Freizeit im Durance-Tal

| 30. August 2002

Camping- und Erlebnisfreizeit 2002 der Familiengruppe in Frankreich im Durancetal

Die Familiengruppe, bisher immer wohlbehütet in Hütten untergebracht, ging zum ersten Mal das Wagnis ein, eine Sommerfreizeit auf einem Zeltplatz zu verbringen. Wagnis deshalb, da die Infrastruktur, sprich gemeinsames Kochen und Essen für eine Gruppe von 7 mal 4 Teilnehmern ohne die sonst üblichen Einrichtungen improvisiert werden musste, einige Familien noch nie zelten waren und das Wetter einen besonders hohen Anteil am Gelingen der Freizeit haben sollte.
Eben jenes hatte uns im Vorfeld dann auch direkt einen Strich durch die Rechnung gemacht: Regengüsse, Überschwemmungen und Kälte in unserem Feriengebiet stellten kurzzeitig die gesamte Freizeit in Frage. Wir wechselten kurzerhand den Campingplatz von 1.800 hm im Ecrins-Nationalpark gegen eine Anlage im Durancetal, die nur auf 1.000 hm lag und nebenbei noch den Vorteil eines Badesees besaß. Schon bereits am Anreisetag setzte sich die Sonne durch und erste Unerschrockene wagten sich nach dem Zeltaufbau zum Schwimmen in den See.

Der Ecrins-Nationalpark in Frankreich war in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes für uns und mit den bisherigen Urlauben der Familiengruppe nicht vergleichbar. Zum einen war es unser entferntestes Ziel einer Sommerfreizeit und ideal kombinierbar mit einer Woche Badeurlaub am Mittelmeer oder Urlaub in der Provence. Zum anderen war er an Vielfältigkeit kaum zu übertreffen: abenteuerliche Klettersteige, Kletterfelsen in allen Schwierigkeitsgraden, Gletscher und Wasserfälle und umsäumt von einer wilden, eiskalten Durance.

Dementsprechend vielfältig war unser Programm:

Den zweiten Tag ließen wir locker angehen: eine kleine Wanderung vorbei an Murmeltieren zur Festung Mont Dauphin, etwas Kultur, Töpfermarkt oder Eisessen und ein großartiger Ausblick auf die Bergkulisse. Ein besonderes Highlight für Jung und Alt war am Abend ein begeisternd schönes Feuerwerk über unserem See.

Am dritten Tag wurde es dann ernst, für einige von uns stand ihr erster Klettersteig an. Angeboten war eine leichte, sehr abenteuerlich um und über einen Bach herum verlaufende Tour am Vormittag sowie am Nachmittag ein deutlich anspruchsvollerer Klettersteig für Geübte. Gudrun und Heino Loichen führten beide Touren und ermöglichten so jedem Kind bzw. Elternteil sich nach eigenem Können oder Mut zu versuchen. Ein gewaltiges Gewitter mit Regenschauern am Abend und in der Nacht forderte auch etwas Mut für die Kleinsten unter uns und für Campingneulinge.

Am vierten Tag wanderten wir einen schattigen, felsigen Pfad entlang zur Caccade de la Pisse, einem nicht nur dem Namen nach beeindruckenden Wasserfall. Die matten Füße (und manch heißer Kopf) fanden Erfrischung im glasklaren, eisigen Wasser eines Gebirgsbaches. Zurück auf dem Campingplatz gab es das allabendliche Fußballmatch zwischen Jung und Alt, welches leider selten ohne Verletzungen blieb. Irgendwie bekam jeder mal sein Fett ab …

Der fünfte Tag wurde auf und in der Durance verbracht: beim Rafting mit Gummibooten, eingeschnürt in Neoprenanzügen kam keiner zu kurz: Stromschnellen, Wasserschlachten und wildeste Piraterie hinterließen so manche bleibende Erinnerung.

Weitaus ruhiger geing es am selben Tag bei einem aufschlussreichen Besuch des Heimatmuseums über das örtliche Holzhandwerk zu.

Den sechsten Tag haben wir in Ailefroide im Fels verbracht: im Klettergarten konnten alle von uns – ob klein oder groß – ihre Grenzen erklettern, manch einer auch darüber.

Am siebten Tag wurde nochmals geklettert: 2 Klettersteige unterschiedlicher Kategorie standen auf dem Programm. Geklettert wurde in gemischten Seilschaften jeweils abwechselnd Groß und Klein. Und waren die Ärmchen mal zu kurz, dann wurde nachgeholfen: entweder zog man mit vereinten Kräften das Seil herunter oder die/der Jüngste wurde raufgezogen. Es kamen aber alle an.

Der achte Tag war zugleich der Tag der Trennung: einige von uns wagten noch den Aufstieg zum nahe gelegenen Gletscher Glacier Blanc, für die meisten jedoch war es der Tag der Heim- bzw. Weiterreise.

Zurück bleiben wunderschöne Erinnerungen an einen gelungenen Urlaub verbunden mit einem dicken Dankeschön an die Macher: Familie Eberhardt, sowie Familie Loichen. Mit dabei waren außerdem die Familien Gügel-Zittermann, Kratzenberg, Krüger, Weber sowie Collin.

Familie Collin

Kategorie: Familiengruppe

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