GTA-Tour im Piemont 2018

| 1. April 2019 | Keine Kommentare

 

GTA

Nach intensiver Vorarbeit war es am 14.09.18 (Freitag) soweit. Wir starteten zu unserer Wandertour ins Piemont auf dem GTA, (Grande Traversata delle Alpi). Der Weitwanderweg hat rd. 55 Tagestrecken. Wir fingen bescheiden mit einer guten Woche an. Es geht von Norden nach Süden und an der dritten Tagesetappe sind wir eingestiegen. Wir sind Andrea und Werner, Ester und Toni, Christiane und Markus. Susanne, die die Tour mitorganisierte, konnte leider kurzfristig nicht teilnehmen. Bild 01

Um 5:15 Uhr fanden sich alle am Hauptbahnhof in Koblenz ein. Der Zug kam halbwegs pünktlich und wir stiegen von freudiger Erwartung ein. Der Weg war lang und wir mussten vielfach umsteigen. Allerdings hatten wir gute Umsteigezeiten, sodass wir immer den nächsten Zug erreichten und zwischendurch auch Pausen mit einem Kaffee einbauen konnten. Der Weg führte uns durch die Schweiz und zum ersten Ort in Italien, der Stadt mit dem schönen Namen Domodossola. Markus kaufte Fahrkarten für unsere letzte Zugreise für den Tag. Es ging nach Omegna, der Stadt am nördlichen Ende des Ortasees. Wir hatten erfahren, dass gegenüber der ursprünglichen Information doch ein Bus zum unserem Tagesziel fährt. Wir fanden die Bushaltestelle und konnten noch in Ruhe einen Caffè trinken. Der Kleinbus fuhr nur unsere Gruppe und er brachte uns in sehr zügigem Tempo durch viele Kurven – nur beiläufig auf die Strecke schauend- sicher durch das Stronatal in den kleinen Ort Forno (892m). Pünktlich um genau 16:00 Uhr waren wir dort. Nach hundert Metern standen wir vor unserer ersten Unterkunft, dem 2-Sterne-Hotel Albergo Leone. Wir wurden von Gianni freundlich empfangen und die Seniorchefin zeigt uns unsere Zimmer. Wir hatten eine Etage ganz für uns. Der Ort liegt ganz ruhig, kaum eine Seele ist zu sehen. Den klitzekleinen Supermarkt nur 10 m weiter entdeckten wir erst später. Wir machten uns frisch und trafen uns zum Bier vor dem Haus in der Sonne. Und ein erstes Gruppenfoto gab es auch. Bild 02 Nachher inspizierten wir noch den Ort.

Im Haus gab es später Pasta, Kartoffeln und Kochfleisch vom Schwein, Apfelkuchen und Käse. Bild 03 Unser Frühstückstisch mit der Alpenkarte. Zum Frühstück am nächsten Morgen waren wir allein; lediglich zwei Italiener nahmen einen ersten Caffè bei uns an der Bar. 18°C, leicht bewölkt, ideales Wanderwetter. Der heutige Weg führte uns über Campello Monti nach Rimella. Der Weg war gut ausgeschildert. Der Bach lag links von uns. Es ging von 900 m auf 1300 m hoch durch Laubwald, oft Buchen und Eichen. Nach zwei Stunden tauchte Campello Monti vor uns auf.

Bild 04 Wir überquerten einen Bach. Ein Italiener überholte uns mit seinem Moped und einigen Holzstämmen auf dem Tank. Der Benzingestank passte gar nicht zur natürlichen Umgebung. Es fühlte sich an wie in einer unbekannten Welt. In einem Garten wurde gearbeitet, aber sonst war fast niemand zu sehen. Überaschenderweise gab es auf unserem Weg mitten im Ort einen Picknickplatz, den wir gerne annahmen. Die alte Schule über uns ist längst geschlossen. Wir aßen, tranken und trockneten unsere Shirts auf der Mauer (nur die Männer natürlich) und füllten unsere Wasserflaschen auf. Über die Treppe links an der Kirche vorbei kamen wir wieder auf unseren Weg, der uns oberhalb des Ortes in einem breiten Tal weiter aufwärts führte. Bild 05 Blick zurück auf Campello Monti

