Skitour Karneval 2010

| 21. März 2010

Na das blieb ja bis zum Schluss sehr spannend – klappt´s mit der Skitour über Karneval oder nicht? Die Lawinenwarnstufe lag je nach Gebiet zwischen drei und vier, bei dem noch gemeldeten Neuschnee in der Tendenz steigend, außerdem waren die Wetteraussichten eher deprimierend.

Das ursprüngliche Ziel Meißner Haus hatten wir schon abgemeldet. Inzwischen waren von ursprünglich sieben Teilnehmern schon drei abgesprungen und es war Schwerdonnerstag – in der Nacht sollte es losgehen.
Aber man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben – für das Obertessin ist Lawinenwarnstufe 2 und Sonne gemeldet und wir finden für die verbliebenen Vier auch tatsächlich noch eine schöne Unterkunft im Valle Leventina.
Kaum fuhren wir am Vormittag durch den Gotthardtunnel wechselte der düstere, wolkenverhangene Himmel seine graue Farbe in ein strahlendes Blau. Auf der südlich ausgerichteten Terrasse unseres Gasthofes begannen wir unsere Tour ersteinmal mit Capuccino und T-Shirt – so konnte es weitergehen…

Ein Traumtag erwartete uns am Samstag – keine Wolke war am Himmel. Ziel des heutigen Tages war die Punta di Stou mit ihren 2566m. Das bedeutete 1080 Hm Aufstieg vom Dorf Molare aus. Über die Alpe Stou verlief der Weg durch den Wald aufsteigend, oberhalb der Baumgrenze ging`s über den steilen Hang von Cumasne in einen weiten Kessel. Schließlich führte der Weg uns östlich an die Westabdachung der Punta di Stou und über eine steile vereiste Flanke zum Sattel und zu Fuß zum Gipfel. So schön wie der Gipfel und das Wetter war, so anstrengend war die Abfahrt im Bruchharsch – doch wir nahmen`s mit Humor und die besten Stürze ernteten Gelächter und Applaus.5_kl.jpg

Der nächste Tag sollte uns eigentlich auf den Pizzo Predelp führen. Wir folgten dem aussichtsreichen Hangweg durch tiefverschneiten Wald von Cari nach Tic Cattaneo. Vor Ort angekommen schienen uns die steilen Hänge jedoch zu gefährlich und so folgten wir der Skitourenspur einen langen Bergrücken hinauf, die Richtung Pizzo d`Era führte. Der Weg war sicher und wunderschön, aber auch sehr lang, so dass wir erst spät die Hütte Pian Cavallo auf 2077m erreichten. Von dort stiegen wir noch bis zur Geländestufe von Venn (2200m) auf und brachen dann aufgrund der fortgeschrittenen Zeit ab.
Wieder stand eine anstrengende Bruchharschabfahrt bevor, während der Horst den schönsten Sturz der Tour mit eingebauter Pirouette hinlegte. Leider nahm die Skibindung Schaden – aber man kann ja fast alles tapen. Nach einer Querung in das Skigebiet und einer Hütteneinkehr war die Abfahrt auf der präparierten Piste dann doch willkommen.
Für Rosenmontag wurde ab Mittag der Anzug eines Tiefs von Süden gemeldet – somit entschieden wir uns für eine kürzere Skitour aus dem Skigebiet von Cari aus und gingen den Pizzo d´Era nochmals an.

Bereits beim Start von der Station des Sesselliftes von Brusada auf der Alpe di Cari hingen die dunklen Wolken im Süden. Von der Geländestufe von Venn verlief der Weg durch eine ausgeprägte Mulde gegen den Gipfelfirst und nach links durch eine steile Flanke zum Gipfelgrat. Auf 2434m erreichten wir das Skidepot.
Ein bei schönem Wetter sicherlich wunderschöner schmaler, allerdings vereister Grat lag vor uns. Doch der einsetzende leichte Schneefall und die schlechte Sicht zwangen uns auf etwa 2500m zur Umkehr. Bruchharsch mit Nebel und Schneefall ist eine nicht so tolle Kombination, aber die Querung ins Pistengebiet war bald erreicht.
Am Abschlussabend beschlossen wir bei Käsefondue mit Morcheln und gemeldetem Südstau mit schönem Wetter im Norden auf der Rückfahrt noch eine Tour oberhalb des Vierwaldstättersees anzugehen. Eine super Entscheidung!
Während es nun im Süden schneite kam der blaue Himmel nach Durchfahrt durch den Gotthardtunnel nun im Norden zum Vorschein. Wir fuhren bis Beckenried direkt am Vierwaldstättersee und nahmen die Seilbahn zur Klewenalp (1600m). Von hier aus querten wir ein kurzes Stück durch das Pistengebiet, dann aber durch tiefverschneite Wälder, bis wir die „Bärenfalle“ passierten. Von dort führte uns der Weg über sanfte Hänge bis zum Brisenhaus (1753m). Im Tal lag der dichte Nebel über dem See und über uns die Bergwelt im Sonnenschein. Weiter ging`s die Hänge hinauf auf den 2170m hohen Glatt Grat.
Der Talnebel hatte sich inzwischen aufgelöst und wir genossen eine 1800 Hm lange Talabfahrt – 800 Hm durch herrlich weichen Pulverschnee und 1000 Hm über die Piste nach Beckenried – immer mit Blick auf den Vierwaldstättersee – ein Vergnügen, dass nur alle paar Jahre möglich ist, wenn die Schneelage diese Talabfahrt zulässt.

Teilnehmer Gruppe Albatros und Hochtourengruppe
Werner Klee, Horst Wündsch, Friedhelm Hulley, Heike Schuster-Hulley

Heike Schuster-Hulley

Kategorie: Albatros, Hochtourengruppe

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