JuMa – Donautal By Fair Means

Dem Reisen „by fair means“, also nur mit umweltschonenden Verkehrsmitteln, wird aktuell zunehmend Aufmerksamkeit geschenkt. Nach genau diesem Motto haben Janos, Tim und Andreas an Christi Himmelfahrt ein langes Kletterwochenende im Donautal verbracht: Anreise mit dem Zug, Mobilität vor Ort mit dem Fahrrad.

Die Reise begann in der Nacht vom 4.5. auf den 5.5. mit dem Nachtzug ins Donautal. Nach einer eher weniger erholsamen Nacht kamen wir gegen halb 8 in Hausen im Tal an, wo wir uns erst einmal ein gemütliches Plätzchen zum Frühstücken suchten und pünktlich zur Öffnung der Rezeption um 9 Uhr unser Lager direkt an der Donau auf dem Campingplatz aufschlugen.

Angesichts der noch eher frischen Temperaturen war das erste Kletterziel schnell klar: Der sonnige Stuhlfels direkt über Hausen. Leider hatten auch viele andere Kletterer die gleiche Idee, sodass Janos im letzten Mohikaner tapfer den Stau und die später doch brennende Sonne im oberen Felsteil meisterte. Auf der schattigen Ostseite bezwang Andreas anschließend noch die (für an die Eifel gewöhnte Kletterer) langen Hakenabstände bei ungewohntem Fels im Frühsportweg. Von unten teilweise sehr griff-und trittlos aussehender Fels entpuppte sich (wie später noch in anderen Routen im oberen 6. Grad) beim Klettern als sehr gut mit der Methode „Hoch antreten, hochwuchten und hoffen dass ein Griff kommt“ machbar. Nach dem Abschlussbier im Ebinger Haus wurde abends noch am Zelt direkt an der Donau gekocht, und dem Wetter entsprechend nachts gefröstelt…

Der zweite Tag bot wieder zwei Touren; in der ersten (Brot und Speck, Schreyfels) war es an Tim, furchlos einen bröseligen Start durchzusteigen, und uns zu einem Gipfel mit traumhafter Aussicht zu führen. Nach der Mittagspause, dem Abseilen und einer kurzen Kaffeepause war die Alte Hausener Wand mit dem Schatzenpfad an der Reihe. Anstrengend, aber wieder mit tollen Ausblick und netten Gesprächen auf dem Felskopf. Gerade so vor der kompletten Dunkelheit wurde wieder gekocht und das Feierabendbier durch einen wärmenderen Tee mit Schuss ersetzt.

Zum Abschluss sollte es am Samstag noch der beeindruckende Blicklesfels sein:

etwas weiter von Hausen entfernt, dafür mit ansprechender Riss- und Verschneidungskletterei im Pfeilerweg, und fast noch besserer Aussicht. Nur die brennende Sonne sorgte dafür, dass wir nach dieser Tour wieder nach Hausen an die Schattenseite des Stuhlfels umzogen, um noch die Kombination aus aus der Sockelwand (interessanter Einstieg unter einem leichten Überhang) und dem Pikantus zu klettern. Letztere Route war zwar kurz, begeisterte aber durch bis dahin kaum gesehene, leistige, balancelastige Sportkletterei. Alles in allem ein lohnender Kletterabschluss, nach dem (und einer Dusche) wir uns das Abschlussessen im Gasthaus gönnten, und anschließend noch eine Donauwelle beziehungsweise Apfelpizza im nächsten Gasthof.

Die Rückreise wurde spontan umgeplant: Statt 4 Stunden auf den Zug zu warten unternahmen wir noch eine 35km-Radtour bis zum ersten Umsteigebahnhof. Dabei und auf dem restlichen Heimweg kamen wir eher nicht mehr aus sportlichen Gründen ins Schwitzen, dafür umso mehr dank der legendären ausgefallenen Klimaanlagen der DB.

Das Fazit dieser Tour: Mit Zug und Fahrrad unterwegs zu sein ist sehr gut machbar! Gerade im Donautal, wo die Strecken sehr kurz sind, was aber leider auch den vielen Felssperrungen zu verdanken ist. Derartige Touren werden wir sicher wieder unternehmen. Klettertechnisch ist das Donautal sehr lohnend und eine schöne Abwechslung zu unseren kurzen Basaltrouten. Nur eines sorgte für Verwunderung: Die Vorsteiger fanden die Touren und Hakenabstände regelmäßig schöner bzw deutlich angenehmer, als die Nachsteiger…

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Kategorie: Berichte, Juma

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