Aufbaukurs „Fels / Eis“ 2007

| 15. Juni 2007

Bericht über den Aufbaukurs Fels / Eis 2007 im Dachstein Gebirge. Der Kurs fand wie in jedem Jahr auf der Simonyhütte statt und hat allen großen Spaß gemacht. Lesen Sie selbst.

Nach dem Vortreffen stand eindeutig fest, dies sollte eine Woche voller neuen Erfahrungen und Eindrücke werden. Kennen lernen mussten wir uns ja eigentlich kaum, da die meisten von uns kurz vorher den Alpinen Grundkurs absolviert hatten und uns somit auch die Ausbilder Gerd, Klaus und Friedhelm hinlänglich bekannt waren! So verteilten wir uns am 23.06. auf drei Autos und brachen – die einen früher die anderen später – gegen 3.00 Uhr von Koblenz auf in Richtung Dachsteingebirge. Gegen Mittag trafen wir uns dann an der Talstation der Krippensteinbahn um die ersten 1.300 Hm mit eben dieser Bergbahn zu überwinden. Das Wetter hatte uns schon bei der Abfahrt mit Regen verabschiedet, zeigte sich aber auf der Bergstation weitaus freundlicher.

Auch in den folgenden Tagen sollte dieser Wechsel aus Sonne, Regen und sogar Schnee unser ständiger Begleiter sein. Nun hieß es aber erst einmal die noch zusätzlich mit Ausrüstung der Allgemeinheit bepackten, ohnehin schon viel zu schweren Rucksäcke noch mal 500 Hm zur Simonyhütte empor zu schleppen. Wohl dem der hier schon über ausreichende Bergerfahrung verfügt und weiß wie schwer alles Überflüssige sein kann!

Man lernt immer noch dazu. Nach 4 Stunden Anstieg und einigen kleinen Kraxeleien standen wir am Eingang unserer Unterkunft für die nächsten 7 Tage. Eine modere Hütte die nach ihrem ansprechenden Äußeren auch im Hinblick auf die Verpflegung und Unterkunft alles hielt was sie versprach. Auch die von uns bezogene Unterkunft war durchaus geräumig. Da die Nächte doch sehr frostig waren fehlet auch nicht die hüttenübliche Diskussion in Sachen Fenster auf / Fenster zu.

Da die Wetterfrösche uns ab Mitte der Woche Abkühlung und sogar Schneefall prophezeiten begannen wir den ersten Tag direkt mit der Erkundung der nahen Klettersteige am Hüttenhausberg Schöberl (2.422m). Den Anfang machte der etwas leichtere Schöberl – Kamin-Pfeiler Steig (B/C). Nachdem alle Teilnehmer diese erste Hürde genommen hatten, nahmen wir den etwas anspruchsvolleren Steinbock Klettersteig (C/D) in Angriff. Der Rückweg erfolgte jeweils über den Südanstieg (A/B) der ebenfalls stellenweise seilversichert ist.

Für den darauf folgenden Montag sollte uns die Schlechtwetterfront erst am Nachmittag erreichen und so entschied sich unsere Führungstroika zu einer kombinierten Gletscher und Klettersteigtour die uns über den Hallstädter Gletscher zum Einstieg des Westgrat Klettersteiges (B) auf den Gipfel des Kleinen Koppenkarstein (2.832m) führen sollte.

Dieser Klettersteig wartete dann auch mit einer besonderen Attraktion, einer Dreiseilbrücke auf. Während dem Abstieg und Rückweg zog sich das Wetter immer mehr zu. Unmittelbar nach unserer Ankunft in der Simonyhütte erreichte uns dann das vorhergesagte Unwetter mit Temperatursturz, Regen und Schnee.

Auch am nächsten Morgen regnete es immer noch und so genossen wir erst einmal unser Frühstück. DaHängebrücke am Koppenkar es aber am frühen Vormittag wieder etwas trockener wurde entschieden wir uns für eine kleine Wandertour zum Wiesberghaus. Gerade dort angelangt begann es wieder zu schütten. Da nutzte auch eine ausgiebige Jause nichts – das Wetter wollte sich einfach nicht beruhigen und so konnten die Regensachen auf dem Rückweg mal zeigen, was wasserdicht so wirklich bedeutet!

Am darauf folgenden Mittwoch stand Gletscherausbildung auf dem Programm. Auch das Wetter hielt und so konnten wir ganz ungeniert die Hüttennahen Hänge mit unseren Rutsch- und Spaltenbergungsversuchen zerpflügen. Sichtlich den meisten Spaß hatten neben unseren Kursleitern, die vorbeiziehenden Hüttengäste.

So auf das Highlight der Woche vorbereitet starteten wir am nächsten Tag den ersten Versuch den Hohen Dachstein zu besteigen. Bereits auf dem Hallstädter Gletscher fing es an zu schneien. Am Einstieg des Dachstein-klettersteiges angekommen stellte sich jedoch heraus, dass dieser vereist war und es zu gefährlich ist den Steig unter diesen Witterungs-Bedingungen zu begehen. So wärmten wir uns in der nahen Dachsteinwarte auf und erreichten am frühen Nachmittag wieder die Simonyhütte.

Für den nächsten Tag war eine deutliche Wetterbesserung vorhergesagt und so starteten wir den Tag um 4:00 Uhr mit Stirnlampenfrühstück. Um 5:00 Uhr brachen wir geschlossen zum Hohen Dachstein auf. Am Einstieg des Dachsteinklettersteiges angekommen, mussten wir zunächst eine Zwangspause einlegen, da die Alpinwetterauskunft erst ab 9:00 Uhr zu erreichen ist. Nachdem Friedhelm von dort die Info erhalten hatte, dass uns ein sonniger Tag ohne jegliche Niederschläge bevorstand stiegen wir in den verschneiten Klettersteig ein. Noch vor Mittag erreichten wir über das letzte, nur mit Krampen gesicherte Stück des Klettersteiges, den Gipfel. Nachdem die sich Wolkendecke verzogen hatte gab sie uns einen einmaligen Blick auf das Dachstein-Gebirge mit wunderbarer Fernsicht frei – eine Belohnung für die geleisteten Mühen.

Erschöpft aber glücklich erreichten wir am frühen Nachmittag die Simony-hütte und stärkten uns erst einmal mit einigen Köstlichkeiten; Dampfnudeln und Apfelstrudel. Klar dass die Erlebnisse und das Geleistete der vergangen Woche, am Abend ausreichend begossen werden mussten („das hamma uns verdient“).

Mit etwas Wehmut bei herrlichem Sonneschein verabschiedeten wir uns am nächsten Morgen von der Simonyhütte und stiegen zur Kaserne Oberfeld ab, von wo aus wir dann wieder mit der Krippensteinbahn ins Tal fahren konnten.

So ging eine wunderschöne Woche im Dachsteingebirge zu Ende, die unsere Erwartungen in allen Punkten erfüllt hat, was wir nicht zuletzt dem kompetenten Dreigestirn Friedhelm, Klaus und Gerd zu verdanken haben.

Tobias Pein

Kategorie: Ausbildungsberichte

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