Vermischtes: Wandertipp Costa Brava

| 19. August 2018 | Keine Kommentare

Die Küsten der Costa Brava verbinden viele mit Strandurlaub. Aber nur Strandurlaub wollte Familie Erler auch nicht machen. Trotz der Wärme starteten Sie zu verschiedenen Wandertouren und möchten ihre Favoriten gerne als Anregung teilen. Vielleicht sucht ja der eine oder andere nach einem Reiseziel, welches Wandern und Meer grandios verbindet. Guido Erler stellt insgesamt fünf unterschiedliche Halbtagestouren vor, die die Schönheit und Vielfalt Kataloniens in allen Facetten zum Ausdruck brachte. Die Wanderungen sind alle hervorragend ausgezeichnet und beschildert. Oftmals verlaufen die Touren auf Streckenabschnitten entlang des Fernwanderwegenetzes GR. Die hier beschriebenen Touren sind als Rundwanderwege beschrieben, dauerten maximal 4-5 Stunden und sind natürlich beliebig erweiterbar.

Rundtour um das Castell de Montgri

Castell di Montgri

Über den Ort Torroella de Montgri thront das Castell di Montgri auf einer Höhe von 303 Meter. In der Ebene von Empordia ist das Castell weithion sichtbar und dient eine sehr gute Orientierung für alle Aktivitäten in der Ebene.Das Castell ist im direkten Aufstieg in einer Stunde zu erreichen. Ein Ausblick bis in die Pyrenäen und auf die vorgelagerten Inseln ist garantiert. Das Castell selbst bietet bis auf die gut erhaltenen Außenmauern mit einem Kronenrundweg wenig Spektakuläres. Über den Puig Roig bis zum Pug Anil setzen wir den Weg fort. Nach ca. 4 h erreichen wir wieder das Tal.

Küstenwanderung von Estartit zur Cala Ferriol

Einsame Bucht

Diese Küstenwanderung verläuft zu den zwei Traumbuchten Cala Ferriol und Cala Pedrosa. Von Estartit geht es hinauf auf die Karsthöhen, wo dem Fernwanderweg GR 92 gefolgt wird. Nach einem anfänglich steilen Aufstieg verläuft der Weg dann höhenneutral. Sowohl die Küste und die Höhen sind hier komplett unverbaut und es bietet sich ein einsamer Wandergenuss. Der Puig Torre mit seinen 171 Metern wird unbemerkt passiert. Die eigentliche Herausforderung sind die nun folgenden steilen Auf. –und Abstiege in die zwei Badebuchten am Meer. In der Cala Ferriol herrscht reger Betrieb, da dieser Abschnitt gut mit Booten anzufahren ist. Die Cala Pedrosa bietet die gewünschte Ruhe, da die Boote wegen des sehr flachen Wassers weiter draußen bleiben müssen. Klein und fein ist diese Bucht. Ein spontanes Bad darf da nicht fehlen. Der letzte Aufstieg folgt einem reizvollem schattigen Tal Nach 3,5 h Stunden ist Estartit wieder erreicht.

Küstenwanderung vom Cap Roig zur Playa Castell

Pinienwald

Die Wanderung beginnt am botanischen Garten südlich von Llafranc. Hier lohnt sich ein Besuch für den Gartenfreund nach Abschluss der Wanderung. Durch dichte Korkeich- und Pinienwälder führt der Weg zu Beginn oberhalb der Steilküste. Der typische südländische Pinienwaldduft steigt in die Nase und bietet schon Erholung pur. Insgesamt werden 6 Buchten passiert, was natürlich ein ständiges Auf- und Ab bedeutet. An der Cala de Crift geht es durch ein schmales Felstor. Sand – und Kiesstrand wechseln sich hier ab. Das glasklare Wasser lädt zum Baden ein. Wenige Badegäste säumen den Weg. Ein Abstecher zur Barraca dèn Dali ist ein Muss. Diese baute Dali einst für seine Muse. Der Rückweg verläuft dann wieder abseits der Küste. Anfänglich über einen Forstweg, der dann aber wieder in einen schönen Wanderweg mündet. Und immer noch geht es durch den Korkeich- und Pinienwald.

Im Granitfels auf den Pic Montclair 406 m

Hängebrücke

Diese Tour führt durch die Ardenya, Wie eine Gebirgsinsel erhebt sich die Serra de Montclair aus der Ebene empor. Neben Erdbeerbäumen und Korkeichen bietet der Granitfels eindrucksvolle Einblicke in die Landschaft. Ausgangspunkt ist Can Llaurador. Mit 400 Höhenmeter eine ernstzunehmende Tour im Hochsommer, die einen rechtzeitigen Start voraussetzt. Leichte Kletterstellen, Kettensicherung und vereinzelt Tritte, eine leider gesperrte Hängebrücke und ein immer wieder kreuzender Klettersteig säumen den Aufstieg. Wer die alpinen Versicherungen gewöhnt ist stellt die Festigkeit der im Klettersteig verbauten Seile und Tritte aufgrund der geringen Durchmesser und Dimensionierung in Frage. Wir nahmen den Normalweg und erfreuten uns leichter Kraxelei im gut markierten Fels. Der Gipfel, gesäumt mit der katalanischen Fahne, lud zu einer ausgiebigen Rast. De Abstieg folgte auf einem leicht gehbaren Weg, wobei hier mehrere Wege zur Auswahl stehen. Auch war die Einsamkeit wieder allgegenwärtig, ein gelungener Kontrast zum Trubel an der Küste.

Zum Klassiker des Montserrat

Montserrat

Zugegeben nicht ganz nahe gelegen, dennoch wollten wir nicht nur dem Kloster von Montserrat mit seiner schwarzen Mariendarstellung einen Besuch abstatten, sondern vorweg die Spitze des Montserrat, den Cim de Sant Jeroni mit 1237 m, besteigen. Vom gebührenpflichtigen Parkplatz der Klosteranlage auf 710 m, die wie ein überdimensioniertes Adlernest an den Felsen geschmiegt ist und aus der Ebene eindrucksvoll zu sehen ist, geht es schnell abseits der Touristenströme in die Einsamkeit der Bergwelt. Über den Cami Antic geht es nach kurzen steilen Treppenstufen entlang des alten, schattigen Bachtales. Die Felslandschaft bietet interessante Ausblicke, z.B. auf den Elefant oder anderen Fantasiegestalten. An der Capella de Sant Jeroni geht es vorbei, die letzten 100 Höhenmeter auf einem Felsrücken entlang. Auf dem Gipfel ist der Ausblickt weitreichend und wunderschön. Der Rückweg erfolgt über den Cami Nou. Hier geht es auch vorbei an einem beliebten Kletterrevier. Einige wagemutige klettern noch in der sengenden Hitze empor. Mit der Zahnradbahn kann man nun die letzten Höhenmeter hinabfahren. Wir wählen den Fußweg hinab, der sich leider wenig attraktiv als eine breite Fahrstraße herausstellt.
Die kurzen Beschreibungen sollen die Lust auf das Wandern an der Costa Brava wecken und sind alle im Rother Wanderführer Costa Brava beschrieben.

Text und Bilder: Guido Erler

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Kategorie: Allgemein, Familiengruppe

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