Die Ettringer Lay bietet fast „alpine“ Bedingungen und lockt die Kletterer ins Hochsimmerland

| 3. Mai 2001 | Keine Kommentare

„Es ist schon ein tolles Gefühl, in diesem herrlichen Gelände zu klettern“, erklären Thomas Blumenberg und Bernd Schmeißer vom Alpenverein Koblenz. „Hier finden wir die idealen Bedingungen vor.“ Vor 15 Jahren hatten sie und ihre Kameraden bei einem Dia-Abend Bilder der Ettringer Lay gesehen. Damals stand sofort fest: „Das ist das, was wir suchen.“

ETTRINGEN. Einige Steinwürfe vom Eifelort Ettringen entfernt, im Vulkanpark gelegen, dort wo früher das Klingen der Steinmetzhämmer ertönte, sind sie nun in Aktion, die Aktiven des Alpenvereins Koblenz. Klettergarten nennen sie die Gruben liebevoll, denn dieses Areal, einem riesigen Garten gleichend, bietet ihnen die idealen Möglichkeiten des Klettertrainings. An schönen Wochenenden sind es fast an die 100 Klettersport-Begeisterte, die für den wandernden Zuschauer, Ameisen gleich, in den steilen Wänden hängen, abgesichert von ihren Kameraden.

Die raue Schönheit der Ettringer Lay mit ihren in den Himmel strebenden Basaltsäulen bietet seit nunmehr 15 Jahren den Bergsport-Begeisterten eine Kletterheimat für ihren „Tanz in der Vertikalen“. Für den ambitionierten Alpinisten liegt die Besonderheit der Ettringer Lay in der Struktur der Basaltsäulen, die hier bis zu 25 Meter kompakt in die Höhe schießen und zwischen ihren glatten Oberflächen Rissstrukturen in allen Variationen einschließen.

„Eine solche Felsstruktur“, weiß Thomas Blumenberg zu berichten, „findet man vornehmlich im Urgestein der großen Gebirge unserer Erde vor. Zum Beispiel in den Westalpen, dem Mont-Blanc-Massiv, den Trango-Türmen, dem Fitz-Roy-Massiv, Feuerland, El Capitan, Yosemiti Valley, in Kalifornien, Grönland, Kanada oder Madagaskar.“ Dieses macht die Einzigartigkeit dieser Ettringer Lay aus der Sicht der Alpinisten aus. Hier kommen sie aus ganz Deutschland hin, um sich auf ihre weltweiten alpinen Unternehmungen vorzubereiten.

In Anfangszeiten entsprach das Ambiente des Geländes einer heruntergekommenen Müllkippe. Doch da wurde viel getan. „Die Kletterer packten kräftig mit an“, informiert Fritz Mangartz von der Vulkanpark GmbH. „Gemeinsam mit den Männern der Feuerwehr haben wir alles gesäubert. Tolle Burschen, wir sind froh, dass wir sie im Gelände haben“, so der Geologe. Eine Attraktion für Ettringen und die Verbandsgemeinde Mayen-Land? „Eine Attraktion ja, mit dem gesamten Umfeld, der „Historischen Lay“, freuen sich Bürgermeister Dr. Alexander Saftig und Ettringens Ortsbürgermeister Udo Mühlhausen.

„Wir würden uns freuen“, so die Kletterexperten, „wenn vielleicht eine urige ,Leyerhütte‘ zur Einkehr einladen würde. So richtig mit kleinen Mahlzeiten im Kachelchen, wie es früher dort war. Platz wäre genügend vorhanden und die Zuschauer hätten die ganze Kletterwand im Blickfeld. Das wäre eine echte Bereicherung, die sicherlich von vielen genutzt würde.“

Bernd Schmitz

Rhein-Zeitung vom 03.05.2001

Kategorie: Presse

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