Hochtourenwoche im Ortlergebiet

| 3. Oktober 2017 | Keine Kommentare

Bis Freitagmittag noch gearbeitet, dann ab ins bereits am Vortag gepackte Auto und los gen Süden. Wir wollten eigentlich mal entspannt und einigermaßen  ausgeschlafen in unsere alljährliche Hochtour starten, doch obwohl wir ohne nennenswerten Stau durchkamen (!) war es doch schon 24.00 Uhr als wir uns am Parkplatz Zugspitzblick mit Dieter und Mario trafen. Ein Absacker Bierchen aus Dieter`s Zauberkühltruhe, ein kleines Schwätzchen und Beine vertreten, dann krabbelten alle bei einsetzendem Regen in die Autos; zum Zelt aufbauen hatte keiner mehr Lust. So wurde es also doch wieder einmal eine  ungemütliche Nachtruhe auf den zurückgedrehten Sitzen. Entsprechend waren alle bereits um 6.00 Uhr in der Früh wieder munter und es ging weiter bis Sulden, wo wir im Hotel Heike und Friedhelm antrafen und dort gemeinsam ausgiebig frühstückten. Die Sonne kam hervor und es stand einem fröhlichen Aufstieg zur Schaubachhütte (2.581m) nichts mehr im Weg.

Von der Talstation der Suldenbahn über den Ertl-Steig, der rechts vom Bach verläuft, gingen wir zunächst flach talein, dann über gut gesicherte  Felspassagen hinauf zur Ebene rechts von der Mittelstation der Seilbahn, die wir bald nach Überquerung des Gletscherbaches erreichten. Hier trafen wir überraschend auf einige recht imposante Yaks. Es führte  nun ein breiter Weg weiter Richtung Schaubachhütte. Nach 2,5 Std. hatten wir unser erstes Etappenziel erreicht und freuten uns über ein 6-Bett-Zimmer mit Waschbecken!  Einem gemütlichen Tagesausklang stand nichts mehr im Wege.

Der nächste Tag entpuppte sich leider wie vorhergesagt, als wenig freundlich. Anfänglich noch mit Sicht später zunehmend im Nebel bewegten wir uns von der Schaubachhütte auf einem Pfad über alpines Blockgelände südwärts zum Suldenferner. Die Route verläuft weiter in Richtung Südwesten und führt über eine Scharte zu einem Felsgrat.  Wir kamen an  Schneehöhlen vorbei  (wahrscheinlich von den Leuten der Bergschule als Übungsobjekte errichtet) und orientierten uns mühsam anhand von Höhenmesser, Kompass und dem was wir an Geländebeschaffenheit erkennen konnten. Als wir schließlich die Suldenspitze (3.375m)  erreichten, wurde dies von unserem jüngsten Teammitglied als „Zufallstreffer“ bezeichnet, was ihm empörte Blicke seiner Seilschaftskameraden einbrachte. Wir hielten uns standhaft weiter Richtung Süden, fanden Spuren einer anderen Seilschaft im Schnee, die wir dann allerdings durch ihre Zickzackführung als eher hilflos abtaten und waren alle froh, als wir schließlich doch noch vor dem Rifugio Casati ((3.269m) standen!

Wir bekamen wieder ein 6-Bett-Zimmer zugewiesen, diesmal sogar mit eigenem Bad (WC, Waschbecken und BD!). An ein Weitergehen war aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse nicht zu denken, und so pflegten wir lieber am warmen Kachelofen sitzend die Kameradschaft und die dummen Sprüche!

Die Eroberung des Monte Cevedale (3.769m) begann daher erst am Montagmorgen bei schönstem Sonnenschein. Frühstück um 7.00 Uhr war eine passable Zeit und eine Stunde später startete unsere Seilschaft. Mario bewährte sich beim Spuren so gut, das wir im weiteren Verlauf der Woche wiederholt auf ihn zurückgriffen, was sich allerdings irgendwann erschwerend auf seine Kondition auswirkte. Die Dreierseilschaft vor uns hatte wieder so viele Hacken im Schnee  geschlagen, das wir es abermals vorzogen, unsere eigene Spur zu treten.

