Grundkurs Klettersteige Frankenjura 2017

| 22. Mai 2017 | Keine Kommentare

2017 Grundkurs Klettersteige

Pausen müssen auch sein

Gutachterrunde auf dem Feldherren Plateau

Im Steig unterwegs

… da soll ich runter?

Grundkurs Klettersteige Frankenjura 2017 (aus der Sicht zweier blutiger Anfänger)

„Geht die Sonne auf im Westen, musst du deinen Kompass testen“, solche und andere Weisheiten durften wir auf unserer Tour vom 19. Mai bis 21. Mai in die fränkische Schweiz Schweiz von unserem Kursleiter erfahren.
Gespannt auf das, was uns als Anfänger bei einer solchen Tour erwartet, starteten wir bei widrigsten Bedingungen und strömenden Regen am Vereinshaus in Koblenz. Ganze 6 Stunden benötigten wir für die knapp 375 km nach Hirschbach. Zum Glück konnte unser Kursleiter Paule sich mit Partnerin Elke bei dieser ermüdenden Fahrt abwechseln.
In der Berg und Skihütte nahm uns Herbergsvater Manfred freundlich auf. Aufgrund unserer späten Ankunftszeit durften wir direkt mit einem Abendessen starten und uns anschließend direkt in den Theorieraum begeben. Dort konnte man sich als Anfänger dann zum ersten Mal die Frage stellen, ob man überhaupt richtig ist, denn es schien sich bei unserer sehr heterogenen Gruppe überwiegend nicht um Anfänger zu handeln. Bei Schlagworten wie ATC und Ballock dachten wir eher an Heavy-Metal-Band und bei Mastwurf und Doppelachter eher an Rudersportseminar. Bei erreichen der PowerPoint Folie mit dem Titel „Grundkurs Klettersteig“ waren wir uns aber dann wieder sicher, richtig zu sein.
Anschaulich wurde alles was bei der Begehung eines Klettersteigs zu beachten ist erklärt und die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade erläutert.
Die Profis unter den Anfängern hatten zusätzlich immer wieder Tipps parat und unterwiesen die anderen Teilnehmer im „Klöppeln“ für Bergsteiger in Knotenkunde.

Nach einem reichhaltigen Frühstück und dem Anlegen der Ausrüstung (Zwei Teilnehmer hatten doch tatsächlich keinen eigenen Rucksack dabei) querten wir die Straße und irrten zunächst orientierungslos durch den Wald. Aber „Felsen-Paule“ gab die Richtung an: „Scheint die Sonne dir aufs Schwert“, macht der Segler was verkehrt“.
Die optimalen Wetterbedingungen (16 Grad und Sonnenschein) nutzte Paul, um uns noch einmal extra zu motivieren: „Bei diesen Bedingungen fallen normalerweise die meisten Weltrekorde.“
Wir begannen, wie es sich für Anfänger gehört, im „Bambini-Klettersteig“. Dieser zeigte uns allerdings, wie der Name vielleicht nicht vermuten lässt, einige Schwierigkeiten auf. Damit keine Langeweile aufkommt, ging es direkt weiter zum Einstieg in den ersten und zugleich längsten Teilabschnitt des Höhenglücksteigs. Dieser hatte es nicht nur für Anfänger in sich, denn für die Geübteren unter uns (also die meisten) galt es direkt eine Schwierigkeit „E“ zu meistern.
Nach und nach erlangten wir immer mehr Sicherheit und konnten somit nach kurzer Zeit die herrliche Aussicht des Steiges genießen. Zum Ende des ersten Abschnittes gab es eine weitere Stelle dieser Schwierigkeitsstufe, die Wittmann-Schikane, an die sich dieses Mal sogar die echten Anfänger herantrauten. Leider verletzte sich eines unserer Teammitglieder hierbei leicht.
Es folgte mit Teilabschnitt zwei das schönste Stück des heutigen Tages, dass alle gemeinsam meisterten. Hierbei wurden dem ein oder anderen allerdings die Arme schon so lang, dass es am Abend möglich sein sollte, sich die Schuhe ohne zu Bücken zu öffnen.
Für alle die noch Power hatten, hatte der Teilabschnitt drei (zugleich der kürzeste) fast durchgehend Schwierigkeiten der Stufe „D“ zu bieten.
Beim Teilabschnitt vier, waren dann alle wieder dabei: Im Gasthof „Goldener Hirsch“, begossen wir unsere Erfolgserlebnisse.
Zum Abschluss des perfekten Tages fehlte nun noch eine ordentliche Mahlzeit. Herbergsvater Manfred schien unsere Gebete erhört zu haben und bereitete uns auf der Sonnenterrasse ein herzhaftes Barbeque. Den geschundenen Körpern wurde dann die notwendige Flüssigkeit am Abend wieder erfolgreich zugeführt. Keiner musste mit Hälmchen trinken, die Feinmotorik zum greifen von Glas und Flasche blieb erhalten.

Tag 3 startete ebenfalls wieder bei herrlichem Wetter und hatte weitere Highlights zu bieten. Unter fachkundiger Anleitung hatten wir die Möglichkeit uns gegenseitig zu sichern und zunächst am Boden und anschließend auf einem 15 m hohen Felsen abzuseilen. Der Schritt über die Kante bot hierbei die größte Herausforderung, die von allen angenommen wurde. Es machte allen so viel Spaß, dass die meisten dieses Gefühl noch einmal erleben wollten.
Die Zeit verging hierbei wie im Flug und daher konnten wir nur noch den schwierigsten Abschnitt des Norissteigs zum Abschluss begehen. Ein würdiges Finale, dass eine Fortsetzung in der Sektion vier des Höhenglücksteigs fand. Nach einer Stärkung machten wir uns um 16:30 Uhr wieder auf den Rückweg und kamen diesmal ohne Komplikationen um 20:30 Uhr in Koblenz an.
Drei tolle Tage gingen zu Ende und aus einem zusammengewürfelten Haufen von Leuten entstand in dieser kurzen Zeit ein echtes Team.
Fazit: Grundkurs Klettersteig, nicht nur für echte Anfänger eine tolle Erfahrung. Wir fühlen uns fit für den ersten Klettersteig im „Alleingang“.
Danke an die Organisatoren!

Copyright: Martin Rose und Sascha Greinert

Kategorie: Aktuell, Ausbildungsberichte

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