Teufelsley zieht Kletterer aus ganz Deutschland an

| 23. August 2014 | Keine Kommentare

Natur Steinformation ist 80 Meter lang, 18 Meter hoch – und gut versteckt
Er ist rund 80 Meter lang und 18 Meter hoch: Europas größter zusammenhängender Quarzitfelsen ist auf einem Bergrücken in 495 Meter Höhe zwischen Dümpelfeld und Hönningen zu finden – wenn man ihn denn findet: Teufelsley ist der Name des steinernen Gebildes, das hoch über dem Wochenendgebiet Ommelbachtal so ziemlich ohne Hinweisschilder auskommt. Frei nach dem Motto: Wer zur Teufelsley will, muss schon wissen, wo er hinmuss. Und bei dem, der sich auf gut Glück auf die Suche nach dem sagenumwobenen Felsen macht, ist die Freude umso größer, wenn er mitten im Wald dann plötzlich fündig wird.

Mythen ranken sich um die Teufelsley. Nicht von ungefähr soll der Sage nach der Teufel bei der Entstehung des Felsens seine Hände im Spiel gehabt haben. Die Gunst der Eifler zu gewinnen hatte er im Sinn, als er den armen Bauersleuten versprach, auf dem Berg zwischen Dümpelfeld und Hönningen eine große Burg zu errichten, deren Turm bis in den Himmel reicht.

Das wiederum ließ sich Gott nicht gefallen: Er sandte dunkle Wolken, Donnergrollen und einen regelrechten Blitzhagel gen Erde. Folge: Der Teufel stürzte von seiner beinahe vollendeten Burg, der Turm krachte zusammen, und die Burg zerbarst in einer infernalischen Feuersbrunst. Dem verbliebenen Steinhaufen gaben die Bewohner der umliegenden Dörfer den Namen Teufelsley.

„Wirklich macht der Fels den Eindruck einer zyklopischen Burgruine“, formulierte im 19. Jahrhundert der Theologe und Schriftsteller Gottfried Kinkel. Und weiter schrieb er: „Dieses höchst fantastische Gestein erhebt sich auf einem schmalen Berggrat, sodass es das Ansehen hat, als ob durch einen furchtbaren Stoß von Osten her die Masse zertrümmert worden wäre.“ Tatsächlich könnte man meinen, dass die schwarzen Spuren am Stein vom Feuer herrühren. Die Geologie aber weiß es besser: Erdgeschichtlich ist die Teufelsley dem Devon des Rheinischen Schiefergebirges zuzuordnen, das aus den Ablagerungen des Devonmeeres vor etwa 400 Millionen Jahren entstanden ist.

Früher war der hoch aufragende Felsen schon von Weitem zu sehen, inzwischen ist die Teufelsley von großen Bäumen zugewachsen. Aus der Nähe aber bietet die Steinformation noch immer ein beeindruckendes Bild. Verkrüppelte Birken und Hainbuchen wachsen aus den Felsspalten, in die Wind und Regen Humus eingebracht haben; der Quarzfels an sich ist nämlich unfruchtbar. An den steilen Felswänden finden sich allenfalls Algen, Flechten und Moose, aber auch sehr seltene Arten von Streifenfarnen gibt es hier.

Das Gestein ist äußerst hart und zäh. Es verwittert nicht wie die brüchigen weichen Schiefer, sodass der Quarzfels Teufelsley auch noch nach Abermillionen Jahren als Härtling die Umgebung überragt. Da typische Quarzite in dieser Größe sehr selten sind, wurde die Teufelsley bereits 1926 „zum Zwecke der Erhaltung des Felsgebildes der Teufelsley, nebst den dort vorhandenen Ansammlungen von Felsblöcken“ höchstoffiziell unter Naturschutz gestellt.

1961 erwarb der Deutsche Alpenverein (DAV) Sektion Koblenz ein Grundstück an der Teufelsley und errichtete hier eine Schutzhütte. Seitdem bildet der Verein seinen Nachwuchs an der Steilwand aus. 1987 erwarb der DAV auch die Patenschaft über den Kletterfelsen, regelt das Klettern und hat sich verpflichtet, keine neuen Haken in den Fels einzuschlagen.

Beinahe alpine Bedingungen bietet die Teufelsley. Kein Wunder also, dass Klettersportler aus ganz Deutschland ihre Fähigkeiten an der im 90-Grad-Winkel nach oben ragenden Wand messen möchten. Gerade zu Schulungszwecken bietet das feste und griffige Gestein vielfache Möglichkeiten: Senkrechtaufstieg und Kamindurchstieg, Quergänge und Gratwanderung.

Petra Ochs

Rhein-Zeitung Bad Neuenahr-Ahrw.  23.08.2014

Kategorie: Presse

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