Wir steigen 600 m auf bis zur Bocchetta di Campello mit 1924 m. Nach insgesamt vier Stunden waren wir oben. Ab jetzt geht es wieder runter ins Tal. So ist das fast immer auf dem GTA. Zuerst gab es hier oben eine Pause. Der Blick ins weite Tal hat uns fasziniert. Mehrere Alpen lagen unter uns und die Kirche von St. Gottardo war gut zu erkennen. Bild 06 Eine Ziegenherde kreuzte unseren Weg. Das Klingeln der Ziegen kam näher, und dann waren sie da. Zirka 30 Tiere fielen über uns her und wollten etwas zu essen oder auch nur etwas Salz von unserer Haut oder den Griffen unserer Stöcke.

Bild 07 Werner hat es besonders erwischt.

Nach 10 Minuten war der Spuk vorbei und wir konnten in Ruhe den Abstieg nach Rimella beginnen. Auf einem gut sichtbaren Weg rechts am Hang ging es entlang. Auf halber Strecke machten wir noch eine Pause, um den Blick zu genießen. Bild 08

Wir sind erkennbar im Walserland mit seinen Häusern, gedeckt mit großen Steinplatten. Und wir übernachteten auch in einem Walserhaus, dem Albergo Fontana, das bekannt ist für seine exquisite Küche. Auf der Terrasse mit Blick ins Tal warteten wir gerne darauf, dass unsere Zimmer für uns vorbereitet wurden. In der Bar lief natürlich der Fernseher mit einer Rateschau und leicht bekleideten Frauen. Leicht angetrunkene junge Männer kommentierten das Geschehen. Die Zimmer waren für unsere Verhältnisse sehr gut mit Bad, Dusche und großen Betten. Nach dem Duschen ging es an die Bar und später ins Restaurant, das genauso aussieht wie auf den Bildern im Internet. Wir wurden köstlich bewirtet. Es gab Salat mit rohem Schinken. Frittierter Apfel mit Speckscheibe, Feige mit Salami, Vitello tonato, Frischkäse mit Heidelbeere, Risotto al funghi, Kaninchen, Huhn, Käse oder Eis, Grappa und als Extra-Bestellung Genepy, den die meisten nicht kannten, der aber ein steter Begleiter auf unserer Tour wurde. Gegen 23:00 Uhr Bettruhe. Wir waren alle mit Essen, Trinken und Schauen beschäftigt, dass wir keine Fotos gemacht haben.

Sonntag, der 16.09. machte seinem Namen keine Ehre. Die Wettervorhersage hatte leider Recht und der Vormittag startete mit Dauerregen. Nach der freundlichen und herzlichen Verabschiedung bei der Wirtin fanden wir leicht den Einstieg auf den GTA. Die Beschilderung war gut. Im Regen stiegen wir durch den Wald auf. Auf der Anhöhe La Res machten wir im Windschatten eines Hauses eine kleine Pause, bevor es im Regen Richtung Belvedere weiterging. Von Belvedere war heute keine Spur zu sehen. Wir stiegen hinab ins Mastallonetal und liefen jetzt Richtung Westen. In dem kleinen Ort La Piana nahmen wir in einer Osteria einen Cappuccino, wärmten und trockneten uns. Der Regen hat dann fast aufgehört und es ging weiter aufwärts zum unserem nächsten Ziel, der Alpe Baranca. Gegen 16:00 Uhr waren wir auf der Hütte. Wir wurden von der kleinen älteren Hüttenwirtin freundlich empfangen. Wir hatten das Lager im Dachgeschoss (mit unzähligen Betten) und die Stube für uns. Wir gönnten uns wieder ein Bier und manche duschten mit warmen Wasser, was auf dieser Höhe (1566m) bemerkenswert war. Das Haus verfügt nur über ein paar Solarzellen und einen Stromgenerator. Alles muss aus dem Tal auf dem Rücken nach oben getragen werden. Eine Heli-Belieferung können sie sich nicht leisten. Die Chefin kündigte das Abendessen an. Wir nahmen Platz und ließen uns überraschen.

