Sommerfahrt der Jugend nach Mittenwald 2017

| 18. September 2017 | Keine Kommentare

Wie schon in den vergangenen zwei Jahren machte sich auch dieses Jahr eine kleine Gruppe des jDAV Koblenz erneut auf den Weg zur Krinner-Kofler-Hütte in Mittenwald, um sich dort für zehn Tage einzurichten und verschiedenste Wanderungen sowie Ausflüge rund um das Karwendel-Gebirge zu unternehmen.
Am 17. 07 brachen wir- Olaf, sein Arbeitskollege Max, Nicolas, Nasti und Joel, für den sich auf der Fahrt der Superhelden-Spitzname „38 McFly“ einbürgerte- bereits in den frühen Morgenstunden auf, sodass wir schon zur Mittagszeit unser Ziel erreichten- früh genug, um nach dem anstrengenden, etwa acht Kilometer langen Aufstieg zur Hütte die neben dieser aufragende, 2257 Meter hohe Sojernspitze zu erklimmmen, was uns insgesamt etwa drei Stunden kostete. An einen langweiligen, nur aus dem Beziehen der Betten bestehenden Anreisetag war also nicht zu denken.
Der nächste Tag begann mit einem reichhaltigen Frühstück, bevor wir uns um zehn Uhr auf den Weg zu dem von idyllischen Wiesen und sanften Sträuchern bedeckten Bäralpsattel machten, der sich an den eindrucksvollen Bäralpkopf schmiegt.
Tapfer kämpften wir uns unter der brennenden Hitze der Sonne ein Schuttfeld sowie den kurzen, aber aufregenden Gjad-Steig hinauf, der uns schließlich über die österreichische Grenze und auf den Sattel führte.
Nach einer wohlverdienten Mittagspause begaben wir uns, kurzzeitig begleitet von einer Schafherde, auf den Rückweg, den wir allerdings schnellen Schrittes zurücklegen mussten: Im Wettlauf mit der Zeit flohen wir vor einem aufzukommen drohenden Gewitter, das uns- zu unserer Freude- dazu zwang, in unserem Schnellabstieg unter Anwendung einer bestimmten Technik, die uns von Olaf gezeigt und erklärt wurde, das Schuttfeld hinabzugleiten.
Auf dem restlichen Rückweg begleitete uns ein leichter Schauer, der sich dann in ein Gewitter verwandelte, als wir um etwa 16 Uhr die Hütte erreichten.
Der folgende Tag führte uns bereits um sieben Uhr ins Tal hinab, wo wir mit der Karwendelbahn in das gleichnamige Gebirge fuhren, um dort den abwechslungsreichen Mittenwalder Höhenweg zu begehen- trotz der atemberaubenden Aussichten, unter anderem auf die trotz ihres deformierten Gipfels eindrucksvolle Zugspitze, konnten wir uns wegen des für den Nachmittag gemeldeten Gewitters keine allzu langen Pausen leisten und legten den Weg durch den Klettersteig in zügigem Tempo innerhalb von drei Stunden zurück.
Nachdem wir also den im Falle eines Gewitters gefährlicheren Teil der Strecke hinter uns gelassen hatten, kehrten wir in der gemütlichen Brunnsteinhütte ein- doch während wir dort leckere Käsespätzle und Kaiserschmarrn genossen, brach ein heftiger Regen über uns herein, der uns abermals dazu zwang, schnellstmöglich ins Tal zurückzueilen.
Innerhalb kürzester Zeit wurden wir von dem prasselnden Regen durchnässt, suchten kurz Zuflucht unter dem schützenden Dach einer alten Holzhütte und kämpften uns schließlich den in einen reißenden Bach aus Schlamm und Wasser verwandelten Pfad hinab, dem wir, darum bemüht, in dem braunen Matsch nicht auszurutschen, den Namen „Mount McGlitsch“ gaben.
Trotz dieses nicht völlig unerwarteten Abenteuers erreichten wir Mittenwald sicher, wo wir von Olafs Frau Corinna und seiner Tochter Sofie erwartet wurden, und begaben uns schließlich gemeinsam auf den Rückweg, um nach einer insgesamt elfstündigen Wanderung erschöpft, aber stolz auf die Hütte zurückzukehren.