Zunächst recht unschwierig bewegten wir uns auf diesem mächtigen Eisriesen langsam nach oben und erlebten eine reine Panorama-Genusstour. Auf den letzten 150 Höhenmetern erfordert bis zu 40 Grad steiles Gelände doch noch hohe Konzentration über die steile Gipfelflanke des Monte Cevedale. Gleiches gilt für die letzten Meter, einer exponierten Firnschneide zum Gipfel. Vom höchsten Punkt aus bietet sich eine grandiose Aussicht, besonders auf die Königspitze gegenüber sowie die benachbarte Zufallspitze.

Wir hatten es am Tag vorher schon ins Visier genommen und weil Wetter, Stimmung und Kondition es zuliessen drehten wir also um und bewegten uns geradewegs auf die Zufallspitze (3.759m) zu. Zunächst über die Aufstiegsroute den Firngrat zurück, dann direkt am Grat bleiben und die kurze Felspassage (II) überklettern. Mit Ausnahme von Friedhelm (der tatsächlich darüber ging!) bewältigten wir Anderen diese rittlings. Dann folgt ein kleiner Abstieg im Schnee um weiteren Fels zu umgehen, wieder eine kurze Steilstufe hoch um dann die letzten Meter in Blockkletterei auf die Spitze zu gelangen, von der aus man einen grandiosen Rundblick auf das Ortlermassiv hat!

Zufrieden kehrten wir ins Rifugio Casati zurück und füllten unsere leeren Glykogenspeicher wieder auf. Nun fing es an, dass wir erste Auswirkungen der Höhe auf unsere verbale Ausdrucksweise feststellen konnten. „Das Bier ist warm – also nicht kalt!“  Äh?!!! Oder waren wir einfach nur unterhopft.

Für den nächsten Tag hatten wir uns Großes vorgenommen: Die Königspitze (3.859m) stand auf dem Programm. Wir hatten allerdings so unsere Zweifel, ob die Bedingungen gut genug waren, ob wir es schaffen könnten …  . Kurzum, wir hatten alle großen Respekt! Aber wir wollten es versuchen!

Um 2.00 Uhr ging der Wecker (spätestens hier wurde Merlin klar, dass er keinen Wellnessurlaub gebucht hatte!), der Wirt hatte uns ein Thermofrühstück vorbereitet und pünktlich um 3.00 Uhr traten wir in die kühle und sternenklare Nacht. Der Traum aus Firn und Sonne begann… . Heike, die die ganze (bzw. kurze) Nacht nicht geschlafen hatte, hatte gedanklich jede Etappe zeitlich durchgetaktet, damit wir überhaupt eine Chance hatten, bei dem relativ warmen Wetter den Auf- und Abstieg zu bewältigen. So hetzte sie uns jetzt in einer halben Stunde (!) 350 Höhenmeter einen Geröllhang herunter. Die Abzweigung zur Königspitze (auf ca. 3000m) ist durch einen alten, verrosteten Wegweiser („Gran Zebrù“) markiert. Es geht mühsam weiter über Geröll und Felsen immer leicht absteigend. Da wir die zahlreichen Steinmännchen im Lichtkegel der Stirnlampen nur selten sahen, hielten wir uns auf einer Höhe von ca. 2900m und gelangten über ausgedehnte Schotterfelder und über Moränen hinauf zur schneebedeckten Vadretta di Gran Zebrù. Das Gehen auf dem Bruchharsch war mühsam, der Schnee war für die Uhrzeit zu weich, so dass wir uns mit dem Spuren abwechselten. Es zeigte sich allerdings, dass man als „Floh“ nur Spuren in den Schnee zeichnen kann, während der Zweite in der Reihe in dem Fall das Spuren übernimmt! Eine bittere Erkenntnis für Merlin! Mario äußerte später, dass seine „Patschen“ (Schuhe) den ganzen Tag kein Sonnenlicht zu sehen bekommen hätten!

Die Stimmung trübte sich leicht, denn mit dieser anstrengenden Spurarbeit würden wir es kaum bis zum Gipfel schaffen. Dann der Lichtblick: vom Rifugio Pizzini näherten sich von links oberhalb kommend die ersten Seilschaften. Diese stiegen nun vor uns in die steile Firnrinne ein und spurten für uns den Weg! Hoffnungsvoll  folgten wir ihren Spuren und stiegen die Firnrinne (ca. 40-45°, im oberen Drittel auch etwas steiler) empor. Von dem kleinen Sattel stiegen wir dann die einschüchternde ebenfalls steile Ostflanke des Gran Zebrù  hinauf.

