Bergtour ins Lechquellengebirge

| 29. September 2019 | Keine Kommentare

In der BergPostille hatte ich eine gruppenübergreifende Tour in ein Gebiet ausgeschrieben, in dem der Lech seinen Ursprung nimmt. Schnell war die Teilnehmerzahl erreicht und ein Vortreffen zum Kennenlernen war vereinbart. So traf ich mich mit Christiane, Ilka, Hilde, Helga, Bettina und Klaus zu einer gemeinsamen Wanderung zum Kühkopf. Bei einem anschließenden gemütlichen Beisammensitzen besprachen wir die Hüttentour. Schnell wurde klar: Die Gruppe passt gut zusammen.

Wir starteten unsere Tour an einem Mittwoch in Lech am Arlberg. Ein Taxi brachte uns nach Landsteg. Bei strahlendem Sonnenschein stiegen wir von hier zur Biberacher Hütte auf (Bild1). Sie befindet sich am Schadonpass im hinteren Bregenzer Wald. Wir ließen uns Zeit, schauten uns immer wieder die

Bild 1

Berge an und genossen bei einer längeren Pause die Sonne. Dabei beobachteten wir ein Murmeltier, welches am Wegesrand auf einem Stein liegend die Sonne ebenso genoss wie wir. Es sollte laut Wetterbericht der letzte schöne Tag sein. Auf der Hütte angekommen belegten wir erst einmal unserer Zimmer, bevor wir es uns vor der Hütte gemütlich machten und einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachteten (Bild 2).

Bild 2

Am Donnerstag ging es gut gestärkt auf die 2. Etappe. Zuerst führe uns der Weg zur Litehütte und weiter hinab in den Metzgertobel. Dort überquerten wir eine Brücke über den Lutzbach um anschließend seilversichert (Bild 3) wieder kurz aufzusteigen.

Bild 3
Bild 4

Kurz darauf erreichten wir den Talschluss des Großen Walsertals. Beim Aufstieg über die Untere zur Oberen Alpschellaalpe trafen wir auf Schottische Hochlandrinder (Bild 4) die zu einer großen gutmütigen Rinderart gehören. In der Oberen Alpe legten wir eine kurze Rast ein. Während wir in der gemütlichen Stube saßen kochte Anna, die Sennerin, uns einen Kaffee und Walter, der Senner, brachte unsere nassen Schuhe und Jacken in die Küche, um sie dort am Holzofen zu trocknen. Über diese große Gastfreundlichkeit freuten wir uns sehr. Auf dem Weg zum Gamsbodenjoch überraschte uns ein starker Regen, der auch noch in Schnee überging. Wir waren froh als wir die Göppinger Hütte erreichten, die sich auf einem einzigartigen Hochplateau in einer Karstlandschaft befindet. Trotz des widrigen Wetters beobachteten wir noch eine Herde Steinböcke, die auf einem Felsen vor der Hütte standen. In einem gut geheizten Trockenraum konnten wir unsere nassen Wandersachen aufhängen. Danach trafen wir uns in der behaglichen Stube um den Tag ausklingen zu lassen.

Freitagmorgen lag viel Schnee. So entschieden wir uns für die Talvariante um zur Freiburger Hütte zu gelangen. Dazu stiegen wir zur Oberen Älpele ab (Bild 5).

Bild 5
Bild 6

Im Gasthof legten wir zum Aufwärmen eine kurze Rast ein. Auch den Kühen schien es ungemütlich geworden zu sein und waren bereits auf dem Weg ins Tal. Von hier aus wanderten wir zur Unteren Älpele in deren unmittelbaren Nähe sich die beiden Quellbäche des Lechs, der Formarinbach und der Spullerbach (Bild 6), vereinen. Kurz vor unserem Ziel gerieten wir mitten in einen Almabtrieb. Einer der Senner erzählte uns, dass sie in diesem Jahr die Kühe ca. 2 Wochen früher als gewöhnlich von den Bergweiden ins Tal bringen, da mit sehr frühem Schnee gerechnet wird. Wir erreichen die Freiburger Hütte (1.918m) die herrlich oberhalb des Formarinsees liegt.

Auch am Samstag wählten wir eine alternative Variante zur Ravensburger Hütte. Unser Weg führte zurück zur Formarinalpe und über den Alpboden auf dem Lechweg zur Tannlägerbrücke. Ab hier wanderten wir entlang des Spullerbaches durch eine wunderschöne Landschaft zum Spullersee. Immer wieder wechselten wir die Bachseite über kleine Brücken und Leitern (Bild 7)

Bild 7

Wir freuten uns jedes Mal wenn die Wolken aufrissen und uns den Blick auf die reizvolle Bergwelt freigaben (Bild 8). Kurz vor der Hütte hatten wir noch mal einen kurzen steilen Anstieg zu bewältigen. Die Ravensburger Hütte ist ein urige, gemütliche Hütte. Wir waren einstimmig der Meinung, es ist die schönste Hütte auf dieser Tour.

Bild 8

Ein Blick aus dem Fenster am Sonntag: Es lag wieder Schnee. Am letzten Tag wollten wir nach Lech absteigen. Aber erst ging es über einen schneebedeckten Pfad hoch zum Stierlochjoch (Bild 9). Ab dort ging es bergab entlang des Stierlochbaches, wo wir noch einen wunderschönen Wasserfall betrachten konnten. Wieder im Tal angekommen ließen wir auf dem herrlich angelegten Lechweg unsere Tour locker ausklingen.

Bild 9

Fazit unserer fünftägigen Rundtour: Faszinierend die mächtigen Berge, das satte Grün der Wiesen und der ständig wechselnde Himmel. Von den Facetten des Wetters ließen wir uns dagegen nicht sonderlich beeindrucken. Spannend war es aber trotzdem.

jutta

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Kategorie: Allgemein, Ausbildung, Ausbildungsberichte

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