Am Freitag wagten wir wie bereits im vergangenen Jahr abermals den durch verwunschene Wälder und über ein anstrengendes Geröllfeld führenden Aufstieg auf den Wörner-Sattel, der einen einzigartigen Ausblick auf Mittenwald bot. Über den 1979 Meter hohen Wörnerkopf und die Rehbergalm, wo wir uns kurz mit kalten Getränken erfrischten, stiegen wir erneut zur Krinner-Kofler-Hütte ab- auch dieses Mal drängte das Wetter uns zur Eile, und der Regen setzte mit unserer Ankunft auf der Hütte ein.
Auch die folgenden Tage waren von regnerischem, instabilen Wetter geprägt, sodass wir den Samstag im Schwimmbad verbrachten- zum einen, um uns von den Anstrengungen der letzten Tage zu erholen, und zum anderen, um endlich das wohltuende Gefühl einer warmen Dusche genießen zu können.
Auch am nächsten Tag zeigte das Wetter keine Gnade; es regnete beinahe ununterbrochen, sodass wir einen weiteren Ruhetag einlegten und auf der Hütte blieben, wo wir uns die Zeit mit Kartenspielen und kurzen Spaziergängen durch den ungemütlichen Regen vertrieben.
Obwohl der Regen weiterhin anhielt, trieb es uns am Montag nach dem langen Tag auf der Hütte nach draußen.
Um zehn Uhr wagten wir den Abstieg nach Mittenwald, auf dem wir derartig durchnässt wurden, dass wir zunächst unsere triefende Kleidung trocknen mussten, ehe wir uns auf den Weg zur Isar-Arena machten, wo Joel und Nasti kurze Zeit in dem zugehörigen Boulderraum verbrachten.
Anschließend besuchten wir ein kleines, jedoch lehrreiches Steinemuseum in Krün, dessen freundlicher, enthusiastischer Inhaber uns interessante Informationen über seine Arbeit und die von ihm selbst gesammelten sowie bearbeiteten Steine mitteilte.
Am Abend amüsierten wir uns gemeinsam mit einer anderen Wandergruppe, die sich für einen Tag auf der Hütte eingefunden hatte und zusammen mit uns einige fröhliche, zum Teil von ihnen selbst gedichtete Lieder (unter anderem über Leberkäse-Brötchen) trällerte.
Nach diesem eigentlich nicht als Teil unseres Programms geplanten, aber abwechslungsreichen Ausflug verbrachten wir den nächsten Tag abermals auf der Hütte, da es noch immer in Strömen regnete.
Zunächst genossen wir es, auszuschlafen, gönnten uns ein gemütliches Frühstück und vertrieben uns die Zeit auf verschiedene Arten- Nasti zog es derartig aus der Hütte hinaus, dass sie beschloss, den 8 Kilometer langen, steilen Weg ins Tal hinab- und wieder hinaufzujoggen, was sie insgesamt weniger als zwei Stunden kostete.
Abends spielten wir ein wenig Karten und legten uns früh schlafen, um am Mittwoch wiederum das Schwimmbad zu besuchen- auch dieses Mal mussten wir uns in Regenhosen, -jacken sowie Schirme einhüllen, um nicht völlig durchnässt zu werden.
Der Donnerstag sollte uns schließlich zum letzten Mal von der Hütte ins Tal hinabführen, bevor wir um etwa zehn Uhr in Richtung Heimat aufbrachen, die wir nach einer langen Fahrt durch unzählige Staus erreichten.
Trotz des schlechten Wetters, das uns in den letzten Tagen begleitet hatte, verabschiedeten wir uns nicht gerne von der Hütte und den umliegenden Bergen und sind nun stolz darauf, einige schöne, abwechslungsreiche Wanderungen gemeistert sowie hohe Gipfel erklommen zu haben.

Text: Nasti

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Kategorie: Jugend

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