Sonnige Klettertage in der Pfalz

| 31. Oktober 2011

Sonne, Sandstein, Sechster Grad – die Zutaten für ein wunderschönes Kletterwochenende in der Pfalz waren jeder Hinsicht reichlich vorhanden.

Das verlängerte Wochenende vom 1.-3. Oktober 2011 bescherte uns einen selten schönen Altweibersommer. Heute, ein paar Tage später, bringt uns Ex-Hurrikan Ophelia die ersten stürmischen Herbsttage mit Regenschauern und ungemütlicher Kälte. Die Erinnerung an die kurz zuvor erlebten Kletterei leuchtet von innen her wohlig warm wie rote Glut, wie sonnenbeschienener roter Sandstein. Wir (Katrin, Tina, Thomy, Sigrid, Günter, Barbara, Jochen und der Berichterstatter) hatten uns am Samstag am Pferchfeld-Felsen im Bärenbrunner Tal verabredet. Der zu erwartende Andrang von Klettervolk hielt sich in Grenzen, so dass wir alle unsere Wunschtouren klettern konnten. Klassiker wie der Große Südriss (VI), der Kleine Südriss (VI+), die Südwestwand (VI+), aber auch Genüssliches wie die Dritte Rampe (V-) oder Sportliches wie das Große Dach (VII-) waren die Ausbeute des Tages. Zum Abendessen trafen wir uns am Bärenbrunner Hof. Die Nacht verbrachten wir zu sechst auf dem Campingplatz Büttelwoog bei Dahn, nachdem Jochen und Barbara schon die Heimreise angetreten hatten. Am Sonntag wollten wir uns etwas von der Ernsthaftigkeit der Pfalzkletterei erholen und fuhren in die benachbarten Nordvogesen zum Langenfels. Das erklärte Tagesziel, die Talwand (6a) des Fleckensteiner Turms, wurde erfolgreich begangen wie auch der Fleckensteiner Weg (6a+) und der Ostriss (6a+) an dem selben Massiv. Als das Gedränge am Fels zunahm, verlagerten wir unsere Aktivitäten an die rückwärtigen Sektoren und kletterten noch eine Reihe moderner Sportkletterrouten zwischen 5a und 6a+. Bei fast hochsommerlichen Temperaturen waren wir am Ende dann auch ordentlich geplättet. Das wohlverdiente Feierabendbier genehmigten wir uns gleich am Restaurant Burg Fleckenstein. Sigi und Thomy waren an dem Tag in der Pfalz geblieben und kletterten am Rödelstein die klassischen Routen Oliverweg (VI+) und Sperberweg (VI+). Zum Abendessen fanden wir uns nach einigem hin und her wieder gemeinsam im Dahner Haus des Gastes ein – eine sehr gute Wahl, wie sich herausstellte. Nach einer weiteren Nacht auf dem Büttelwoog hieß es am Montag Zelte abbauen und ein letztes Kletterziel finden. Unsere Wahl fiel auf den Spirkelbacher Rauhfels, den wir bisher noch nicht kannten. Sigi und Günter hatten sich für heute ausgeklinkt und so verblieben noch vier Unentwegte, die sich wagemutig in die klassichen Risse und Verschneidungen warfen. Lohn der Mühen waren wunderschöne, sicherungstechnisch teilweise anspruchsvolle Kletterrouten wie der Große Südwandriss (V), der Hans-Wenger-Gedenkweg (VI+), der Trampelpfad (VI+) oder die Blockkante (III). Dazu ein richtiger Gipfel mit Aussicht, Gipfelbuch und langer Abseilfahrt. Pfalz-Kletterei, wie man sie sich nur wünschen kann. Fazit: drei superschöne Tage mit goldenem Spätsommerwetter und Klettertouren, an die wir sicherlich noch lange zurück denken werden.

Peter May

Kategorie: Klettergruppe

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