Wir starteten mit reichlich Antipasti und waren schon fast satt, da kamen Spaghetti mit Tomatensauce, superlecker und dann… kam das Fleisch, ein Stück Rindfleisch in Sauce, alles sehr gut. Trotz oder gerade wegen dem guten und reichhaltigen Essen diskutierten wird über Gesellschaft und Politik. Gegen 21:30 Uhr waren wir in den Betten. Bild 09

Am Montag, dem 17.09. wurden wir alle gegen 7:15 Uhr wach. Nach dem Frühstück ging es Punkt 9:00 Uhr los mit leichter Bewölkung und einem Anstieg. Von 1566m ging es gemütlich zum Cal Baranca und dem gleichnamigen See auf 1839m, der mit einem kleinen Wasserfall den Berg hinunterläuft. Wir waren alleine unterwegs. Bild 10

Oberhalb des Sees stehen kleinere Häuser und die alte Villa Lancia, die heute nur noch eine Ruine ist. Weiter geht es auf 2239m zum Colle d’Egua. Es ist windig und kühl, so dass die Pause nur kurz ausfällt. Der Weg ins Tal ist gut zu erkennen, aber wir mussten aufpassen. Unten im Tal müsste Carcoforo liegen, dass aber noch nicht sichtbar ist. Immer wieder querten wir kleine Bäche. Wasser gab es hier im Überfluss. Am Rifugio Boffalora (1685m), das schon geschlossen hatte, gönnten wir uns eine Pause, sonnten uns und füllten die Wasserflaschen auf. Bild 11

Gegen 15:30 Uhr standen wir vor dem Posto Tappa Alpenrose mitten in Carcoforo (1304m) und wurden wie immer vom Betreiberehepaar freundlich empfangen; dann Duschen, Studium der Karte, Spaziergang durch den Ort. Bild 12 Das Abendessen begann mit der Durchsicht der Speisekarte, für uns ganz ungewohnt. Keine Antipasti, der Speiseraum war etwas steril. Das Essen war gut. Gegen Ende bekam Markus vom Barkeeper, mit dem er sich vor dem Abendessen unterhalten hatte, einen ganzen Ziegenkäse geschenkt, den wir mit Freude probierten (sehr lecker) und den größten Teil für den Folgetag aufheben wollten. Der Barkeeper bekommt den Käse jeden Montag aus der Nachbarschaft.

Da der nächste Tag schon eine längere Gehstrecke war und wir über 1000m hochsteigen mussten, gingen wir früh los. Es war noch frisch, aber das Wetter zeigte sich stabil. Die erste Zeit liefen wir wieder einmal durch Wald, der uns Schatten spendete. Oberhalb des Waldes stießen wir wieder auf mehrere Walserhäuser, die zu einer Rast einluden. Der Weg begeisterte uns mit seiner Schönheit und dem ständigen Blick auf grüne Berge, Täler und auch zurück auf den Kamm, den wir gestern erst überschritten hatten. Gerne nutzten wir die vielen Trinkpausen für Rundblicke, auch sahen wir einen Steinbock und ein Murmeltier, das uns über längere Zeit mit seinem Blick von einem großen Stein verfolgte. Auf dem Colle del Termo (2351m) hatten wir eine weite Aussicht. Es war kühl wegen der Höhe und dem Wind, der uns vom Tal her entgegenkam. Bild 13

