Sardegna, ein Traum aus Fels

| 4. November 2012 | Keine Kommentare

Sonntagabend, eigentlich sollten wir schon auf Sardinen sein, doch unser Flieger hat Verspätung. Als er endlich mit fast 2h Verspätung abhebt, gleicht der Flug Streckenweise eher einem Rodeo Ritt. Aber gegen 1 Uhr in der Nacht sind wir dann endlich, total müde, in unseren Ferienwohnungen in Cala Gonone, bei Luigi angekommen. Wir, das sind 10 Albatrose, die ihren verdienten Herbsturlaub am wunderschönen Golf von Orosei verbringen möchten. Als wir am nächsten Morgen aufwachen scheint die Sonne. Für den ersten Tag beschließen wir in der Cala Fuili zu klettern, eine wunderschöne Bucht, mit einer Schlucht von ca. 2-3km. Rechts und links sind etliche Sektoren eingebohrt. Besonders schön ist die Möglichkeit, nach dem Klettern schwimmen zu gehen. Deshalb geht es am 2. Tag auch dorthin.

Am 3. Tag fahren wir mit einem Schlauchboot in die Cala Luna. Es handelt sich um eine einsame Bucht, mit karibischem Flair an der unmittelbar am Strand geklettert werden kann. Angenehm ist, dass die Sonne ab Mittag aus den Touren dreht und es immer mehr Schatten gibt. Pünktlich werden wir abends von unserem Schlauchboot abgeholt. Die Rückfahrt verläuft wegen der raueren See nicht so gemütlich wie morgens. In der letzten Abendsonne sitzen wir dann noch im Freien über dem Hafen in einer Bar und nehmen eine Spritz zum Ausklang des Tages.

Ein Teil der Gruppe fährt heute, am Ruhetag nach Dorgali und zum Gigantengrab „S ena e Tomes“. Auch die Siedlung Serra Orios besuchen wir. Hier gibt es Überreste von fast 100 Wohnstätten und Tempeln zu besichtigen. Die Mauern stehen noch bis über Brusthöhe, die Häuser sind rund und eng verschachtelt, es ist sehr beeindruckend.

Am 5. Tag wir gehen Klettern. Diesmal steht das Gebiet Buchi Arta auf dem Programm, eine senkrechte strukturierte Kalkwand. Hier gibt es sehr schöne Touren von bis zu 35m Länge. Nur auf die Schweine muss man achten sonst ist die Vesper schneller weg als man schauen kann. Highlight an diesem Tag ist das Abendessen im Agriturismo Rifugio Gorroppu, hier gibt es sardische hausgemachte Kost mit frischen Nudeln und viel Käse, hausgemachter Wurst und Spanferkel.

Am Samstag fahre ich mit Susanne und Mark zuerst nach Nuoro, die Stadt gefällt uns aber gar nicht und so fahren wir schnell weiter an die Costa Smeralda, Porto Cervo und Porto Rotondo Am beeindrucktesten ist die tolle Landschaft, aber auch die wilden von Wasser und Wind zerfressenen Granitfelsen sind sehenswert. Gegen 20 Uhr holen wir Jörg dann am Flughafen Olbia ab.

Sonntag geht es nach Dorgali, der Sektor s Atta Ruia liegt direkt über der Stadt und bietet abwechslungsreiche Kletterei in festem Kalk. Mark ist ganz vernarrt in seine ältere Spielgefährtin und als wir gehen kennt am Fels jeder den Namen Ornella…. Wir powern uns ordentlich aus, denn morgen ist Ruhetag. Diesmal mieten wir uns 2 Schlauchboote und fahren selbst an der wilden und einsamen Felsenküste zur Cala Goloritze, die abwechslungsreiche Fahrt dauert 45 min. Es geht durch Wasser das von der Farbe und der Klarheit den Vergleich mit der Südsee nicht zu scheuen braucht. Einen Großteil der Strecke steuert Kapitän Mark, nachmittags auf der Rückfahrt kommt wieder Wind auf und das Meer wird unruhig.

Dienstag geht es nochmal nach Buchi Arta, da am geplanten Fels alle Parkmöglichkeiten belegt waren. Diesmal gestaltete sich die Fahrt zum Fels abenteuerlich, Susanne trieb einen mit den Hufen scharrenden Stier von der Straße – zwischen den Hörnern und unserem Wagen hätte keine Zeitung Platz gehabt – frei laufende Schweine, Esel und Ziegen machten es zusätzlich interessant. Als gegen 14:30 die Sonne in die Wand dreht, streichen wir recht schnell die Segel, es wurde zu warm. Mittwochs klappt es dann mit dem Sektor Arcadia, interessante Kletterei mit teilweise sehr weite Hakenabstände, zum Teil an rostigen Haken. Ab 15 Uhr wurde es zu warm zum Klettern und wir fuhren zum Schwimmen. Kein Wunder, dass uns das Meer lockte, hatten wir doch beim Klettern die ganze Zeit den Blick die Küste entlang.

Donnerstag fährt ein Teil der Gruppe zum Baden in die Bucht von Orosei. Hier gibt es einen Sandstrand und wunderbares klares, blaues Wasser. Nachmittags besuchen wir die Ausgrabungsstätte Nuraghe Mannu hier gibt es die Reste eines 4,7 m hohen Wachturms inmitten einer alten Siedlung zu sehen. Dadurch, dass zur gleichen Zeit ein Gewitter aufzieht erleben wir eine ganz besondere Stimmung. Auch das Meer sieht bleigrau und dunkel aus. Die Sarden sind sicher froh über ein paar Tropfen Regen, bei der vielen Sonne die wir bis dahin hatten, können wir damit gut leben.

Am letzten Urlaubstag fahren wir durch wildromantische Landschaft zum Klettern nach Baunai. Die Touren waren besser gesichert aber verlangten viel Überblick, Susanne zeigte Jörg und mir, dass man einen 5er nicht mit 7er Zügen klettern muss. Zum Abschied ging es dann abends noch mal auf einen Agriturismo, dort auf der Codula Fuili feierten wir Michaels Geburtstag und hatten einen tollen Abend. Das besondere an Agriturismo ist, dass es dort nur selbstangebautes geben darf, frischer und landestypischer kann man kaum essen. Damit endete dann am nächsten Tag mit dem Heimflug auch unsere Traumurlaub am Golf von Orosei.

 

 

 

Uwe, Herbst 2012

Kategorie: Albatros

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