Anstatt nach Adamello in die Berchtesgadener Alpen (04.07.-12.07.20)

| 4. Oktober 2020 | Keine Kommentare

01_Wolfram, Susanne, Eberhard, Thomas

Der Plan, durch die Adamello Gruppe im Norden der Lombardei zu wandern ist wegen den Unberechenbarkeiten der Entwicklung der Covid-19 Pandemie dieses Jahr abgesagt worden. Auf der Suche nach einer Alternative haben sich Susanne, Thomas, Christian und Wolfram (Bild_01) bei Eberhard getroffen. Da Christian bei zahlreichen Bergtouren vergangener Jahre immer wieder von der einmaligen Schönheit der Berchtesgadener Alpen vorgeschwärmt hatte und von seiner Watzmannüberschreitung regelmäßig berichtet hatte, einigten wir uns schnell auf einen Plan B. Wir wollten die Berchtesgadener Alpen kennen lernen und waren gespannt auf die Bergtouren, die Christian mit uns wandern wird. Eberhard hat eine schöne Unterkunft in Schönau gefunden, Gaststätte Waldstein direkt an der Königsseer Ache. Von hier hatten wir die begehrten Ziele von Bergsteigern im Blick Watzmann und Hoher Göll. Nach der langen Anreise wollte Eberhard noch unbedingt einen Berg erklimmen. Er hat sich auch schon den Grünstein ausgeguckt und mit seinen Begleitern im Auto Thomas und Wolfram ging´s zu Fuß von der Unterkunft los an der Ache entlang, vorbei an der Königssee-Rodelbahn auf den Berg. Eberhard legte einen flotten Schritt vor. Das Wetter war prächtig und so war das Ziel bald erreicht, von dem wir herrliche Blicke auf die umliegende Berglandschaft hatten (Bild_02). Wir trafen beim Abendessen im Biergarten unserer Unterkunft Christian und stimmten die Bergtour für den nächsten Tag ab. Am Sonntag ging´s zu Fuß von unserer Unterkunft zur Talstation der Jennerbahn. Mit der Seilbahn war die Bergstation schnell erreicht und mit vielen Ausflüglern sind wir zum Jenner auf dem schmalen Steig hinaufgestiegen. Anschließend erklommen wir den Schneibstein (Bild_03) und haben unterwegs ausgiebige gerastet mit “KuNi (kurzes Nickerchen)“ (Bild_04). Über den Seeleinsee und Jause in der Königsbachalm kehrten wir zurück zu unserer Unterkunft, Christian blieb für ein längeres “KuNi“ zurück am Seeleinsee. In unserer Unterkunft war inzwischen Susanne eingetroffen, die über unsere bisherigen Unternehmungen informiert war und auch von einem Parkplatz auf den Grünstein gestiegen war. Da für den Montagnachmittag schlechtes Wetter angekündigt wurde, planten wir am Vormittag die Almbachklamm zu erkunden. Christian verabschiedete sich für den Tag von uns und kündigte an am Mittwoch den Watzmann überschreiten zu wollen, wer mitmöchte, solle sich bald entscheiden. Der Weg durch die Almbachklamm ist sehr sehenswert (Bild_05)  und mit dem Rückweg über die Wallfahrtskirche Maria Ettenberg hatten wir ein gut ausgefülltes Vormittagsprogramm. Leider hatte die Gaststätte bei unserer Unterkunft Ruhetag und so mussten wir uns eine anderer Einkehr suchen. Im Regen begaben wir uns auf die Suche, aber erfolglos, da die Kapazitäten der Lokale wegen Covid-19 ausgeschöpft waren. Aber ein Pizzaservice versorgte uns in der Unterkunft mit Essen und an flüssiger Nahrung fehlt es auch am Ruhetag in einer bayerischen Gaststätte nicht. Christian sahen wir anderen Tag kurz zum Frühstück und er ließ uns dann wieder ohne ihn seine Lieblings-Alpen erkunden. Eberhard hat eine Tour um den Watzmann vorgeschlagen. Mit einem Schiff voller Touristen ging´s über den Königssee nach St. Bartholomä. Von dort wanderten wir auf einsamen Wegen über den Schrainbachfall und – alm zur Sigeretplatte. Auf dem Steig zum Wambachgrieshaus blickten wir auf die Südseite des Watzmann und versuchten Bergsteiger auf dem Abstieg zu erkennen. Auf der Hütte hat Wolfram mit Leuten gesprochen, die den Watzmann überschritten und von guten Tour-Bedingungen berichtet hatten. Nach dem endlosen Weg zur Bushaltestelle Wimbachbrücke fuhren wir mit dem Bus zu unserem Quartier und ließen den Abend im Biergarten ausklingen. Christian blieb verschwunden, wahrscheinlich erlegen dem Almrausch in seiner geliebten Berchtesgadener Bergwelt. Für