25 Jahre Patenschaft mit der Sektion Mittenwald

| 18. August 2012 | Keine Kommentare

Auf der Grundlage des Hauptversammlungsbeschlusses des DAV vom 09. Juni 1985 wurde zwischen den Sektionen Mittenwald und Koblenz ein Patenschaftsvertrag zugunsten der Mittenwalder Hütte und der Brunnsteinhütte im Karwendel abgeschlossen. Nach Zustimmungen der jeweiligen Mitgliederversammlungen trat der Vertrag am 01.01.1987 in Kraft.

Als Ziel der Patenschaft ist im Vertrag die freundschaftliche, bergsteigerische und finanzielle Zusammenarbeit in der Betreuung der beiden AV-Hütten der Sektion Mittenwald vorgegeben. Insbesondere sollen die Beziehungen der Mitglieder beider Sektionen vertieft und auch gemeinsame Anstrengungen zur Betreuung des Arbeitsgebietes Karwendel gemacht werden.

Am 25.07.2012 machte sich eine kleine aber feine Abordnung der Sektion auf den Weg nach Mittenwald, um das 25-jährige Jubiläum der Patenschaft mit den Freunden aus Mittenwald zu feiern.

Vorsitzender Norbert Dötsch, 2. Vorsitzender Klaus Roos, Vortags- und Wegereferent Manfred Klaßmann sowie der ehemalige Vortragswart Bernd Otto wurden am Nachmittag in Mittenwald vom Vorstand der Sektion Max Schmidt herzlich begrüßt.

Unsere Ausbildungsreferenten Friedhelm Hulley und seine Frau Heike konnten aus persönlichen Gründen erst am Freitag anreisen.

Erste Station unseres Besuches war die Krinner-Kofler-Hütte.

Wir wurden dort vom 2. Vorstand Alois Lösl, Naturschutzreferent Reinhold Siegel und dem guten Geist der Krinner-Kofler-Hütte Rolf Graich ebenfalls herzlich willkommen geheißen.

Eine deftige Brotzeit wurde von uns nicht abgelehnt.

Rolf Graich , seit 45 Jahren kümmert er sich um die Hütte, erzählte uns von der wechselhaften Geschichte der Hütte. Feuer und Lawinen haben diese mehrfach total zerstört. So wurde nach der Brotzeit erstmals vor der neuen Krinner-Kofler-Hütte die Sektionsfahne Mittenwald aufgezogen.

Dieser feierliche Akt wurde von Alois Lösl mit seiner Trompete musikalisch umrahmt. Hertha und Schorsch Klotz vom Jägerhaus waren ebenfalls dabei und waren wie Rolf Graich sehr bewegt. Auch für uns war es sehr schön, bei dieser Zeremonie dabei gewesen zu sein.

Im Verlauf des weiteren Abends erfolgte ein intensiver Meinungsaustausch zur Arbeit in den Sektionen.

Auch der „Koblenzer Stich“ war ein Thema. Dieser wurde 1995 am Lindenkopf in Mittenwald durch sieben Koblenzer Sektionsmitglieder unter der Führung des Mittenwalder „Wegeexperten“ Rudi Willibald erbaut.

Max Schmidt teilte uns mit, dass ein nicht unerheblicher Sanierungsbedarf besteht. Wir überlegen, wie wir uns hieran beteiligen können.
Alois Lösl unterhielt uns den Abend über mit virtuosem Spiel auf seiner Harmonika.

Am Donnerstag (26.07.) stand dann ein erster Fitnesstest auf dem Programm.

Über den Rehbergsteig zur Hochlandhütte und dann über den Ochsenbodensteig zunächst wieder tief hinab bis fast nach Mittenwald mit einem doch schon anstrengenden Schlussanstieg zur Mittenwalder-Hütte.

Bernd Otto ein langjähriger Kenner von Mittenwald erklärte insbesondere mir die durchwanderten Täler, Übergänge und Flüsse und wurde dabei jedoch von unserem „Westalpen-Insider“ hin und wieder korrigiert. Und dann noch das aus meiner Sicht mindestens 300m lange Schwimmbecken am Fuße des Karwendels. Bernd meinte es sei der Inn. Wir einigten uns schließlich auf „Isar“.

