Ski- und Schneeschuhtouren im Kleinwalsertal Silvester 2008/2009

| 20. Februar 2009

Teilnehmer : Mitglieder von HTG und Albatros

Drei Wochen vor Silvester war die Sache klar- es lag ausreichend Schnee und die Bedingungen schienen nicht schlecht zu sein. Ein Ziel für unsere Ski- und Schneeschuhtourenwoche war nach kurzer Besprechung in der Kletterhalle mit dem Kleinwalsertal auch schnell gefunden.
Aufstieg zur GüntlespitzeDank Birgitts unermüdlicher Suche gab’s auch noch, trotz der Vierschanzentournee, eine schöne Unterkunft in Oberstdorf-Tiefenbach.

Güntlespitze (2.092 m)Die Bedingungen waren nicht nur nicht schlecht- sie waren super, allerdings auch super kalt: Sonnenschein mit strahlend blauem Himmel und viel Schnee bei Lawinenwarnstufe 1, die Temperaturen lagen morgens beim Start vom Parkplatz bei schattigen -10 bis -15 °C- aber beim Aufstieg wurde einem ja schnell warm…

Unsere erste Tour führte Jörg, Friedhelm und mich zur hoch über Baad aufragenden Güntlepitze (2092m). Wir folgten dem Derrenbachtal und stiegen rechts vor dem Derraköpfle den Hang steil hinauf Richtung Mittlere Spitalalpe. Der Weg war beschwerlich, da zahlreiche alte Lawinenreste zu queren waren. Über Derrajoch und Obere Derraalpe führte uns der Weg schließlich steil hinauf zum Skidepot und über den Grat ging’s zu Fuß zum Gipfel. Die 870 Höhenmeter-Abfahrt mit NO-Ausrichtung zeigte sich leider stark verharscht, so dass sie nicht wirklich als genussvoll beschrieben werden kann, zudem mussten im unteren Teil die ganzen Lawinenfelder wieder gequert werden.

Zum Abendessen trafen wir wieder mit Birgitt, die in diesen Tagen die kilometerlangen Loipen rund um Oberstdorf in Angriff nahm, sowie mit Horst und Micha zusammen, die auf dem Weg in die Berge vom Auto aus noch eine Unterkunft, ebenfalls in Tiefenbach, klarmachen konnten.

Das Gipfelziel für den nächsten Tag hieß Hehlekopf (2058m). Ausgangspunkt war die 1273m hoch gelegene Auenhütte, von der aus es über den Winterwanderweg gemütlich zur Schwarzwasserhütte (1620m) hinaufging. Es folgte eine lange flache Querung unter den Steinmandl-Hängen bis zum Gerach-Sattel, von dort ging’s über die Südhänge hinauf und zum Schluss über den obersten SW-Grat zum höchsten Punkt- wieder wartete eine grandiose Aussicht auf uns, im Osten fiel der Blick auf die steil abfallenden Felswände des Hohen Ifen. Eine der schönsten Abfahrten in dieser Woche sollte folgen. Über die tragenden Eisflächen der weiten Osthänge fuhren wir anschließend durch ein enges bewaldetes Tal entlang der markierten Skiroute und erreichten schließlich wieder den Ziehweg zurück zur Auenhütte.

Silvester vor dem BrunnenstadlAm Silvestertag ließen Friedhelm und ich es mit dem 1990m hohen Gamsfuß etwas ruhiger angehen, während sich Jörg, Horst und Micha den 2039m hohen Seekopf als Ziel ausgesucht hatten.

Toreck (2.016 m) vom Kleinwalsertal ausVon Baad aus folgten wir dem romantischen Bärgunttal zur Bärgunthütte (1391m). Von dort ging es sanft ansteigend über eine Wiese, dann über eine kleine Brücke und an einer verfallenen Hütte rechts steil in zahlreichen Kehren aufwärts Richtung Stierlochalpe. Nach Süden führte die Tour über eine Stufe zum nächsten Geländerücken, anschließend durch eine Mulde und schließlich steil hinauf in das Kar unter dem Heiterberg. Von dort aus querten wir unter einer gewaltigen Wächte nach Westen hinauf und überstiegen diese ganz rechts, um am letzten Tag des Jahres ganz allein auf dem Gipfel des Gamsfußes zu stehen. Der Ausblick fiel auf den gegenüberliegenden markanten Widderstein- ein tolles Fotomotiv.

Nach der Skiabfahrt bzw. dem Schneeschuhabstieg genossen wir jeder unseren Germknödel mit Vanillesoße vor der Bärgunthütte bei den letzten Sonnenstrahlen des alten Jahres.

Während Jörg, Birgitt, Friedhelm und ich nach der feucht-fröhlichen Silvesterparty im Brunnenstadl bei „Dicke-Backe-Musik“ das neue Jahr mit einer kleinen Wanderung durch die Breitachklamm begannen, zeigten Horst und Micha keine Müdigkeit und unternahmen eine Skitour zum Steinmandl (1982m) über der Schwarzwasserhütte.

Aufstieg zum ToreckDas Toreck (2016m) wird im Führer als „spannende Tour der Extraklasse“ beschrieben und war sicherlich die schönste Tour dieser Woche. Die Oberen Gottesackerwände bilden eine etwa 3 km lange Felsfluh, deren letzter, auffallend gegen Osten vorspringender Gipfel als Toreck bezeichnet wird. Ausgangspunkt war das Mahdtalhaus (1100m) in Innerschwende. Der Weg führte zunächst talein zur Sohle des Mahdtales, dann in bewaldetem Tal Aufstieg westwärts und eine Schneise nach links gegen auffallende Felsen empor. Es folgte ein steiler Aufstieg, um dann über weite Karstflächen den Gipfel zu erreichen. Unten im Tal hingen die Wolken, während wir nur blauen Himmel über uns und ein herrliches Bergpanorama vor uns hatten- und vor uns lag auch eine Traumabfahrt von knapp 1000 Hm durch Pulverschnee. Gipfel des Toreck (2.016 m)Ein leckerer Kirsch-Schokokuchen im Mahdtalhaus und ein (oder auch zwei…) Biere in der Oberstdorfer Dampfbierbrauerei rundeten diesen schönen Tourentag passend ab.

Am nächsten Tag hieß es Abschied nehmen und so legten wir noch einen Pistentag am Hohen Ifen ein , um dann nach Auflösung der Staus die Heimfahrt anzutreten.

Horst und Micha waren nicht zu bremsen und bestiegen noch das Grünhorn (2039m) und am Folgetag das Karlstor, die Scharte zwischen Großem und Kleinem Widderstein – aber dann mußten auch sie wieder nach Hause.

Alles in allem kann man sagen, dass in dieser Woche alle auf ihre Kosten kamen und das einzige, was uns fehlte, waren noch ein paar zusätzliche Urlaubstage…

Heike Schuster-Hulley

Kategorie: Albatros, Hochtourengruppe

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