Sizilien zwischen Feuer und Eis

| 30. November 2014 | Keine Kommentare

Endlich Herbstferien, es ist wieder soweit die Albatrose ziehen wieder in den Süden, wie im letzten Jahr geht es für 2 Wochen nach Sizilien. Davon dass bei unserem Flieger erst mal eine Reparatur durchgeführt werden muss und wir mit 2h Verspätung in den Urlaub fliegen, lassen wir uns die Vorfreude auf den Urlaub nicht verderben. Nach der Landung in Palermo, geht es dann zu den Unterkünften für die erste Woche in San Vito, wo wir gegen 2 Uhr Nachts ankommen.

Mit Hermann von der Klettergruppe, waren wir 12 Personen und benötigten deshalb 2 Häuser. Wir verleben bei gutem Wetter wunderschöne Tage in San Vito, die ersten Tage besuchen wir die Gebiete aus dem letzten Jahr die uns gut in Erinnerung geblieben sind. Neu für uns waren die beiden Wände „Never Sleeping Wall“ an welcher es tolle lange Routen mit Sintersäulen gab und „Crown of Aragon“ mit rötlichem, überhängenden Fels. An den Abenden grillten wir zusammen auf unserer Terrasse, wenn es der teilweise starke Wind zuließ oder gingen zusammen lecker essen. Groß war die Überraschung als wir Jim und Janne mit Ihren Kindern am Strand beim Schwimmen trafen. Die erste Woche war viel zu schnell vorbei und wir wechselten auf die andere Seite der Insel in die Nähe von Syrakus.
Erstaunlich war, dass wir trotz der extrem schlechten Straßen dort ankamen. Riesen Stellen fehlenden Asphalts und fast zugewachsene Autobahnabfahrten waren noch das harmloseste, vor allem wenn man bedenkt welche Blütezeit diese Region vor mehr als 2500 Jahren erlebte. Unterwegs konnten wir uns davon in der römischen „Villa Casale“ überzeugen. Dieses UNESCO Weltkulturerbe, wurde im 4Jh. errichtet und besticht neben der Größe der Anlage durch wunderschöne, 3500 m2 Fußboden Mosaike. Die Ausstattung würde einer heutigen Traumvilla durchaus gerecht, mehr als 40 Zimmer, Fußbodenheizung, Dampfbäder, Saunen, Schwimmbecken…. Sehr beeindruckend und sehenswert. Als wir uns dann müde von der Fahrt unserer nächsten Unterkunft näherten, bekamen wir einen Schreck, über 19km fuhren wir an einem riesigen Petrochemie Komplex vorbei. Bei Tageslicht betrachtet, war die Villa die wir mit allen gebucht hatten, aber dann deutlich schöner, von den Ölanlagen war nichts zu sehen und es gab einen sehr schönen gepflegten Garten mit Bananenstauden und einem Pool.
Bei schönem Wetter ging es dann nach Curvone an einen schönen Kalkfelsen, wie in den von uns besuchten Klettergebieten der Region Syrakus gab es ausnahmslos sehr schönen griffigen Kalk. Nur die Absicherungen waren manchmal bedenklich rostig. So war ich mit Hermann in „La Pagoda“ einem Klettergebiet direkt am Meer. Wegen der schlechten rostigen Haken, hatte mich entschieden nicht zu stürzen. Ein Trittausbruch warf diesen Vorsatz über den Haufen der Haken hielt aber doch.

An einem Regentag, an dem wir leider nicht viel klettern konnten besuchten wir die Altstadt von Syrakus und eine Ausstellung über die Maschinen von „Leonardo da Vinci“. Erstaunlich, was dieser zu seiner Zeit schon alles entwickelt hat und was dann einige hundert Jahre später wieder mühsam neu entdeckt werden musste. Im letzten Jahr hatten wir uns schon einen Ausflug zum Ätna vorgenommen. An unserem Ruhetag starteten wir morgens relativ früh. Zuerst ging es mit dem Auto zum Besucherzentrum Süd, unterwegs fuhren wir durch ausgedehnte Felder erkalteter Lava, mit Seilbahn und Allradfahrzeugen ging es durch Schnee und einer Mondlandschaft aus schwarzem Lava Sand, bis auf 2900 m von wo aus wir mit einem Bergführer zu einem Krater aufbrachen. Dieser hatte sich 2001 gebildet und es stieg immer noch etwas Rauch auf. Wir erfuhren bei dieser Exkursion sehr viel über den Vulkan, mit ca. 3350 m der größte und aktivste von Europa. Anschließend besuchten wir noch Taormina, das hoch oben an einem Berg über der Küste liegt und das Theatro Greco, einem sehr imponierenden Amphitheater. Taormina ist autofrei und sehr schön restauriert. Dadurch, dass wir in der Nebensaison unterwegs waren, war es angenehm leer.

An unserem letzten Klettertag besuchten wir dann noch ein tolles Klettergebiet, Timpa Rossa. Leider hatte Ralf Pech und zerschnitt sich bei der Anfahrt über einen kleinen Feldweg den Reifen an einer Teerkante. Da es in dem Leihwagen nur Reparaturspray statt Reservereifen gab, fing dann das Drama an, Telefonieren, warten auf den Abschleppwagen, leider ohne den versprochenen Ersatzwagen. Also mussten wir den dann in Syrakus abholen. Im Feierabendverkehr bei der kreativen Fahrweise der Italiener ein eigenes Abenteuer. Am Abend feierten wir trotzdem Ralfs Geburtstag, bei einem leckeren Essen. Am Abreisetag nutzten wir die verbleibenden Stunden, vor dem Abflug, um in Syrakus die Ausgrabungsstätte „Neapolis“ zu besuchen. Siracusa war in der Antike eine der größten Städte im Mittelmeerraum, in das gut erhaltene Theater dort passten ca. 15 000 Menschen, es gibt eine Nymphen Grotte dort, die über eine Wasserleitung aus 40km Entfernung gespeist wird, diese funktioniert seit fast 3000 Jahren. Zu sehen gab es das „Ohr des Dionysios“, einer riesigen künstlichen Höhle mit erstaunlicher Akustik, eine Arena für Gladiatorenkämpfe, das Grabmal des Archimedes, alles in riesigen Steinbrüchen gelegen bzw. herausgehauen. Ein würdiger Abschluss für einen sehr schönen Kletterurlaub. UM

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Kategorie: Aktuell, Albatros, Gruppen

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