Wanderung im Hohen Venn und im Naturpark Eifel an den Rur-Seen.

| 26. Juni 2018 | Keine Kommentare

Günter, Volker, Sabrina, Christian, Elisabeth, Marion, Wolfram; kniend Conny, Nuria, Edith

Bei der Burg Monschau trafen sich gegen Mittag an Fronleichnam 2018 Christian, Conny, Edith, Elisabeth, Günter, Marion, Nuria, Volker, Sabrina und Wolfram. Nach dem Check-in in der Jugendherberge auf der Burg fuhren wir nach Belgien zum Naturparkzentrum Botrange um im Moorgebiet des Hohen Venns zu wandern.

In der Nähe vom Berg Botrange, der mit 694 müNN höchsten Erhebung Belgiens, hatten wir uns den Rundweg Genusstour 12 mit etwa 12km ausgesucht. Die ersten Kilometer waren noch recht trocken. Die Vegetation ließ aber auf saure Böden schließen. Am höchsten Punkt der Tour, etwa 600 müNN, ist ein Aussichtspunkt.(Bild 01) Hier machten wir eine Pause, hatten einen herrlichen Blick über die Moorlandschaft und konnten auch den Verlauf unserer geplanten Wanderung gut erkennen. Der Weg ging leicht bergab, wurde zunehmend matschiger und mündete in Stege auf Holzpfählen(Bild 02). Diese lotsten uns über die typische Venn-Vegetation.  Hier sind die sauren Pflanzen in braungrünes Wasser gebettet. Bäume und Pflanzen, die diese sauren Böden nicht vertragen, sterben ab(Bild 03). Neben unserem Weg floss ein Bach, der von der Moorlandschaft entsprechend bräunlich gefärbt war (Bild 04). Der Steg endete und der Weg führte uns über sehr moorigen Untergrund wieder leicht hinauf. (Bild 05)  An einer Stelle sank Marion urplötzlich mit einem Bein bis zum Knie in den morastigen Untergrund ein. Sie brauchte die Hilfe der Mitwanderer um wieder aus dieser misslichen Lage befreit zu werden. Wir gingen vorsichtig weiter und jeder suchte nach begehbaren Stellen! Der Rest der Strecke wurde wieder fester, war aber immer noch weich genug um die Gelenke zu schonen.

Unsere Übernachtung in der Jugendherberge Monschau hat noch den Charakter einer mittelalterlichen Burg bewahrt mit den Annehmlichkeiten unserer heutigen Zeit. Es mussten aber immer viele Stockwerke überwunden werden. Dies hat aber Einige von uns nicht davon abgehalten, auch noch einen abendlichen Abstieg in den malerischen Ort Monschau zu unternehmen bei angenehmen sommerlichen Temperaturen.

Am anderen Morgen, kurz vor 5 Uhr wurden wir mit einem lauten Donnerschlag geweckt! Ein Gewitter lag über Monschau! Im ganzen Gebiet sind Regenwolken aufgezogen, die ihre Himmelsschleusen öffneten. Nach der Wettervorhersage war den ganzen Tag mit Niederschlägen zu rechnen. Wir hatten geplant durchs Rurtal bis Rurberg zu wandern. Aufgrund der anhaltenden Niederschläge haben wir uns entschlossen die Burg Vogelsang zu besuchen. (Bild 06)  Diese Anlage wurde Anfang der 1930iger Jahre errichtet als Schulungsstätte für den Nachwuchs des NSDAP-Führungskaders. Heute ist im zentralen Bereich in der modern gestalteten Anlage eine Dokumentation über die NS-Zeit und eine Ausstellung zum Nationalpark Eifel untergebracht. (Bild 07)  Nach dem Besuch der Ausstellungen entschlossen wir uns zu einer Rundwanderung über das Gelände. Nach dem Krieg betrieben die Briten und Belgier hier einen Truppenübungsplatz. In dieser Zeit wurden zahlreiche Orte evakuiert, für Übungszwecke genutzt und zerstört! Unsere Wanderung führte uns zum Ort Wollseifen, der zur Besichtigung freigegeben ist. Die Kirche, die Schule, Ruinenreste und Kampfübungshäuser konnten dort besichtigt werden. (Bild 08)  Bei der Wanderung konnte man weit in die Eifel schauen und es wäre ohne Regen bestimmt noch eindrucksvoller gewesen.

Anschließend fuhren wir zur Jugendherberg Rurberg, in der wir 2 Nächte verbrachten. Am Samstag war dann herrlicher Sonnenschein und so wanderten wir an der Rurtalsperre entlang nach Woffelsbach. Mit einem Schiff setzten wir ans andere Ufer nach Kermeter über. (Bild 09) Entlang des kurvenreichen Stausees ging es zur Urftstaumauer. Das 1905 aus Steinen hergestellte Bauwerk gilt als ältestes Ihrer Art in Europa und war bis 1912 die höchste Staumauer. Die Besichtigung der Urftstaumauer begann mit einem Vortrag des Wasserverbandes Eifel-Rur über die Nutzung und Funktionen der Stauseeen. Im Anschluss ging es von der Staumauer über den Inspektionsgang zum Fußpunkt in der Mitte der Staumauer in 50m Tiefe. Wir wurden über die umfangreiche Überwachung über mögliche Bewegungen der Staumauer informiert. (Bild 10) Mit dem Schiffe fuhren wir dann zurück nach Rurberg und stiegen noch gut 100 Hm hinauf zu unserer Unterkunft. Wir wurden wieder mit einem Abendessen vom Buffet verwöhnt und es hat allen gut geschmeckt.

Am Sonntag war noch ein Besuch des Jugendstilkraftwerks in Heimbach geplant. Von der DJH Rurberg wanderten wir zuerst bergab zu den gestauten Rurseen. Über die Staumauer des Obersee ging es auf die andere Seite des Gewässers und dann steil bergauf auf einem schönen Waldpfad.   Am Aussichtspunkt Hirschlay machten wir Rast mit Blick auf den Untersee, Wildenhof und auf die Höhe Schmidt. (Bild 11)  Vorbei am Staudamm Schwammenauel über Hasenfeld erreichten wir das Kraftwerk rechtzeitig zum Beginn der Führung.

Das 1904 erbaute Kraftwerk ging im Jahre 1905 in Betrieb und war seinerzeit mit einer Leistung von 12.000 kW das größte Speicherkraftwerk Europas. Über einen 2.700 Meter langen Stollen mit einer Fallhöhe von 110 Metern wird es von der Urfttalsperre gespeist.  Das Kraftwerksgebäude wurde im Jungendstil errichtet und lässt eher eine Veranstaltungshalle als ein Kraftwerksgebäude vermuten. (Bild 12)  Auch im Innern des Gebäudes gibt es architektonisch ansprechende Details zu bewundern wie die Wandbeleuchtung, die alte Leitwarte zur Steuerung der Generatoren mit Messingarmaturen auf einer Grundplatte aus Marmor eingefasst in Mahagoni. (Bild 13) Aber auch die neue Kraftwerkstechnik ist beeindruckend. Sehenswert ist auch die Ausstellung von Elektrogeräten, wie sie seit Bestehen des Kraftwerkes verwendet wurden!

Mit vielen schönen Eindrücken vom Hohen Venn und der Rureifel fuhren wir wieder zurück nach Hause.

Günter und Wolfram

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Kategorie: Bergsteigergruppe, Gruppen

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