Nass aber zufrieden – erweiterte Mountainbike-Karwendelrunde im Juli

| 16. August 2017 | Keine Kommentare


Keine Anmeldungen sind kein Grund, die Tour abzusagen – nach dem Motto
startete ich am 18. Juli die Mountainbike-Karwendelrunde des Juma-
Sommerprogramms. Auch wenn doch niemand Zeit hatte, wollte ich mir die Tour
nicht nehmen lassen. Also packte ich mein Rad, und nahm damit den ersten Zug
um 5:07 Uhr in Richtung Mittenwald.

Gegen 13 Uhr ging dann bei noch traumhaftem Wetter die eigentliche Tour los:
Die erste Etappe über Scharnitz auf die Pfeishütte. Nachdem der flache Radweg
bis Scharnitz sehr gut machbar war, stellte der Weg zur Pfeishütte doch eine
größere Herausforderung dar. So lange, durchgehende Anstiege ist man aus
Koblenz einfach nicht gewohnt. Dazu kam auf Höhe der Möslalm ein schweres
Gewitter, bei dem mich die Alm aber bei Kaffee, Kuchen und Unterhaltung mit
anderen Bikern trocken hielt. Danach hiess es: weiter entlang des sehr schönen
Gleirschtals. Das einzige wirkliche Problem an diesem Tag stellte der letzte
Anstieg dar. Wie die pfeishuette.at zur Rad-Anreise schreibt: „unterer Teil
leicht, letzter Anstieg schwer“. Zu wenig Understatement kann man den
Hüttenwirten nicht vorwerfen: der letzte Anstieg war für mich eine in
Verbindung mit dem äußerst groben Schotter unfahrbar steile, fast einstündige
Schiebestrecke, nach der ich aber immerhin 15 Minuten vor dem Abendessen an
der Hütte ankam. Nach einem wohlverdienten und sehr leckeren Abendessen mit
netten Unterhaltungen ging ich dann ins Bett…

… um am nächsten Tag direkt nach dem Frühstück die Abfahrt ins Tal
anzugehen. Die steile Schotterstrecke war dann nur noch fordernd, aber kein
Ding der Unmöglichkeit mehr. Aus dem Gleirschtal führte der Weg dann zwei
Täler weiter ins Karwendeltal. Die Strecke war dort sehr ähnlich: flach
startend, und diesmal sogar mit zwei Gewittern, das letzte davon mit Hagel und
ich danach dementsprechend komplett durchnässt. Aber immerhin kam danach die
Sonne raus, sodass ich den steilen End-Anstieg zum Karwendelhaus um 14 Uhr
hinter mich bringen konnte. Auch wenn meine Kondition während des Anstieges
nahezu am Ende war, gab es doch immerhin Respektsbekundungen von deutlich
schnelleren MTB-Fahrern, die würdigten dass ich (im Gegensatz zum größten Teil
der anderen Radfahrer) die Strecke nur mit eigener Muskelkraft ohne
Motorunterstützung anging. Die Beine waren an der Hütte wider Erwarten noch
nicht komplett erschöpft, also wanderte ich noch in ca. 2 Stunden zum
Hochalmkreuz und zurück, und beendete dann den Tag wieder mit gutem Essen und
netten Unterhaltungen.

Der dritte Tag folgte wieder einem ähnlichen Muster: Genussvolle Abfahrt mit
traumhafter Aussicht über den kleinen Ahornboden nach Hinterriss, dort Besuch
eines kleinen Karwendel-Museums, und dann wieder eine anstrengende Auffahrt.
Mitten auf dieser Auffahrt wollte ich mich eigentlich nur kurz an einer Stelle
mit schöner Aussicht sonnen, aber die Pause wurde leider unfreiwillig
verlängert als ich beim Anfahren merkte, dass der Vorderreifen platt war, und
der Ersatzschlauch anscheinend durch unsanfte Behandlung in der Tasche schon
ein Loch hatte. Na ja, geflickt, einen hilfsbereiten anderen Biker
kennengelernt und weitergefahren. Zwischendurch wurde das Wetter immer trüber,
aber kurz sah es so aus, als ob der zu durchquerende Gebirgsbach wenige
Kilometer vor der Krinner-Kofler-Hütte meine einzige nasse Erfrischung für den
Tag wäre. Aber kurz vor der Hütte wurde die Hoffnung enttäuscht: Das übliche
Gewitter durchnässte mich bis auf die Socken, sodass der zwischenzeitlich
wiedergetroffene andere Biker und ich uns sehr über das Tour-Abschluss-Bier
und eine warme Mahlzeit in der Fereinsalm freuten. In der nebenan liegenden
Hütte wurde ich dann von bekannten Gesichtern überrascht: Die Koblenzer
Jugendgruppe auf ihrer Sommerfahrt! Die Einladung zum Abendessen war zwar
nicht eingeplant, wurde von mir aber dennoch dankend angenommen.

Beim Abendessen empfahl mir Olaf als Abschlusswanderung noch die nahe gelegene
Soiernspitze, sodass ich am nächsten Morgen um 7 Uhr dorthin aufbrach.
Traumhafte Ausblicke war ich inzwischen von der Tour gewohnt, aber der Gipfel
war auf jeden Fall der mit der weitesten Sicht. Allzulang konnte ich den
Ausblick aber nicht genießen, da noch die schnelle Abfahrt ins Tal anstand,
und dann die Zugfahrt nach Hause. 8 Stunden ziehen sich, aber nach so vielen
Erlebnissen war das verschmerzbar.

So eine Tour wird sicher noch einmal gemacht! Egal ob allein oder mit
Mitfahrern, wenn es nächstes Mal auch nur annähernd so gut wird, kann es sich
nur lohnen.
Text: Andreas Mützel

Stichworte:

Kategorie: Berichte, Juma, Sonstige Touren

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