Wir hielten uns an den Felsen auf der linken Seite der Flanke und erreichten bald den Firnsattel ca. 250m unterhalb des Gipfels. Hier querten wir hinüber zum Gipfelaufbau und stiegen schräg hoch nach rechts hinauf zum Firngrat.

Am Grat wechselten wir auf die Nordseite und wurden von heftigem Wind empfangen. Hier erlaubte sich Friedhelm noch einen Scherz, indem er zu Dieter sagte, er solle umkehren, das habe doch keinen Sinn, wir würden es nicht schaffen! Dieter schaute ihn völlig irritiert an, aber Merlin trommelte von hinten ungeduldig auf ihm herum und drängte, er solle weiter gehen. „Und wenn er sich auf allen Vieren am Pickel den Berg hochgezogen hätte – hier wollte er nicht mehr umkehren“. Tapfer stapften wir weiter durch den Schnee, das Ziel nun direkt vor Augen. Die letzten ca. 50m über den luftigen Grat erforderten nochmals volle Konzentration und sorgten für den letzten Adrenalinschub. Und dann standen wir oben, auf dem Gipfel des Gran Zebrù um 8:05 Uhr nach ca. 5h Gehzeit.

Es bot sich uns ein atemberaubender 360° Rundumblick! Die Morgensonne tauchte die Bergwelt um uns herum in klares Licht und wenn es nicht so unglaublich windig und kalt gewesen wäre, wären wir sicherlich lange dort oben verweilt! Es war zudem auch recht eng; nur mit Mühe fanden wir Sechs alle zusammen Platz dort oben. So genossen wir also nur relativ kurz das tolle Panorama, machten als alle da waren die obligatorischen Fotos und begaben uns dann schnell an den Abstieg – und der sollte auch nochmal spannend werden …

Es waren mehrere Seilschaften an diesem Morgen auf dem Gipfel gewesen. Wir gingen als Letzte herunter und traten entsprechend in zahlreiche bereits ausgetretene Spuren. Der Schnee war im warmen Sonnenlicht bereits deutlich aufgeweicht. Dann passierte es: Friedhelm musste einen großen Tritt nach unten machen, da eine Stufe weggebrochen war. Als er sein Gewicht darauf gab, brach die nächste Stufe auch noch weg und er rutschte am Hang ab. Zum Glück gelang es ihm schnell, sich auf den Bauch zu drehen und zum Stillstand zu kommen. Wir standen alle da wie gelähmt, keiner sagte ein Wort! So schnell wird einem bewusst, dass ein Absturz jederzeit möglich ist!

Als wäre einmal nicht genug, verlor auch Regine ein paar Minuten später das Gleichgewicht und rutschte ebenfalls ab, aber auch sie konnte rasch bremsen. Eigentlich waren beide Rutscher recht unspektakulär; da wir aber am Tag vorher in der Routenbeschreibung gelesen hatten, das „Stürze meist tödlich auf dem Suldenferner enden“, war uns doch im Nachhinein etwas mulmig zumute.

Nach einer wohlverdienten Pause weiter unten auf dem Vadretta del Gran Zebrù stapften wir durch den sulzigen Schnee und gelangten bald wieder auf die Schotterfelder. Diesmal konnten wir die Steinmännchen sehen und gelangten schließlich zum finalen Anstieg zur Casatihütte. Diese 350 Höhenmeter in der Mittagswärme gaben allen den Rest. Deutlich gezeichnet gelangten wir irgendwann dann doch oben an und es gab noch nie ein Hefeweizen, das soo gut geschmeckt hat! Wir waren alle glücklich über diesen herrlichen Tag, die Tour und das Gelingen! Wir genossen auf der Terrasse sitzend die warme Mittagssonne und tauschten uns über die Erlebnisse am Berg aus. Irgendwann wurde Friedhelm zu kalt, und er sagte, er müsse sich eine Jacke holen. „Ja, ohne T-Shirt wäre mir jetzt auch zu kalt!“, war die lakonische Antwort.   Äh???

