Die Bergsteigergruppe auf Ötzis Spuren oder Hüttentour zu Corona Zeiten

| 4. Oktober 2020 | Keine Kommentare
Auf Ötzis Spuren
oder …..
Hüttentour zu Corona Zeiten

Am Morgen des 15.08.2020 trafen wir uns in Ehrenbreitstein, um gemeinsam ins Schnalstal zu fahren. Dort startete unsere Bergwoche.
Die Gruppe bestand aus Norbert, Conny, Stephan, Elisabeth, Frank und Jutta. Stephan und Frank waren zum erstem Mal dabei.

Nachdem wir im Schnalstal beim „Kurzras“ angekommen waren, wurde schnell entschieden: Wir steigen die 800 hm hinauf zur Bella Vista (2845m), die Gondel brauchen wir nicht.

Die Gruppe am Start im Schnalstal

Dort angekommen wurden wir herzlichst empfangen. Sogar eine Sauna bot man uns an. Die ganz großen Augen kamen schließlich beim Abendessen. An diesem Abend, es war immerhin Ferragosto, ein ganz großer Feiertag in Italien, servierte man uns ein 5-Gänge-Menü. Jeder Bissen ein Traum. Da durfte auch der spätere Kaffee mit einem Grappa, nicht fehlen. Wir waren immerhin in Italien – und das heißt gutes Essen und „Dolce Vita“.

Eingang der Bella Vista

Am Sonntagmorgen brachen wir zeitig bei schönem Wetter ins „Hintere Eis“ (3.269m) auf. Der Weg führt über Block- und Schutthänge mäßig steil bergauf. Vom Gipfel bot sich eine umfassende Rundsicht. Der kleine Gipfel „Hinteres Eis“ steht frei über dem großen Hintereisgletscher im Norden und dem Hochjochferner im Süden. Der eindrucksvolle Eisstrom des Hintereisferners war von dort oben wunderschön zu sehen. Unser Blick ging von der Weißkugel bis zur Wildspitze. Auf der anderen Seite die formschöne Finailspitze (3514 m), die auch noch unser Ziel werden sollte. Alle waren begeistert.

Grandiose Ausicht

Wieder auf der Bella Vista angekommen, genossen wir, wie sollte es auch anders sein, das Dolce Vita und ein gutes Südtiroler Essen.

Dolce Vita


Am Nachmittag wanderten wir ganz gemütlich zum Hochjochhospitz, welches im Rofental liegt

Montagmorgen trennte sich die Gruppe. Norbert und Elisabeth nahmen den Wanderweg zur Vernagthütte, die restliche Gruppe stieg auf zu den Guslarspitzen (3128 m) und von dort aus weiter zur Vernagthütte. Den Rückweg zum Hochjochhospitz trat die Gruppe gemeinsam an.

Hochjochhopsitz


Der Dienstagmorgen sah wettermäßig nicht vielversprechend aus. Die Gruppe entschied in Vent ein Eis zu essen, außer Stephan und ich. Wir nahmen im Nebel und Schneetreiben den Weg über Saykogel (3335 m) zur Martin Busch Hütte. Dabei hofften wir auf das versprochene „Wetterfenster“.
Mir war schon etwas mulmig, als es zur Kletterei über den Grat ging. Das Gestein schien recht brüchig und es verlangte volle Konzentration, damit jeder Schritt und jeder Handgriff saß. Stephan sah das ganz einfach, „geh da weiter, wo es dir am einfachsten erscheint.“

Kurz vor der Martin Busch Hütte kam dann auch das versprochene Wetterfenster. Schließlich begrüßte uns die Sonne. Am späten Nachmittag trafen auch Conny, Norbert, Elisabeth, Frank und Norbert auf der Hütte ein. Sie erlebten einen schönen Tag beim Abstieg durchs wunderschöne Rofenatal und Wiederaufstieg durchs Niedertal. Aufgrund eines Felssturzes an der Talleitspitze war der Forstweg gesperrt, wodurch sie einige Höhenmeter mehr machen mussten.

Mittwochs stand eine Tagestour mit leichtem Gepäck auf dem Plan. Wir stiegen auf die Kreuzspitze (3457m), den Hausberg der Martin Busch Hütte.

Kreuzspitze
Brizzisee

Der Weg durch Geröll und Urgestein war recht steil und mühsam, erst zu einem Sattel und über die Gratschulter zum aussichtsreichem Gipfel.
Beim Abstieg machten wir einen Abstecher zum Brizzisee, wo wir eine längere Rast einlegten.

Auf der Martin Busch Hütte angekommen, wartete bereits mein Bruder Jürgen auf uns. Er wollte donnerstags mit uns auf die Finalspitze gehen.

Martin Busch Hütte

So starteten wir am Donnerstag von der Martin Busch Hütte und folgten der Beschilderung „Similaunhütte“ durch das Niedertal bis zur Abzweigung zur Ötzi Fundstelle. Das Denkmal steht am Tisenjoch (3210 m).
Leider spielte das Wetter nicht mit und wir verzichteten auf den Aufstieg zur Finalspitze.

Ötzi Denkmal

So fuhr Jürgen wieder nach Hause ohne auf der Finalspitze gewesen zu sein. Trotdem hatten wir einen schönen gemeinsamen Tag miteinander.

Foto fürs Familienalbum

Für uns ging es jetzt über Blockwerk, Geröll und seilversichtete Passagen über den schmalen Grat des Jochköfel zur Similaunhütte (3016 m).

Seilversicherte Passagen

Donnerstagabend trafen wir uns mit Didi, unserem Bergführer. Wir verbrachten den Abend in einer lustigen Runde. Didi ging das alles ganz relaxed an. Er machte klare Ansagen für die nächste Tour. Von der Simelaun Hütte starteten wir am Freitagmorgen den Höhepunkt unserer Bergwoche – die Besteigung des Simelauns.

Freitagmorgen!!! Das Wetter konnte nicht besser sein. Keine Wolke am Himmel. Der Simelaun lag vor uns und wir waren bereit. Leider konnte Elisabeth nicht mit, da sie sich nicht wohlfühlte.

Fertig gekleidet und gestiefelt starteten wir um Punkt 7 Uhr. Am Gletscherfuß angekommen ging es in die Steigeisen und wir teilten die Seilschaft auf. Didi mit Frank und Norbert, Stephan mit Conny und mir.
Schritt für Schritt ging es den Gletscher hinauf, zum Schluss über Fels mit kurzen Kletterpassagen.

Dann standen wir am Gipfel des Silmelauns (3555m). Ein tolles Gefühl. Wir hatten genügend Zeit am Gipfel für die Betrachtung der Bergwelt. Didi erklärte uns die Gipfel. Die Sicht reichte bis in die Bernina Gruppe. Auch die Marmolada konnten wir sehen. Wir hatten das Gefühl einen Blick auf alle Gipfel der Alpen zu haben. Nach einer kleinen Stärkung machten wir uns auf den Rückweg.

Auf der Hütte angekommen gab es erst mal einen Willi für alle. Nachdem wir uns gestärkt hatten und noch in gemütlicher Runde zusammen gesessen haben, stiegen wir den langen Weg zum Vernagt See ab.

Es war mal wieder eine sehr schöne Woche mit der Bergsteigergruppe. Ich freue mich aufs nächste Jahr.
Jutta

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Kategorie: Allgemein, Bergsteigergruppe

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