Bergtour durch die Tuxer und Zillertaler Alpen im August 2019

| 24. Oktober 2019 | Keine Kommentare

Wanderung auf einem Teilstück des München-Venedig-Wegs

Samstag, 24.08.19

Um 4:40 Uhr fahren Andrea, Werner und Markus mit dem Zug von Montabaur nach Hall in Tirol mit 3x umsteigen. Bei warmem Wetter und Sonnenschein erreichen wir in Hall den Bus, der uns zur Talstation der Glungezer Bergbahn bringt. Diese führt mit einmal umsteigen bis zur Bergstation, wo wir mit freundlichen Worten empfangen werden. Weiter geht’s die letzten 600 Höhenmeter in 1,5 Stunden über das Tulfeinjöchl. Wir gehen den Panoramaweg, der uns schöne Blicke auf den Karwendel bietet (Bild 1), später auch ins Voldertal auf der linken Seite.

Auf der Glungezerhütte, (2.610m) checken wir in Ruhe ein in ein Fünferzimmer. Dabei gibt es traditionell einen Schnaps, dieses Mal einen Willi. Später gibt es Apfelstrudel und Kaffee.

Das Abendessen wird um 18:30 Uhr gereicht. Es gibt schmackhaftes Essen mit Nachtisch. Wir reden noch über die Tour und lauschen später den Worten des Hüttenwirts, der uns auf einer nahegelegenen Anhöhe in leichtem Regen das Wetter und die Wege für den morgigen Tag erläutert. Wie so oft soll es morgens schön sein und nachmittags eventuell Regen, also früh aufstehen am nächsten Tag. Um 21:00 Uhr geht’s zufrieden ins Bett.

Sonntag, 25.08.19

Um 5:45 Uhr ist die Nacht zu Ende. Es hat geregnet, jetzt ist es trocken. Prima so! Wir nehmen ein kräftiges Frühstück, fast so wie im Hotel. In der Luft hängen ein paar Wölkchen, es sieht nach einem guten Tag aus. (Bild 2 – Blick ins Inntal nach Innsbruck, links der Patscherkofel mit Sendemast)

Um 6:55 Uhr ziehen wir los in Richtung Glungezer Gipfel. Es ist unser erster von sieben Gipfeln (seven summits). Die Gebirgskette wird sichtbar. Bis zur Kreuzspitze sollten wir in drei Stunden kommen. Wir haben das Gefühl, Gas geben zu müssen, damit wir am Ende unser Tagesziel erreichen können. Es geht auf und ab und das Gehen ist anstrengend, zum einen wegen der Höhe (ca. 2.700m) und zum anderen wegen der Struktur des Weges.

Wir sehen Sommerhühner (im Winter sind es Schneehühner), die auf den Steinen fast nicht sichtbar gut getarnt sind. Außerdem gibt es Kühe, Schafe, Murmeltiere und Dohlen.

In der Lizumer Hütte (2.019m) können wir bei bestem Wetter draußen ein erstes Getränk und den ersten Kaiserschmarrn zu uns nehmen, der ausgesprochen gut ist. Eine Herde Kühe wird zum Melken aus der Hochebene in den Ort getrieben, fast wie beim Almabtrieb.

Wir nehmen gerne die warme Dusche und waschen unsere Kleidung. Auch hier gibt es um 18:30 Uhr Abendessen.

Montag, 26.08.19

Der Tag beginnt gemütlich mit einem leichten Anstieg bis zum Talende.

Es geht steil bergauf zum Pluderlingsattel. Oben angekommen (2.854m) bietet sich ein herrliches Panorama mit Fernblicken in alle Richtungen. (Bild 3)

Dort hätte man Stunden verbringen können. Wir wollen dann doch weiter und steigen ab. Dabei umrunden wir halb den Junssee, der auf unserer linken Seite unser Begleiter ist. Weiter geht es zum gut sichtbaren Gschützspitzsattel, dabei überqueren wir eine grüne Ebene, die Toten Böden. Auf dem Sattel angekommen haben wir erneut einen Superblick in die Gebirgswelt (Bild 4). Vor uns taucht der Tuxerferner-Gletscher auf, zumindest das, was davon noch übrig ist. Seine ursprüngliche Größe ist kaum zu erahnen. Vier Stunden haben wir bis hierher benötigt. Das Tuxerjochhaus (2.313m), unser heutiges Ziel, ist bereits sichtbar.

Wir sind prima in der Zeit und gönnen uns eine ausgiebige Pause (Bild 5). Wir erkennen ganz tief unten eine Talebene, die wir durchlaufen und natürlich auf der anderen Seite wieder hinaufmüssen.

Das Essen ist mäßig. Nebel zieht auf, der gegen 21:30 Uhr schon fast wieder weg ist.