Es wurde offenbar Zeit eine Stärkung zu uns zu nehmen und die Hüttenwirtin – die sich sehr darüber gefreut hatte, das die Spur zur Königspitze nun getreten war – brachte uns allen leckere dampfende Spaghetti. Nach einem kleinen Mittagsschlaf kehrten die Lebensgeister denn auch wieder und am Abend saß – na wer schon mal wieder als Letzter in der Stube?! Die Koblenzer HTG`ler!

Am Mittwoch schliefen wir aus (heißt, Frühstück erst um 8:00 Uhr), weil  wir nur nach Sulden absteigen wollten. Da wir nicht den gleichen Weg zurückgehen wollten, den wir gekommen waren (obwohl wir den im Nebel ja gar nicht wahrgenommen hatten), entschieden wir uns über die Eisseespitze (3.230m) abzusteigen. Eine bereits eingetretene Trasse führt moderat ansteigend in östliche Richtung über den Langenferner. Der Schnee war schon so weich, das wir ohne Steigeisen unterwegs waren. Der Eisseepass ist eine breite Einsattelung  zwischen Eisseespitze und Suldenspitze, wo sich auch die Reste der zerstörten Halleschen Hütte und ein Kriegerdenkmal aus dem I. Weltkrieg befindet. Wir folgten dem Steig über Blockwerk entlang des Rückens zum schneebedeckten Gratverlauf und gelangten problemlos zum aussichtsreichen Gipfel.

Von der Einsattelung am Pass kletterten wir anschließend zunächst über ein kurzes Stück vereistes Blockgelände. Hier zogen wir wegen Steinschlaggefahr die Helme an und stiegen dann mit viel Durchhaltevermögen über zahlreiche  schottrige Kehren und leichte, kurze Kletterpassagen (I) zum Suldenferner und zur Suldenbahn ab.  Erleichtert darüber, diesen zähen Abschnitt hinter uns gebracht zu haben und im Weiteren nur noch einen Erholungstag vor uns zu haben, stießen wir fröhlich mit Hefeweizen an. Und eh wir uns versahen, stand das zweite Glas vor uns, was zur allgemeinen Erheiterung recht lustige Auswirkungen auf Heike`s Befinden hatte. In diesem Fall ausnahmsweise leicht überhopft kehrten wir in Sulden ins Hotel Mignon ein und freuten uns königlich über eine warme Dusche und ein richtiges Federbett. Vorher gingen wir aber noch in der Pizzeria gegenüber zum Essen. Als hätten wir die ganze Woche fasten müssen schlugen wir hier richtig zu: jeder nahm zwei Hauptspeisen zu sich und hinterher noch einen Nachtisch! Jetzt waren die Depots wieder aufgefüllt!

Nach einer äußerst angenehmen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück vom Buffet fuhren wir am Donnerstag mit dem Langensteinlift (1.844m) über einen wunderbar duftenden Zirbelkiefernwald zur K2-Hütte (2.330m). Da wir jeder alleine mit seinem Rucksack im Sessellift saßen, erlebten wir die angenehme Stille des Waldes und die Ruhe um uns herum sehr bewußt.  Von der K2-Hütte aus überquerten wir die Moräne des Marltferners, einem ganz von Schutt bedeckten Gletschers und passierten einen Gedenkstein für Verunglückte am Fuße des Grashanges zur „Marltscheid“ (gegenüber schaut man in die Nordwand des Ortlers). Es folgte ein Grashang über den wir in Serpentinen zur Tabarettahütte (2.556m) hochstiegen. Nach dieser Anstrengung war ein zweites Frühstück fällig (hier gibt es eine hervorragende Küche!). Während der Einnahme des selbigen verwandelte sich Merlin in einen gewissen Peter Fox (deutscher Hip-Hop-Musiker).  So dachte es zumindest eine Schulklasse, die ebenfalls auf dem Weg war. Naja, wir ließen sie in dem Glauben. Im Anschluss führte uns eine lange Querung in zahlreichen Serpentinen auf schmalen, teils ausgesetzten Felsenpfaden aufwärts zunächst in die Bärenkopfscharte (2.871m). Ab hier ging es auf die nördliche Kammseite leicht ansteigend weiter bis zum Tabarettajoch (2.883m), teils über ausgesetztes gesichertes Gelände. Nach einem letzten Aufstieg erreichten wir die Payerhütte (3.029m).

Auch hier gab es angenehmerweise keine großen Lager, sondern wieder ein 6-Bett-Zimmer.