Hinunter ins Tal liefen wir auf weichem Waldboden durch Fichtenwald. Wir kamen an einer Alpe vorbei mit einigen Tieren, auch einem Esel und einem Pferd, die sich gerne streicheln ließen. Später erreichten wir Rima, ein wahrer Walserort. Bild 14

Auf dem Marktplatz mit typischem Brunnen kehrten wir in der Bar Antico Albergo Alpino mit schönem Plätzchen ein. Bild 14

Wir ließen uns viel Zeit für die Pause, bevor wir weitere 2 km talwärts gingen bis zu unserer nächsten Unterkunft, dieses Mal mitten im Nadelwald. Es war die Alpe Brusà. Carlo begrüßte uns und zeigte uns das Haus. Wir waren wieder die einzigen Gäste. Es gab eine Dusche mit warmen Wasser, die wir alle nutzten. Carlo bot uns Cocktails an, die wir allerdings nicht mochten. Manche ruhten sich im Zimmer aus, manche saßen auf dem Balkon und schaute ins Grüne und die Berge auf der gegenüberliegenden Talseite.

Zum Abendessen gab es Roastbeef, Käse und Panna cotta. Wir tranken ausnahmsweise einmal zwei Flaschen Rotwein, der leider zu schwer war. Bild 16

Das Frühstück mit Müsli, Brot und zwei Marmeladen war ok. Das Wetter war einfach nur super und um 7:50 Uhr ging es los auf eine lange Tour (7,5 Stunden, 1200 m hoch, 1130 m runter). Zuerst mussten wir die 2km zurück nach Rima hochlaufen, kamen vorbei an den Walserhäusern und weiter bis zur Abzweigung in den Wald.

Die Walserhäuser in den Berglagen waren immer wieder eine gute Gelegenheit für eine Pause. Bild 17

Wir hatten uns warmgelaufen und vor dem richtigen Aufstieg zogen wir uns dünner an. Werner hat dann seine Kappe bei der Aktion liegenlassen und spurtete mal kurz zurück. Er hatte uns schnell wieder eingeholt. Wir stiegen beschattet in ruhigem Tempo durch den Wald in die Höhe. Wir kamen an den Alpen vorbei, die wir am Vortag von der anderen Talseite gesehen haben. Wieder begeisterten uns die Blicke in die Berge und wieder konnten wir an mehreren Stellen Wasser nachfüllen. Der blaue Himmel und die Wärme der Sonne erleichterten uns den anstrengenden Aufstieg. Auf der höchsten Stelle unserer Tagesetappe auf dem Colle Mud mit 2324 m legten wir wie immer auf dem Kamm eine Pause ein und blickten in das nächste Tal, das Sesiatal. Beim Abstieg rutsche Esther aus und verletzte sich die linke Hand. Die Hand wurde in aller Ruhe fachfraulich verbunden. Wir machten uns alle Sorgen, ob Esther weitergehen konnte. Aber sie hielt tapfer durch. Gegen Ende des Tals mussten wir mehrere sehr lange Treppen, die vor Jahrzehnten errichtet wurden, bergab gehen. Nach langem Abstieg kamen wir in Pedemonte an und fanden direkt am Ortseingang ein Hotel, in dessen Garten wir aus ausruhen konnten. Welch eine Entspannung!

Bild 18 Walser-Ortsteil in Pedemonte

Weiter ging es bei Alagna über den Bach auf die andere Seite. Wir hatten noch ein gutes Stück vor uns. Der Weg an der Seitenstraße war ruhig und akzeptabel. In Riva Valdobbia bogen wir ab ins Vognatal. Jetzt ging es wieder bergauf, teilweise auf einer leeren Straße. Endlich kamen wir gegen 18:10 Uhr im Rifugio Valle Vogna an. Wir hatten wieder in der obersten Etage einen großen Raum für uns und wir konnten uns die Betten aussuchen.

