Kalimerá, Kalymnos! – Sportklettern unter der Sonne von Hellas

| 30. Mai 2018 | Keine Kommentare

Wie – Sie kennen Kalymnos (und ihre kleine Schwester Telendos) nicht? Die kleine griechische Insel in der östlichen Ägäis ist seit Jahren schon ein internationaler Hotspot für Sportkletterer und wird von renommierten Fachzeitschriften in einem Atemzug mit so bedeutenden Destinationen wie Chamonix, Yosemite und Fontainbleau genannt. Ob die Insel auch langfristig dieselbe Bedeutung wie die vorgenannten Wiegen des Berg- und Klettersports erlangen wird, bleibt indes abzuwarten. Unbestritten ist aber die magische Anziehungskraft von Kalymnos auf Kletterer aus ganz Europa und darüber hinaus, die stellenweise schon gewisse Züge eines Massentourismus trägt. Die Beliebtheit der Insel, die sich inzwischen ganz auf die Bedürfnisse der Kletterer eingestellt hat, hat ganz offensichtliche Gründe: ein enormes Routenangebot von über 3.000 Routen in 66 verschiedenen Gebieten an bestem Kalkfels bei durchgehend perfekter Absicherung mit gebohrten Stand- und Zwischenhaken – auch in den Mehrseillängenrouten. Dazu eine umfassende Infrastruktur, die von komfortablen Flug- und Fährverbindungen über preiswerte Unterkünfte und zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten bis zu den allgegenwärtigen Miet-Rollern reicht, die dich problemlos zu jedem gewünschten Punkt des Eilandes bringen. Das Sahnehäubchen von Kalymnos ist das tinten- bis türkisblaue Meer mit seinem sauberen Wasser, das nach einem anstrengenden Klettertag überall zu einer wunderbaren Erfrischung einlädt. All das unter südlich-warmer Sonne, bei gutem Essen und unter Menschen, die dem Klettervolk in aller Regel offen und freundschaftlich zugewandt sind. Wie es aussieht, hat das Sportklettern auf Kalymnos voll den Zug unserer Zeit getroffen: Klettern mit allen erdenklichen Annehmlichkeiten und ohne jegliches Risiko. Selbst mir als kritischem Menschen fällt kein wirklicher Nachteil des Kletterziels Kalymnos ein – allenfalls die nicht gerade günstige CO² Bilanz der An- und Abreise per Flugzeug. Ein Ende des Booms ist nicht abzusehen und die Erschließung neuer Sektoren und Routen geht munter weiter.

Matze und Nicole, die schon vier Mal auf Kalymnos im Kletterurlaub waren, hatten uns lange genug von den Vorzügen dieser Trauminsel vorgeschwärmt. So entschlossen sich Thomas und der Verfasser dieser Zeilen, Anfang Mai 2018 zusammen mit den Beiden die Insel für eine Woche zum Klettern zu besuchen. Mit Ausnahme eines Ruhetags, der uns durch eine üble Magenverstimmung aufgezwungen worden war, waren wir jeden Tag in einem anderen Sektor unterwegs und konnten jede Menge wunderschöner Seillängen klettern. Eine Aufzählung wäre an dieser Stelle sinnlos, aber die gemeinsam in zwei Seilschaften jeweils überschlagend gekletterten Mehrseillängen-Routen „3 Stripes“ (6 SL, 5c) und „Wings for Life“ (11 SL, 6a) müssen als besonders eindrückliche Erlebnisse herausgehoben werden. Einen nachhaltigen Eindruck hat auch, zumindest bei mir, die abgelegene Bucht von Palionisos hinterlassen. Das Bad im Meer war mindestens genau so schön wie das Klettern ganz allein am Fels in der Abendsonne. Die Bilder sprechen für sich und vermitteln einen guten Eindruck von der Quintessenz des Kletterns auf Kalymnos: Genuss ohne Reue!

(Text: Peter May; Fotos: Peter May und Matthias Kröckel)

 

Stichworte:

Kategorie: Klettergruppe Albatros

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.