Dienstag, 27.08.19

Nach dem rationierten Frühstück um 7:00 Uhr geht es zu Fuß hinunter zur Talstation der Seilbahn. Für 13 € bringt uns die Gondel zum Fernerhaus, das etwas oberhalb vom Spannagelhaus liegt. Wir steigen danach leicht ab, um auf den Weg zu kommen, der uns zur Friesenbergscharte führt, die mit 2.910m die höchste Stelle des München-Venedig-Wegs darstellt. Über wenige kleine Schneefelder und viele Steine erreichen wir ohne Schwierigkeiten die Scharte. Auf der anderen Seite geht es steil hinunter. (Bild 6 – Der erste Blick auf die andere Seite der Scharte Richtung Süden und unten am See das Friesenberghaus )

Der Hohe Riffler, das Friesenberghaus und der Schlegeisspeicher sind bei sommerlichen Bedingungen gut sichtbar. Nach dem Abstieg haben wir noch viel Zeit und machen einen Abstecher zum Petersköpfl (2.679m). Anfangs ist der Weg unangenehm, später macht das Laufen auf sehr gut präpariertem Blockgestein richtig Spaß. Das Persköpfl ist eine Bergkuppe und übersät mit sorgsam aufgestellten Steinfiguren. (Bild 7)

Man fühlt sich wie in einer anderen Welt, ein wenig mystisch. Nach ausgiebiger Rast und Berge gucken steigen wir in kurzer Zeit zum Friesenberghaus (2.489m) ab. Wir können ein windgeschütztes, sonniges Plätzchen finden und bleiben lange draußen sitzen.

Mittwoch, 28.08.19

Heute geht es zum Hohen Riffler (3.231m), nur so zum Vergnügen, denn wir wollen ja am Abend in der Olperer Hütte Quartier beziehen. Das Wetter ist leicht bewölkt, was uns gut passt. Bei einer Ebene auf 3.000m bleiben Werner und Markus sitzen und freuen sich, wie Andrea leichtfüßig loszieht, dem Gipfel entgegen auf einem immer schwieriger werdenden Parcours. Wir genießen derweil den Ausblick auf die gegenüberliegenden Berge mit einer tollen Wolkenformation. (Bild 8)

Nach einer Pause machen wir uns auf zur Olperer Hütte über den Höhenweg und über Blockgestein und kleine Schneefelder. Wir lassen das Friesenberghaus unter uns links liegen und streben auf annähernd gleicher Höhe bei passendem Wetter der Terrasse derHütte entgegen.

Wir sind überrascht vom Publikum auf der Hütte. Es sind offensichtlich viele Tagesgäste, teilweise mit kleinen Kindern, Babys und Hunden unterwegs. Für Kinder ist die Hütte interessant. U.a. gibt es vierzig Hühner.

Wir beziehen Zimmer 6 und duschen für 3 € vier Minuten lang. Auf der Terrasse genießen wir in der Sonne Topfenstrudel und Kakao. Zum Abendessen gibt es Kürbissuppe, Rinderbraten, Püree und Sauerkraut und zum Nachtisch leckeren Schokoladenkuchen. Wie so oft gehen wir um 21:00 Uhr ins Bett. Der letzte Blick geht in die Berge. Es sind keine Lichter zu sehen.

Donnerstag, 29.08.19

Wir haben viel Zeit und können bis 7:00 Uhr schlafen. Nichtwanderer werden fragen: „Häh,

7 Uhr und lange schlafen“? Die Feuchtigkeit liegt noch hier und da in Wolken über den Bergen. (Bild 9)

Nach dem Frühstück geht es auf die Neumarkter Runde, ein Rundweg, der uns zuerst zum Schlegeisspeicher führt und nachher wieder im großen Bogen zur Hütte zurück, 500hm in 5 Stunden. Der Weg ist insbesondere auf der Höhenlage sehr gut ausgebaut und prima zu gehen. Den nehmen wir auch am Folgetag. In der Hütte angekommen genießen wir ein Mittagessen in der Sonne. Die Wolken ziehen sich langsam zu. Es fängt später an zu regnen, aber natürlich sind wir wieder trocken in unserer Hütte.

Freitag, 30.08.19

Wir haben Zeit und beeilen uns nicht. Das Wetter ist wieder gut zu uns mit wenigen Wolken. Nach dem Frühstück machen wir uns auf zum Höhenweg, den wir bereits gestern getestet haben. Wir genießen nochmal die Blicke in die Berge und den guten Weg. Wir wissen, dass wir ins Tal absteigen müssen. Der erste markante Punkt ist das Pfitscherjoch und das Pfitscherjochhaus. Doch bevor wird dorthin kommen, machen wir eine allerletzte Pause auf dem Höhenweg an einer schönen Stelle mit einem großen Steinturm.

Am Pfitscherjochhaus (2.275m) gibt es die nächste Pause und einzige Einkehr an diesem Tag. Von nun an geht’s bergab. Wir hätten nicht gedacht, dass es noch so weit hinuntergeht. Bis nach Stein, dem ersten Ort in der Zivilisation verlieren wir nochmals 800 Höhenmeter. Ziel ist die Bushaltestelle Angerhöfe zwischen Stein und St. Jakob. Wir müssen nur 15 Minuten warten, bis der Bus kommt und uns nach Sterzing an den Bahnhof bringt. In einem Hotel genießen den Wellnessbereich und das gute Essen sowie die Freundlichkeit, uns am nächsten Tag noch zum Bahnhof zu bringen. Dann geht es mit dem Zug über den Brenner nach Hause. Eine schöne Woche ohne Regen mit vielen tollen Eindrücken geht zu Ende.

Text und Bilderauwahl: Markus

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Kategorie: Allgemein, Bergsteigergruppe, Gruppen

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