Das Restaurant sah aus wie eine Kneipe mit Tresen aus Holz. Wir probierten verschiedene Genepy und kamen zu einem einheitlichen Ergebnis, der Monte Rosa ist der Beste. Bild 19

Der nächste Tag führte uns zur höchsten Höhe unserer Tour auf 2495m. Aber zuerst kam der lange Aufstieg, 1250m hoch. Bereits nach kurzer Zeit mussten wir auf engen Raum eine Kuhherde überholen und wir wollten kein Risiko eingehen. Unfallfrei kamen wir durch und waren froh darüber.

Bild 20 Es ging weiter bergauf, vorbei an einem Wasserfall und immer weiter. Fast oben angekommen trafen wir auf den Lago Nero (2322m), soooo malerisch liegend.

Bild 21 Alle hatten Ideen für eine tolle Party am See, eine super Location. Wir ruhten uns lange aus und mussten uns aufraffen, weiterzugehen, ein toller Ort. Über Geröll ging es weiter. Überhaupt nahmen die Steine deutlich zu.

Um 14:30 Uhr erreichten wir den Pass, den Passo del Maccagno auf 2493m, die höchste Stelle unserer Tour. Wir brauchten jetzt eine Pause und die nahmen wir uns auch. Zum Glück war der kühle Wind schwach. Wir konnten weit in die Senke schauen und Vermutungen anstellen, wo der Weg weitergehen würde. Klar war nur, dass es gleich steil hinuntergeht und wir aufpassen mussten. Vorsichtig machten wir uns auf den Weg und wir kamen wohlbehalten unten im Alptal des Torrente Loo an. Der Weg führte uns über eine feuchte Wiese wieder ca. 100 Höhenmeter bergauf Richtung Colle Lazoney, den wir rechts liegen lassen. Über eine höhenparallele Querung streiften wir auch den Colle della Mologna grande und konnten endlich einen Blick ins obere Cervotal werfen. Bild 22

Die Hütte, das Rifugio Rivetti (2150m) wurde sichtbar und das allein gab neue Kraft für den leichten Abstieg. Steinböcke grasten unweit von uns und sie ließen sich nicht von uns irritieren. Gegen 17:30 Uhr erreichten wir die Hütte, die wir wieder von uns alleine hatten. Alessandro, der Hüttenwirt war sehr locker drauf und sang in der Küche italienische Lieder. Er heizte den Ofen an. Alle nutzen die Möglichkeit, heiß zu duschen. Bild 23

Auffällig waren auch die Hühner, die um das Haus liefen. Wir hatten einen schönen Abend und alle wussten, dass am nächsten Tag ein langer Abstieg mit 1700m das Ende unserer Bergtour einläutete. Zum Glück spielte das Wetter weiterhin gut mit. Wir hatten meistens viel Sonne.

Bild 24 Blick am Abend von der Hütte ins Tal

Der vorletzte Tag im Piemont führte über einen guten Weg. Der Weg hinunter führte im mittleren und unteren Bereich über einen interessanten Bodenbelag. Wir liefen endlos über Steinplatten und Treppenstufen. Vor ca. 100 Jahren wurden hier Wege angelegt, wahrscheinlich im ersten Weltkrieg. Auf mancher Steinplatte war eine Jahreszahl eingehauen oder auch mal ein Herz. Das war besser als rutschige Wege zu gehen. Der erste Ort, auf den wir trafen, war Piedicavallo (auf Deutsch Pferdefüße). Ab hier wollten wir nicht dem GTA folgen, der einen deutlichen Umweg geht, sondern mit dem Bus zu unserem Zielort fahren, dem Ort Rosazza, nur wenige km weiter unten im Cervotal. Die Busabfahrtszeiten waren bekannt und ein Blick zur Sicherheit auf den Fahrplan bestätige dies. Wir hatten genügend Zeit, in einem Restaurant einzukehren. Er war vermutlich die einzige Stelle, an der man etwas zum Trinken oder Essen bekam. Im Schatten tranken wir Cappuccino und streckten die müden Beine aus.

