Schnee… äh Eis Total 2018

| 12. Februar 2018 | Ein Kommentar
Tag 1:

Es gibt solche Momente, da hilft nur Kopfschütteln und Lachen. Zum Beispiel wenn man mit dem DAV-Bus Richtung Pitztal fahren möchte, bemerkt dass das Scheibenwischwasser leer ist, das Scheibenwischwasser auffüllt, dann bemerkt dass der Behälter wohl ein Loch hat, und einem das Zeug über die Schuhe läuft. Manch einer wäre jetzt verzweifelt oder hätte sich geärgert, aber da wir ja die JuMa sind, und keine unsrer Touren nach Plan verläuft, wurde dieser Umstand mit dem nötigen Galgenhumor behandelt. Kurzer Hand wurde Flo am Beifahrersitz angeseilt, um alle paar Kilometer während der Fahrt auf die Windschutzscheibe zu klettern und sauber zu machen.
Nein, natürlich nicht, aber die Idee kam tatsächlich auf.
Nach diesem unfreiwilligen Stop ging es dann endlich richtig los. „Eis Total“ – wir kommen!
Im Pitztal angekommen, checkten wir in der Pension ein, und machten uns direkt auf den Weg zum Veranstaltungsort in Mandarfen. Bei der Akkreditierung bekamen wir noch kleine Präsente wie Mützen, Buffs oder Boulderbürsten geschenkt (ob im Eis so viel Chalk hängt?). Das restliche Abendprogramm bestand aus einer kleinen Übersicht über die Eisfälle, den Ablauf, und einem Bildvortrag von Lisi S.
Übermüdet, aber gespannt wie ein Flitzebogen ging es dann zurück in die Pension und ins wohl verdiente Bett.

Tag 2:

Wecker um 6:30 Uhr, aufstehen, frühstücken, und dann etwas überfordert im Zimmer stehen: wie viele Lagen soll man den jetzt nur anziehen? Diese Aufgabe haben wir alle gemeistert, denn keiner hat an dem Tag in der Taschachschlucht gefroren. Nach einer spektakulären Parkplatzsuche (wieso fährt der Bus nur nicht mit angezogener Handbremse??) und einer Einführung in die Kunst des Garmaschen-Anziehens, liehen wir uns beim Eventcenter Steigeisen, Schuhe, Jacken, und alles was man sonst noch ausprobieren wollte, und stiefelten von da aus in die Schlucht. Dort angekommen warteten auf uns drei große Eisfälle, an denen man im Toprope die Steigeisen und alle möglichen Eisgeräte ausprobieren könnte. Also rein in Gurt und Eisen, und los geht’s. Die ersten zwei Routen waren wohl für uns alle sehr ungewohnt, aber nach und nach fanden wir Vertrauen in das Eis und die Geräte. Die Bergführer vor Ort zeigten uns verschiedene Techniken, und standen uns bei jeder Frage zur Seite. Alles in allem war es ein unglaublich schöner, witziger, lehrreicher Tag, der mit einem Becher Glühwein am späten Nachmittag vorerst endete.
Nach einer heißen Dusche ging es in den Hexenkessl zum Essen und zur anschließenden Verlosung durch den Veranstalter. Vanessa und René haben doch tatsächlich was gewonnen. Platt wie wir waren ging es danach aber recht zügig ins Bett, wir wollten ja für den nächsten Tag fit sein.

Tag 3:

Schnee. Viel Schnee. Und noch mehr Schnee. Und die Information dass die gesamte Straße im Pitztal wegen Lawinengefahr gesperrt ist. Nach einem kurzen Telefonat mit dem Veranstalter war klar: die Veranstaltung wird abgebrochen, weitere Infos folgen.
Etwas ratlos saßen wir am Frühstückstisch. Aber wir lassen uns ja nicht unterkriegen. Also, Klamotten an und Schnee schieben. Gemeinsam mit der Familie, denen die Pension gehört, räumten wir den ganzen Hof und die Autos frei, was fast zwei Stunden in Anspruch nahm. Den Grundkurs „Schneeketten anlegen“ haben wir auch bestanden.
Und dann war Zeit totschlagen angesagt. Gar nicht so einfach bei einem Aktionsradius von 100 Metern. Von Gesellschaftsspielen, über schlafen bis hin zu hoffnungsvollem aus dem Fenster starren war alles dabei, aber irgendwie haben wir es dann doch bis zum Abend geschafft.

Tag 4:

Nochmal 40 cm Neuschnee. Gleiches Prozedere wie am Tag davor.
Frühstück √
Schnee schippen √
Rumsitzen und aus dem Fenster starren √
Gesellschaftsspiele √
Kuchen essen √
Das überwechtete Bachufer mit Schneebällen bombardieren √
Flachköpper in den Tiefschnee √
Abendessen suchen, finden, essen √

Zurück in der Pension überraschte uns die Pensionsmama doch tatsächlich noch mit einem Kasten Bier. Danke dafür, die Laune hob sich augenblicklich!

Tag 5:

Kein Neuschnee! Aber nach der ersten Euphorie dann die Frage: was tun wir, wenn wir keinen Schnee schippen können? Die gut gelaunte Dame im Radio verkündete zwar, dass ein paar Orte talauswärts die Räumungsarbeiten auf der Straße begonnen hatten, aber bei uns gab es über Nacht keine Lawinenabgänge. Also hieß es weiter warten.
Aber mit Sonnenschein! Mit Sonnenbrille und Sonnencreme bewaffnet verbrachten wir den Tag draußen im Schnee, unglaublich wie gut das unsren Gemütern getan hat!
Und am Abend dann die lang ersehnte Nachricht: die Straße ist frei.
In Rekordzeit wurden die Taschen gepackt und der Bus geladen. Die Pensionsmama machte uns noch ein leckeres Abendessen (ein dickes DANKE an dieser Stelle an sie und ihre Familie, ohne die tägliche Suppe und den selbstgemachten Kuchen hätten wir die Tage wohl nicht so unbeschadet überstanden), und dann ging es ab in die Nacht und zurück nach Hause.

Was lernen wir aus dieser Fahrt?
– Bei Garmaschen gibt es rechts und links
– Schnee schippen macht Spaß
– Markus meldet ein Nebengewerbe als Schneegarant an
– 8:15 ist „viertel neun“, 8:45 ist „dreiviertel neun“
– Unser neustes JuMa-Adoptivkind heißt Martin und ist über 50
– Robin mag keine Würfelspiele
– Michi braucht Over-Knee-Garmaschen
– Man braucht mindestens eine Notfallkiste Bier im Auto

Danke an die ganze Bande für diese Fahrt, ich denke wir haben viel gelernt, wenn auch nicht so wie es geplant war. Aber Pläne sind ja was für Anfänger 😉

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Kategorie: Aktuell, Berichte, Juma

Kommentare (1)

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  1. Oliver Gonzalez sagt:

    Sehr geile Sache 🙂
    Hauptsache ihr hattet Spaß.

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