Den Tag ließen wir dann unter der herrlichen Kulisse der Ortler-Nordwand mit der obligatorischen Vorbereitung auf den nächsten Tag auf der Terrasse bzw. in der urgemütlichen Hüttenstube bei sehr guter Verpflegung ruhig ausklingen.

Wecken war um 04:00 Uhr (die Zeitschaltuhr für das Licht funktionierte). Als erstes Tagesziel stand dann der zwischen den vielen Bergsteigern fair geführte „Kampf“ um die Wasch- und Toilettenplätze (je 2) an. Nach einem guten Frühstück machten wir uns dann um 05:05 Uhr auf, den Ortler als letztes Ziel unserer Tour zu erobern. Leider waren wir an diesem Morgen nur zu fünft, da Regine sich nicht gut fühlte und den Tag lieber auf der Hütte verbringen wollte. So startete der Rest der Truppe über den sogenannten „Felsenweg“, querte die Nordwestflanke der Tabarettaspitze und stieg über felsiges Gelände in einem stetigen auf und ab hoch bis zum „Wandl“. Die an dieser Passage zu bewältigten 60Hm bewältigten wir mit Hilfe der angebrachten Versicherungen (Ketten) hochkonzentriert und souverän. Weiter ging es dann auf ausgesetzten Pfaden zum oberen, teils luftigen Gratstück. Hier mussten wir sowohl im Auf- als auch Abstieg an einer heiklen Stelle eine Seilversicherung anbringen. Unterhalb des sogenannten „Bärenloch“ schnallten wir die Steigeisen an und stiegen, immer die über uns liegenden Eisbrüche im Blickfeld, hinauf zu einem kleinen Plateau oberhalb des Lombardibiwak. Nach einer kleinen Stärkung ging es einen ca. 35° steilen und sehr spaltenreichen Hang Richtung Ortlerplateau weiter. Die ersten Seilschaften querten unkameradschaftlich spurzerstörend und sich untereinander beschimpfend unseren Weg wieder talabwärts.

Wie schön ist es in einer homogenen, immer lustig, aber aufs wesentliche konzentrierten Seilschaft unterwegs zu sein, dachten wir alle.

Den Eisbruch links liegen lassend näherten wir uns dann in einem großen Linksbogen leicht ansteigend dem Gipfel des König Ortler, den wir um 09:45 Uhr erreichten. Da auch noch einige Seilschaften über den Hintergrat Richtung Gipfel unterwegs waren fiel die Gipfelrast trotz tollster Rundumsicht nur kurz aus. Nach ein paar Schnappschüssen machten wir uns gegen 10:15 Uhr wieder auf den Rückweg.

Gegen 14:15 Uhr konnte Regine (incl. 6 Gehopften), die sich zwischenzeitlich auf der Terrasse die Augen ausgeguckt hatte, ihre Seilschaft wieder in die Arme schließen. Man konnte allen die große Konzentration und Anstrengung noch ansehen. Dann aber fiel die Spannung ab. Wir hatten in einer grandiosen Woche sechs Dreitausender Gipfel bestiegen, hatten alles umsetzen können, was wir uns vorgenommen hatten und sogar noch mehr! So etwas haben wir seit Jahren nicht mehr erlebt! Ein Highlight schlechthin.

Jetzt konnten wir die Woche gemütlich ausklingen lassen, genossen das  erfrischende Bier, stärkten uns mit deftigen Bratkartoffeln und Spiegelei, bzw. leckerem Kaiserschmarrn und am Abend gab es sogar noch ein „Schnapserl“  auf`s Haus. Die letzte Nacht auf der Hütte schliefen alle entspannt und tief, und die kurze Diskussion am nächsten Morgen über die Abstiegsroute beendete Mario mit den Worten „Jetzt gehen wir einfach mal ganz naiv den Berg runter!“. Gesagt, getan.

So endete eine wunderschöne Woche mit einem leckeren zweiten Frühstück auf der Tabarettahütte (die Dreierkomposition der Knödel ist sehr zu empfehlen!) und ich brauche es wohl nicht extra zu bemerken – wir hatten auf dem Nachhauseweg keinen einzigen Stau!

Regine Weber-Kunkel

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Kategorie: Aktuell, Gruppen, Hochtourengruppe

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