Mit der Familiengruppe in der Ardéche

| 18. Juli 2018 | Keine Kommentare

„Warum bieten wir mal nicht in den Sommerferien die Ardéche an?“, schlug Daniel Klaiber bei der Programmbesprechung der Familiengruppe vor. „Die beeindruckende Canyon-Landschaft bietet unglaublich viele Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, insbesondere mit Kindern“. Der Vorschlag stieß bei mir erst einmal auf Skepsis, schließlich ist die Region in Südfrankreich nicht gerade ein Katzensprung von Koblenz entfernt. Doch je mehr ich mich mit der Idee beschäftigte, desto mehr reifte in mir die Überzeugung, dass die lange Fahrt sich lohnen könnte.

Am 22. Juni 2018 trafen sich schließlich vier Familien auf dem Campingplatz Lou Rouchetou bei Les Vans. Aufgrund des frühen Ferienbeginns in Rheinland-Pfalz hatten wir noch das Glück eines angenehm gefüllten Campingplatzes und einer staufreien Anreise. Kaum angekommen nutzten Kinder und Erwachsene den überwiegend leeren Pool oder Strandabschnitt an dem Flüsschen Chassezac für eine Abkühlung.

Während wir den ersten Tag noch zur Orientierung und zum „Ankommen“ nutzten, wurde schon an einem Programm für die kommenden Tage gearbeitet. Hier war vor allem die „Ortskenntnis“ von Daniel Gold wert. Unzählige „Geheimtipps“ aber auch bekannte Ausflugsziele wurden in Angriff genommen. Dabei durfte natürlich auch eine Kajak-Tour auf der Ardéche, die vor allem für ihre beeindruckende Canyon-Landschaft bekannt ist, nicht fehlen.

Zum Einfahren mit den Kajaks nutzten wir aber erst einmal das naheliegende Flüsschen Chassezac, der schon die eine oder andere Stromschnelle als Adrenalin-Kick zu bieten hatte. Immer wieder legten wir aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen Badepausen ein. Die Felsenformationen boten vor allem den Kindern zahlreiche Möglichkeiten für den einen oder anderen gewagten Sprung ins Wasser.

Im Laufe des Urlaubs wurde uns schnell klar, dass wir mehr Ideen als Zeit hatten. Wir erkundeten echte Naturperlen im Oberlauf der Ardéche. Atemberaubende Wasserlandschaften mit unzähligen Wassergumpen luden zum Abkühlen oder dem abenteuerlichen Erkunden der Flussläufe ein. Doch auch Kultur und Shopping kamen nicht zu kurz. So besuchten wir das Künstlerdorf Thines oder das Höhlenmuseum „Caverne du Pont ´D Arc“. In Largentière fanden wir das eine oder andere Schätzchen oder Andenken auf dem Markt. Die mittelalterliche Stadt mit seinen malerischen Gassen bot aber mehr als Verkaufsstände und lud durch seine Architektur geradezu zu einem Stadtbummel ein.

Auch Temperaturen jenseits der 30 Grad waren kein Grund Wanderungen komplett aus unserer Aktivitätenliste zu streichen. Dabei nutzten wir überwiegend die angenehmen Temperaturen in den Morgenstunden oder wichen in höher gelegene Regionen aus.

Eine wahre Hitzeschlacht war mein persönlicher Höhepunkt des Urlaubs: die Wanderung durch das Ardéche-Tal. Hier war schon die Anfahrt zum Startpunkt unserer Wanderung ein echtes Abenteuer. Die erwartete Straße stellte sich als echte Offroad-Offenbarung für unsere Autos dar. Die Wanderung durch das naturbelassene Paradies war ein echter Leckerbissen. Nach einem kurzweiligen Abstieg standen wir an der Ardéche. Unglaublich, wie viele Kajaks auf dem Fluss unterwegs sind. Mit Unterstützung einer deutschen Familie, die uns kurzer Hand ihre Kajaks liehen, konnten wir unser Gepäck trocken auf die andere Seite des Flusses transportieren. Natürlich durfte auch eine kurze Abkühlung im Wasser nicht fehlen. Überwiegend noch mit Badesachen bekleidet, ging es auf dem parallel zum Flusslauf führenden Wanderweg. Die Kalkfelsen, die bis zu 300 m hoch sind, waren einfach atemberaubend und machte Vorfreude auf die wenige Tage später geplante 24 Kilometer lange Kajak-Tour. Doch trotz aller Schönheit machte uns in der aufgeheizten Schlucht auch die Hitze zu schaffen. Schattenplätze waren in der Mittagssonne Mangelware. Auf Höhe der Gesteinsformation mit dem Namen „Kathedrale“ wechselten wir wieder die Flussseite. Hier entschieden wir uns, das Gepäck ohne fremde Unterstützung trocken über den Fluss zu bringen. Ein Abenteuer, insbesondere für die beiden Jüngsten Clara und Helene. Nach einer letzten Abkühlung hieß es jetzt Zähne zusammenbeißen für den abschließenden Aufstieg aus der Schlucht. Quälend lang waren vor allem die letzten zwei bis drei Kilometer in der Sonne auf der breiten staubigen Schotterpiste zurück Richtung Auto. Respekt vor der Willensleistung der beiden Mädels nach der siebenstündigen Tour. Zurück bleiben Erinnerungen, die wir alle so schnell nicht vergessen werden.

Der Urlaub verflog rasend schnell. Leider haben wir nur einmal das Kletterseil ausgepackt, um das nahegelegene Klettergebiet Mazet zu erkunden, welches neben zahlreichen Routen auch eine direkte Flussanbindung für ein Sprung ins Wasser bot. Doch wer weiß, vielleicht führt uns der Weg ja noch einmal hierher.

Text: Uwe Henning
Fotos: Henning / Friedl

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Kategorie: Familiengruppe

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