Grundkurs „Eis“ 2011

| 7. Mai 2012 | Keine Kommentare

Vorab: Das Wetter der ganzen Woche war – bis auf einen Nachmittag – traumhaft und hochsommerlich.

Am Morgen des 25.06.2011 trafen wir uns mit 10 Teilnehmern und 2 Ausbildern zur Mittagszeit im Turtmanntal. Gemeinsam ging es bei herrlichstem Bergwetter hinauf zu unserem Basislager, während der Ausbildungswoche, der Turtmannhütte auf 2519m.
Nach dem Abendessen wurde der Wochenablauf nochmals besprochen und nach einem Bier das Bett aufgesucht.

Am Sonntag, den 26.06. ging es nach einem reichhaltigen Frühstück hinauf zum Turtmanngletscher. Dort stand die praktische Ausbildung auf dem Programm. Da es für die Teilnehmer der erste Kontakt mit einem Gletscher war, wurde das Anlegen und Gehen mit Steigeisen, das Verhalten auf dem Gletscher, die Sicherungstechniken und das Anseilen in der Seilschaft besprochen und geübt.

So verging der Tag recht zügig und eh man sich versah, saß man wieder in der Hütte beim Abendbrot.

Nach dem Abendessen stand dann wieder die Theorie auf dem Programm. Dazu gehörten Orientierung, Marschtabelle, Kartenkunde etc. Zum Abschluss dieses Tages war jeder froh im Bett zu liegen.

Am Montag, den 27.06. ging die praktische Ausbildung am Gletscher weiter. An diesem Tag standen folgende Übungen auf dem Programm:
Das richtige Legen des T-Anker, Abfangtechniken des Rutsches nach einem Sturz im Schnee bzw. Firn und die Begehung des Turtmanngletschers in der Seilschaft.

Nach der Praxis folgte das Abendessen, die Theorie und dann das ersehnte Bett.

Am Dienstag, den 28.06. ging es am frühen Morgen in zwei Seilschaften Richtung Brunegghorn (3833m). Bei bestem Wetter und gutem Firn war der Gipfel gegen 11:40 Uhr erreicht und man konnte die Aussicht auf die herrlichen Schweizer Alpen genießen.
Nun sollte ein mühsamer und anstrengender Abstieg beginnen. Durch die permanente Sonneneinstrahlung war vom Firn keine Spur mehr. Bei fast jedem Tritt sank man bis zur Hüfte im Schnee ein. Etwas außer Puste erreichte unsere erste Seilschaft den Einstieg am Hang. Für die zweite Seilschaft, welche eine halbe Stunde nach unserer am Gipfel losging, verschlechterte sich die Lage zusehends. Wir konnten sehen wie sie sich den Berg hinunter quälten. Teile Ihrer Ausrüstung (Mütze und Thermoskanne) verschwanden in Gletscherspalten. An letzter Stelle in der Seilschaft befand sich der Ausbilder (Nobbi), der immer wieder mit folgendem Wort das Turtmanntal zum Beben brachte und die Seilschaft nach unten prügelte „weidaaaaaa“! (Dieses Wort werde ich nie mehr im Leben vergessen.)

Durch die Voraussicht von Norbert blieb uns dank der Schneeschuhe ein Biwak am Gletscher erspart. So konnten wir nach einer 12 Stunden Tour das Hüttenbier genießen.

Am Mittwoch, den 29.06. war eine Kaltfront für die Mittagszeit vorher gesagt. Der Vormittag wurde nochmals zum intensiven Üben der Spaltenbergungstechnik verwendet. Pünktlich zur Mittagszeit kam dann auch der vorausgesagte Regen. So konnten wir bei Kaffee und Kuchen die Marschtabelle für die Besteigung des Bishorn ausarbeiten.

Am Donnerstag, den 30.06. ging es nach anfänglichem Regen Richtung Tracuithütte. Am Gässi trennte sich die Gruppe, eine Gruppe von vier Leuten ging mit Nobbi zum Barrhorn (3583m) die andere mit Paul zur Tracuithütte.

Am Donnerstag, den 01.07. ging es nach einer unruhiger Nacht um 4:40 Uhr Richtung Bishorngipfel. Um 8:40 Uhr war es geschafft. Unser erster 4000er !!! Nach den Gipfelfotos und dem herrlichen Ausblick ging es wieder hinunter zur Tracuithütte und von dort, nach einer Suppe, hinunter zur Turtmannhütte. Auf der Turtmannhütte wurde dann auf den ersten 4000er angestoßen.

Am Freitag, den 02.07. stiegen wir nach einem ausgiebigen Frühstück hinunter ins Turtmanntal. Von dort aus fuhren wir nach einer super Bergwoche wieder nach Hause, mit der Gewissheit, dass dies für Einige von uns nicht der letzte 4000er war.

Ich denke ich spreche im Namen aller Teilnehmer, wenn ich Nobbi und Paul auf diesem Wege nochmals für die tolle Woche meinen Dank ausspreche!

Dirk Zengerli

Kategorie: Ausbildungsberichte

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