Bild 25 An der Bushaltestelle

Der Bus kam pünktlich und würde uns in wenigen Minuten nach Rosazza bringen. Dort wollten wir Quartier in der alten Schule nehmen. Wir kamen gut an, auch wenn die Hauptstraße in Rosazza extrem eng ist. Der Bus hätte wohl keine 10 cm breiter sein dürfen, um hindurch zu kommen. Zum Glück hatten wir Halbpension mit Frühstück bestellt. In dem Ort ist der Hund begraben und wir fanden außerhalb der Ferienzeit kein geöffnetes Geschäft. Wir vertraten uns lediglich die Beine und saßen bis zum Abendessen im Garten und tüftelten an der Rückfahrt. Der Plan war, mit dem Bus nach Biella zu fahren und von dort den Zug bis Domodossola zu nehmen. Ab Domodossola ging der Zug bis Koblenz. Das wäre auch grundsätzlich möglich gewesen, aber die Zeiten passten nicht gut zusammen. Toni kam auf die Idee, mit dem Taxi direkt dorthin zu fahren. Nach zweit Telefonaten stand die Taxifahrt. Wir hofften nur, dass das Taxi auch pünktlich war.

Zum Abendessen wurden wir in den Speiseraum ins Dachgeschoss gebeten. Eine Assistentin tischte uns auf. Sie war noch jung und unerfahren, aber das störte uns nicht. Der Chef kochte persönlich und wir waren zufrieden.

An unserem letzten Morgen waren wir früh auf und packten unsere Sachen reisefertig, bevor wir zum Frühstück gingen. Wir stellten uns später an einem Engpass und kleinem Platz direkt vor dem Bürgermeisteramt auf, um das Taxi zu erwarten. Es kam pünktlich, allerdings nur als 5-Sitzer, und das mit dem ganzen Gepäck. Irgendwie haben wir es geschafft, alle unterzukommen und die Fahrt konnte losgehen. Wir kamen an Biella vorbei und in einem anderen Ort hielten wir an und machten es wie die Italiener, wir tranken Espresso im Stehen. Wie in Italien immer wieder üblich zahlt man erst sein Getränk und geht dann an den Tresen. Später fuhren wir auch durch Omegna, den Ort, in dem wir mit dem Zug ankamen. Das Taxi brachte uns direkt vor den Bahnhof von Domodossola. Wir zahlten ca. 280 € und waren mit dem vereinbarten Preis zufrieden. Zuerst musste Markus die Fahrkarten bis Brig kaufen. Das war zum Glück schnell erledigt, da es keine lange Schlange vor dem Schalter gab. In Domodossola war gerade Markt und wir hatten durch das Taxi noch ca. 3 Stunden Zeit. Wir teilten uns auf kauften ein (Markus 3 Fl. Genepy) und aßen etwas zur Mittagszeit. Wir trafen uns pünktlich im Bahnhof, nahmen selbstverständlich einen letzten Espresso und stiegen in den Zug ein. Der Zug war gut gefüllt mit Italienern und Schweizern, die den Markt in Domodossola zu einem Ausflug nutzten. Viele stiegen in Brig aus. In Basel mussten wir umsteigen, was uns gut passte. In dem Café, das wir schon kannten, kehrten wir wieder ein. Hier gab es den allerletzten guten Espresso auf der Tour. In Frankfurt mussten wir ein letztes Mal umsteigen und der Zug hatte tatsächlich 10 Minuten Verspätung, die einzige Verspätung auf unserer gesamten Reise; das hat die Bahn gut hinbekommen.

Der Abschied in der Bahnhofshalle in Koblenz nach einer solch schönen Tour wurde überstanden und alle fuhren oder gingen nach Hause. Kurz vor Mitternacht dürften alle wieder zuhause gewesen sein.

A presto in Piemonte!

 

Markus

 

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Kategorie: Allgemein, Bergsteigergruppe, Gruppen

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