den nächsten Tag war bestes Bergwetter angekündigt und daher plante Wolfram die Watzmann-Überquerung. Da sich sonst niemand dies Unternehmen zutraute, wurde dies allein in Angriff genommen. Zum Startpunkt früh um 04:30 Uhr fuhr Eberhard Wolfram zum Parkplatz Hammerstiel unterhalb vom Grünstein. Über das Watzmannhaus mit Frühstückspause ging es weiter zum Hocheck mit einem übervölkerten Gipfel. Wie in der Überschreitung empfohlen, ging es ab hier weiter mit Klettersteigausrüstung zur Mittelspitze(Bild_06). Hier wurden kaum noch Bergsteiger angetroffen. An der Südspitze, oder auch Schönfeldspitze genannt waren wieder mehr Leute anzutreffen, die nach der Gratwanderung ausgiebig Pause machten und die Aussicht bei bestem Bergwetter genossen. Jetzt mussten noch 2000 m zum Wimbachgrieshaus abgestiegen werden. Ein Vergnügen ist dieser Weg nicht, da es in dem Gelände so gut wie keinen festen Untergrund, wenige Drahtseil- oder Ketten-Sicherungen gibt und dann auch noch Steine los getreten wurden von rücksichtslosen Bergsteigern. Als dann im Wimbachgries wieder fester Boden unter den Füssen war, galt es noch mal Gas zu geben, um den 18 Uhr Bus an der Wimbachbrücke zu erreichen. Kurz bevor der Bus kommen sollte, fuhren Susanne und Thomas im Auto vorbei und nahmen mich mit. Sie kamen gerade von ihrer Bergtour auf das Watzmannhaus und waren von dem schönen Wetter ebenso begeistert wie ich. Im Biergarten trafen wir dann auch Eberhard, der von seiner unterhaltsamen Bergtour zur Blaueishütte (Bild_07)  und der dortigen tollen Speisekarte berichtet hat. Am Donnerstag wollten wir es etwas ruhiger angehen. Da Susanne den Hausberg am Köngissee noch nicht erklommen hatte, fuhren wir noch mal mit der Jenner-Seilbahn. Diesmal gings mit dem Auto zum Parkplatz und dann mit einem Rückfahrschein hinauf. Nach den Bildern für´s Familienalbum am Jenner, bogen wir am Carl-von-Stahl-Haus nach Norden Richtung Hoher Göll ab (Bild_08). Wir schafften es nur bis zum Hohes Brett (Bild_09). Hier erfreuten wir uns an dem nach wie vor traumhaften Bergwetter und ließen uns von einem Ehepaar die Überschreitung des Hohen Göll über das Kehlsteinhaus erklären. Ein lohnendes Ziel, das aber warten muss, bis wir das nächste Mal an den Königssee fahren. Das Carl-von-Stahl-Haus betraten wir wie zurzeit gewohnt mit Nase-Mund-Bedeckung und wurden mit den Worten begrüßt:“ Des braucht´s hier in Österreich net.“ Somit war auch klar, was hier gegessen wird – Kaiserschmarren, der auch gut schmeckte. Für Freitag war wieder schönes Wetter mit Regengüssen gegen Abend vorhergesagt. Eberhard hatte eine Tour in der Reiteralpe gefunden, die sich auch Susanne zutraute mit uns 3 Kerlen zu gehen. Wir starteten an der Schwarzbachwacht und wanderten auf schmalen Pfaden hinauf zum  Edelweißlahnerkopf. Die Sicht in die Bergwelt mit dem Untersee war einfach schön (Bild_10). Zurück ging´s über die Traunsteinerhütte, in der wieder die deutschen Corona-Regeln streng zu beachten waren. Die Jause war sehr gut, die Aprikosenknödel wurden frisch zubereitet und so dauerte die Pause länger wie geplant. Als wir die Sonnenterrasse verließen, wurden die Sonnenschirme eingeklappt und damit war klar: „Heut ist´s mit dem schönen Wetter vorbei“. Wir marschierten zügig zurück zum Auto. Aber kurz vor Erreichen des Zieles erwischten uns heftige Regenfälle, vor denen auch der Wald keinen Schutz bot. Pudelnass, fuhren wir im Auto nach Schönau. Da am letzten Tag Dauerregen gemeldet war, reiste Thomas vorzeitig ab und zu dritt fuhren wir erst zum Reber-Schokoladen-Werksverkauf und anschließend erkundeten wir Bad Reichenhall, eine sehenswerte Stadt. Es waren sehr schöne Tage in den Berchtesgadener Alpen, wir haben uns gut verstanden und  erlebnisreiche Bergtouren unternommen. Wir werden bestimmt noch mal hinfahren – die Überschreitung des Hohen Göll wird dann angegangen.

 

Wolfram

 

 

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Kategorie: Allgemein, Bergsteigergruppe

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