Hochtouren im Zillertal und Bernina

| 23. September 2018 | 2 Kommentare

So lange hatten Thorsten und Ich davon geredet doch mal eine Tour zusammen zu machen, der Leiter der HTG und der Juref, geballtes Ehrenamtliches Engagement müsste sich auch mal eine Auszeit gönnen.
Sodann fuhren wir Anfang August früh morgens los ins schöne Zillertal um Nachmittags noch auf die Olperer Hütte aufzusteigen. Vollgestopft mit Wanderern und mit einem Überfluss an Luxus den wir nicht brauchten und der uns schon fast zuwider war, waren wir froh am nächsten Morgen endlich loslegen zu können. Nach einer guten Nacht im Notlager mit Sonnenaufgang als Wecker waren wir Top motiviert und rannten der Wildlahnerscharte entgegen.
Schneller als erwartet hatten wir den Olperer umrundet und standen an dessen Nordgrat. Vor uns kletterte Peter Habeler, die Legende aus dem Zillertal. Auf dem Gipfel gabs lobende Worte für uns und ein Erinnerungsfoto. Nach einem netten Plausch, der uns verwunderte wie bodenständig er doch geblieben ist, machten wir uns auf den Abstieg über den Südgrat. Dieser war zwar leichter aber deutlich anstrengender. Mittags saßen wir dann aber glücklich bei Bier und Kaiserschmarrn wieder in der Hütte.
Am nächsten Morgen machten wir uns bei schlechterem Wetter zum Furtschaglhaus auf, um dort einen gemütlichen Nachmittag zu verbringen und Kräfte für den folgenden Tourentag zu sparen.
Die 2. Tour zum Gr. Möseler war aufgrund der Bedingungen schwerer als angegeben. Auf dem Moränenrücken machten wir morgens schnell Höhenmeter. Und dann ging’s schon los, über Spaltenreichen Gletscher teils aper suchten wir unseren Weg zur Aufstiegsrinne. Diese war zwar nur mit 1-2 angegeben aber ein ganz schön steiler und langer Trümmerhaufen. Am Ausstieg auf dem Sattel erwartete uns direkt eine Blankeisflanke, die wir durchsichern mussten um auf den Firnrücken zum Gipfelaufbau zu gelangen. Wir brauchten deutlich länger als angegeben aber lagen noch gut in der Zeit. Rasch machten wir uns mit gehöriger Portion Respekt auf den Rückweg über die selbe Route. Als wir den Gletscher unten wieder verlassen hatten blickten wir zurück und staunten nicht schlecht über die von der Ferne extrem steil aussehende Rinne. Am nächsten Morgen machten wir noch einen Ausflug zur Schönbichler Scharte bevor wir dann wieder zum Auto abstiegen. Es folgte Schlechtes Wetter und wir hatten ein paar Tage Pause in Form eines Junggesellen-Abschiedes und 2 Tage Sportklettern in Österreich. Dann ging es endlich in die Schweiz denn eine Wetter Besserung war vorhergesagt. Wir wollten den Piz Palü Nordwandpfeiler des Ostgipfel klettern und anschließend den Palü Überschreiten.
Noch bei leichten Schauern aber ohne ernsthaft nass zu werden stiegen wir zur Diavolezza auf und fanden in der Nähe der Bergstation super Biwakplätze. Zum Glück hatten wir das Zelt mit dabei, denn Abends regnete es noch etwas, bevor dann um 2:30 der Wecker klingelte. Den Weg zum und auf dem Gletscher fanden wir ganz gut und kurz vor der Dämmerung standen wir am Einstieg. Über 3 Seillängen kamen wir auf den Grat und ab da kletterten wir im 2-3er Gelände am langen Seil abwechselnd in der Führung. In der Mitte des Pfeilers kam der Gendarme mit etwas höheren Schwierigkeiten den wir aber schnell überwanden und dann wieder in leichterem Gelände weiter Höhe gewannen. Nach ca. 500hm im Klettern legte sich der Grat zurück und ging in eine 45-55 Grat Firnschneide über. Diese stellte sich als deutlich schwieriger als erwartet heraus und wir mussten hier alles mit Eisschrauben durchsichern. Nach ca. 8h standen wir dann endlich auf dem Ostgipfel. Das Wetter war Super, die Bedingungen haben auch gepasst und wir hatten noch genug Kräfte für die Überschreitung. Nach 1,5h waren wir relativ leicht über den Hauptgipfel und den Blockgrat des Piz Spinas, der Westgipfel des Palü, zur Bellavista Scharte gelangt, von der wir dann weiter Richtung Norden auf den Fortezzagrat zu hielten. Erst abseilend und dann über aperen Gletscher ging es auf die Isla Persa zu, eine Felsinsel inmitten der Gletscher Welt. Die Querung war anstrengend und wir waren schon recht müde von den 1200hm Abstieg am Stück, als wir dann endlich den letzten Gletscher betraten und nur noch die letzten 300hm Gegenanstieg zur Diavolezza hatten.
Insgesamt 15h am Stück ohne größere Pausen waren wir unterwegs.
Und so endeten unseren 2 Wochen mit sehr schönen Touren.

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Kategorie: Hochtourengruppe

Kommentare (2)

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  1. Peter May sagt:

    Glückwunsch, ihr beiden! Man sollte die Eistouren wirklich klettern, so lange wie es sie noch gibt.

    Hast gar nicht erwähnt, dass ihr auf dem Olperer ne echte Alpinlegende getroffen habt: Peter Habeler hat 1978 zusammen mit Reinhold Messner als erste Menschen den Mount Everest ohne Flaschensauerstoff bestiegen. Toll!

    • Oliver Gonzalez sagt:

      Ich weiß, und der Peter war echt Super, hat sich mit uns unterhalten ganz entspannt und ist völlig Bodenständig. Einfach ein Vorbild für jeden.

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