Grundkurs „Eis“ 2001

| 10. Juli 2001

Der diesjährige Grundkurs Eis sollte uns in Pitztal führen, wo wir uns auf dem Taschachhaus eingemietet hatten. Das Taschachhaus liegt auf 2.434 m in unmittelbarer Umgebung des gleichnamigen Gletschers. Abgesehen von der guten Ausgangslage für Touren bzw. für Aus-bildungszwecke ist das Haus im Ver-gleich zur Rudolfshütte (siehe Grundkurs Eis 2000) eher klein und bescheiden aus-gefallen.

Erster Tag:

Am Sonntag, den 14.07. ging es dann endlich los. Mit drei Autos fuhren wir (Udo und Ingrid Schmidt, Günter Beisel, Manfred Schmengler, Theo Schäfer und Timo Liesenfeld unabhängig voneinander in Zweiergruppen los. Der vereinbarte Treffpunkt in Mandarfen sorgte für einige Verwirrungen, doch nach einigen Versuchen trafen wir uns dann an der Pitztaler Alm wieder. Hier gaben wir dann die größeren Gepäckstücke auf und machten und auf den Weg zum Taschachhaus, wo wir nach zweieinhalb Stunden ankamen. Dort bezogen wir ein Matratzenlager in einem größeren Schlafraum. Alle Versuche in Zimmern bzw. in einem abgetrennten Matratzenlager unterzukommen scheiterten. Obwohl man heute darüber nur noch schmunzeln kann, so war die Starrsinnigkeit des Pächters an diesen und den darauffolgenden Tagen immer wieder eine ärgerliche Angelegenheit. Ein akuteller und ausführlicher Wetterbericht war einfach nicht zu bekommen, und das im DAV-Ausbildungscenter. Entschädigt wurden wir dann mit einem guten und reichlichen Abendessen.

Zweiter Tag:

Nach einer miserablen Nacht, bedingt durch zu wenig Platz, begann der Tag mit einem guten und ebenfalls reichlichen Frühstück, Gestärkt und guter Laune ging es zu den Firnfeldern unterhalb des Pitztaler Urkund, Hier fand nun in den nächsten Stunden die Firnausbildung (Firngehen, Anlegen von Spuren etc. statt. Das Beste war jedoch das Abfangen von Stürzen bzw. das Hinunterpurzeln am Hang. Am Nachmittag zwang uns dann schlechtes Wetter zurück zur Unterkunft, von nun Kartenkunde folgte. Abends machten wir uns dann erst ein-mal im Matratzenlager breit.

Dritter Tag:

Die Nacht über gab es dann in den höheren Lagen Neuschnee. Endlich ging es zu den Ausläufern des Taschachferners und auf das Eis. Wir erlernten Grundlegendes zum Gehen mit Steigeisen. Nach mehreren Stunden und verschiedensten Übungen ging es dann an das Setzen von Eishaken/Eisschrauben. In Dreier-Seilschaften ging es den Gletscher hinauf zum ersten Eisbruch. Langsam arbeiteten wir uns Seillänge für Seillänge bergauf. Je weiter wir kamen, desto steiler wurde es und so manch einer war froh das dichter Nebel die Aussicht nach unten verdeckte.

Zum Problemchen wurde der Nebel dann allerdings im Eisbruch, da sich dahinter der Ausstieg befand und jeder pünktlich zum Abendessen daheim sein wollte.
Der Weg durch den Eisbruch war nicht mehr ersichtlich, und so suchte Udo letztendlich den Weg und lotste uns hindurch. Dieser Tag war ohne Zweifel der beeindruckendste gewesen, verbunden mit einer Unmenge von vermitteltem Wissen.

Vierter Tag:

Das Wetter am Vormittag war miserabel und außer den Teilnehmern des Bergführerlehrgangs verließ keiner das Haus. Während wir am Matratzenlager die Ausbildung fortsetzten (Kartenkunde, Knotenkunde, Übungen zur Spaltenbergung, etc.) hatte man immer wieder eine gute Sicht auf den Taschachferner und unsere gestrige Route. Dort mühten sich nun die angehenden Bergführer ab und sie waren bei dem Wetter nicht zu beneiden. Nachmittags ging es nach draußen, wo wir weitere Übungen zur Spaltenbergung unternahmen. Unterbrochen wurden wir nur durch ein Erdbeben der Stärke 5,2 auf der Richter-Skala.

Fünfter Tag:

Das heutige Ziel heiß Spaltenbergung. So ging es nach einer etwa einstündigen Wanderung weiter in Dreier-Seilschaften hinauf über einen stark verfirnten Gletscher (42 Grad) in Richtung Urkund Sattel. Ober erwarteten uns dann die Gletscherspalten. Udo suchte uns natürlich gleich die größte und vor allem tiefste Spalte heraus. Da wir nicht wußten, wie das Wetter werden sollte, beeilten wir uns. Nachdem jeder einmal alle Positionen besetzt hatte, zwangen uns die herannahenden Regenwolken wieder bergab.

Sechster Tag:

Am Donnerstag ging es dann in zweiten Eisbruch, wo die Ausbildung im Gletscherbereich stattfand. Die Ausbildung im Steileis, besonders das Begehen von Steilwänden mittels Frontzackentechnik, wurde erfolgreich geübt und bereitete uns eine Menge Spaß. Abends wurde die Tour für den nächsten ‘Tag geplant. Obwohl die Wildspitze in greifbarer Nähe schien und immer wieder aufs Neue lockte, so mußte doch ein anderes Ziel erhalten.

Siebter Tag:

Trotz guter Planung der für Freitag angesetzten Tour, ging sie dennoch im Schnee unter. Denn über Nacht war die Schneegrenze bis auf 2.000 Meter gefallen und hatte uns die Abschlußtour vereitelt. Wir entschieden uns letztendlich einen Tag früher abzusteigen und nach Hause bzw. weiter zu fahren. Während des Abstiegs halfen wir dann noch beim Heruntertreiben von Kühen.

Insgesamt war der Eiskurs erfolgreich. Wir lernten viel und der Unterrichtsstoff konnte in Halbtagestouren vermittelt werden.

Timo Liesenfeld

Kategorie: Ausbildungsberichte

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