Rückweg führte über den Ochsenkopf und Großen Trog und für 2 Teilnehmer durch eine 17 m tiefe Doline.

der Abstieg in die Soline; 17 m in die Tiefe

Die Wetteraussichten für das Wochenende waren mit Regen und Schnee bescheiden. Die tollen Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen wollten wir uns nicht nehmen lassen. So wurde gemeinsam entschieden die Tour und den Rückweg über den Hallstätter Gletscher im Anstieg zur Dachstein-Gletscherbahn bereits einen Tag früher durch Nebel und schlechte Sicht in Seilschaft anzutreten.

An dieser Stelle einen herzlichen Dank an Paul für die tolle Tourenplanung in hochalpinen Gelände mit Begehungen von Klettersteigen und Gletschern sowie Gipfelbesteigungen, das unermüdliche Erklären und Demonstrieren von Knoten und Seiltechniken in Theorie und Praxis auch zu später Stunde und das „MEGA“ Engagement bei der Durchführung dieser Bergtour in traumhafter Kulisse. Pauls Antwort hierzu wäre bestimmt: „Aber natürlich!“ 😉. Ebenso Dank an den Teamgeist der Teilnehmer und die schönen und amüsanten Situationen zwischendurch.

Sascha Deurer

Kategorie: Allgemein

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