Hüttentour im Montafon

| 30. Januar 2016 | Keine Kommentare

Am Bahnhof in Schruns sollte unsere Tour beginnen. Dort hatten wir allerdings noch zwei Stunden Aufenthalt, da wir unseren „Reiseleiter“ Guido verpassten und der nächste Bus auf sich warten ließ. Nach der komplizierten Anreise zum Silvretta-Stausee erwartete uns dann auch noch ein neblig-nasser und schwieriger Aufstieg zur Saarbrücker Hütte. Endlich angekommen stärkten wir uns erst einmal bei Kakao und Kaiserschmarren (nach diversen Testessen übrigens der beste der ganzen Tour!)  und bezogen dann die urigen Zimmer. Nach der ersten Hüttennacht ging es mit einem steilen Aufstieg zur Seelücke weiter. Als wir den ersten Gletscher durch die Nebelschleier erblickten, staunten wir nicht schlecht. An diesem Tag ging es noch über einen Gletscher, ein Schneefeld und auf einem Schmugglerweg über die schweiz-österreichische Grenze. Das war für alle (mit Ausnahme von Andrea) eindeutig der spannendste und aufregendste Tag. In der Tübinger Hütte spielten die Kinder bis zur Hüttenruhe Karten („A…loch“), während die Erwachsenen die Ereignisse des Tages Revue passieren ließen. Auch Gertrud stieß hier wieder zu uns, die morgens zum Shoppen (neue Wanderschuhe mussten her) abgestiegen war.

Weiche Knie bescherte uns der nächste Tag, als es über das Vergaldener Joch viele Höhenmeter abwärts ging. Zum Glück konnten wir uns unterwegs nochmals auf einer Sennerei stärken. Auf dem Weg zum Berghotel in Vergalden konnten wir dann sogar den Fußball auspacken, den Philipp schon so lange mitgeschleppt hatte. Am nächsten Morgen füllten wir in Gargellen nochmal unsere Schoki-Vorräte auf, denn für den Aufstieg über 1000 (!!!) HM zur Tilisuna-Hütte brauchten wir viel Energie. Nach etlichen mühsamen  Stunden tauchte die Hütte dann ganz plötzlich aus dem Nebel vor uns auf. Die Kinder freuten sich hier besonders über die Bettenverteilung, denn es gab ein 10er Lager ganz allein für die Youngsters. Die Hüttenruhe wurde an diesem Abend etwas ausgedehnt…

Etwas klamm wegen des überbelegten Trockenraumes machten wir uns auf den Weg zur letzten Etappe zur Douglas-Hütte. Bis zum Zwischenstopp auf der Lindauer Hütte konnten alle gut mithalten. Nach einer ausgedehnten Mittagsrastmachten wir uns auf, das letzte Lange (!) Wegstück bis zum Lünersee zu bewältigen. Dabei mussten wir noch zwei Pässe überqueren und kamen erschöpft mit einigen Wehwechen und Blessuren schließlich zum Abendessen an.

Der Früchstückskakao am nächsten Morgen enthielt wahrscheinlich einen Zaubertrank. Anders konnten sich die Eltern nicht erklären, welch ungeahnte Kräfte bei den Kindern nochmals freigesetzt wurden. Beim Abstieg nach Vergalden konnten die Erwachsenen mit der fröhlich singenden Kindertruppe nicht mehr Schritt halten, so daß auch das Hüttentaxi nicht in Anspruch genommen werden musste. Die Trennung am Bahnhof in Vergalden fiel dann allen schwer und wir waren uns einig: es war eine Top-Tour!

Text: Berit Pötter, Louisa und Catherine Rülke

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Kategorie: Familiengruppe

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