Noch ein Wort zum „Westalpen-Insider: Er hatte ganz schön zu schleppen. Beim Packen des Rucksackes hatte er unser derzeitiges Wanderziel und die Witterungsbedingungen wohl etwas aus den Augen verloren. Es fehlten eigentlich nur noch Pickel und Steigeisen und wir hätten einen „Eiskurs“ durchführen können.

Folge: Späteres Eintreffen auf der Mittenwalder Hütte. Rücken und Rippen schmerzten. Die Begehung des Mittenwalder Klettersteigs war gefährdet. Massagen und Medikamentengaben machten ihn jedoch wieder fit.

Der Abend auf der Mittenwalder Hütte und ein gutes Lager ließen die Tagesmühen bald vergessen.

Der Mittenwalder Klettersteig wurde von Norbert, Manfred und mir am Freitag angegangen. Bernd querte den Karwendel über den Leitersteig.

Von der Westliche Karwendelspitze geht es über Nördliche und Südliche Linderspitze, Sulzleklammspitze und Kirchl-Spitze. Nach über 5000m erreicht man den Brunnsteinanger (2095m).

Bei herrlichem Wetter hatten wir u.a. 5 Stege und 8 Eisenleitern -mit einer Gesamthöhe von 59,50m und 282 Sprossen- überwunden. Fantastische Ausblicke belohnten uns für die Mühen.

Der „Mittenwalder Höhenweg“ wurde übrigens am 22.09.1973 offiziell eröffnet.

Auf der Brunnstein-Hütte (1560m) erwartete uns bereits Bernd. Unser Eintreffen musste er geahnt haben – kühle Getränke standen bereit.
Auch die Wirtsleute Barbara und Hans-Peter Gallenberger begrüßten uns herzlich.
Als dann auch noch Max Schmidt zur Hütte kam und der „Sektionsgeologe“ Hans-Peter seine Geschichten zum Besten gab, blieben für uns keine Wünsche mehr offen.

Am Samstag Abstieg zur Materialbahnstation, wo uns Max bereits erwartete und uns zu einer sehr guten Pension brachte. Nachdem wir uns wieder etwas hergerichtet hatten trafen wir Friedhelm und Heike zu einem kleinen Rundgang durch Mittenwald.

Dann war es für eine Stunde mit dem schönen Wetter vorbei. Gewitter und Starkregen ließen nichts Gutes für das Sektionsgrillfest erwarten.

Pünktlich zur Begrüßung der Gäste und insbesondere der Gäste aus Koblenz durch Max Schmidt zeigte sich wieder die Sonne.

Max zeigte sich erfreut über unseren Besuch und berichtete den Sektionsmitgliedern über die guten Gespräche mit uns. Ein Gegenbesuch in Koblenz für 2013 wurde versprochen.

Norbert bedankte sich für die herzlichen Worte. Er erinnerte nochmals an den von Rudolf Sonnenbichler (Mittenwald) und Gerd Hupe (Koblenz) auf der Kröbelalm besiegelten Patenschaftvertrag und die seit dieser Zeit entstandenen vielen freundschaftlichen Beziehungen.

Norbert überreichte Max zur Erinnerung an diesen Tag eine Plakette der Sektion und lud zu einem Besuch nach Koblenz ein.

Alois Lösl (Harmonika), Martin Hornsteiner –Martl- (Contra-Gitarre) und Martina Windisch (Hackbrett) unterhielten die Gäste bis in den späten Abend mit alpenländischer Musik.

Die Heimfahrt am Sonntag verlief ebenfalls problemlos.

Fazit:

Eine sehr gelungene Sektionsfahrt. Es wurden gute freundschaftliche Beziehungen wieder belebt bzw. neu geknüpft – der letzte offizielle Besuch hat wohl 2009 statt gefunden-.

Schade, dass sich nur so wenige Sektionsmitglieder für diese Fahrt angemeldet haben.

Sie haben etwas verpasst.

Klaus Roos

2. Vorsitzender

Kategorie: Sektionsnachrichten

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