Grundkurs Klettern am Naturfels Juni 2018

| 23. Juli 2018 | Keine Kommentare

Wir – das sind Doro, Anja, Bettina, Romy, Björn und Michael von der DAV Sektion Koblenz und meine Wenigkeit, ein Spion von der Kölner Sektion – trafen uns an diesem Wochenende zur gemeinsamen Kletterausbildung im Klettergebiet Unterer Elberskamp im Sauerland. Die meisten von uns trudelten bereits am Freitagabend auf dem Campingplatz in Attendorn ein, so dass wir uns bei Flaschenbier und Tütenwein schon einmal kennenlernen konnten – immerhin würden wir uns an den beiden nächsten Tagen das eine oder andere Mal gegenseitig beim Sichern unsere Gesundheit anvertrauen. Horst, einer unserer Ausbilder war auch schon da und übergab uns wortkarg unsere Kletterausrüstung. Anscheinend hatten alle von uns bereits früher Erfahrung in der Vertikalen gesammelt, sei es auf Klettersteigen oder in Kletterhallen, ohne jemals irgendeine formale Ausbildung in Sicherungstechnik genossen zu haben. Wir waren gespannt, wie wir uns an den nächsten Tagen schlagen würden.

Therorie


…. und Praxis

Früh am Samstagmorgen (gegen 10 Uhr) trafen wir bei sommerlichem Wetter am ehemaligen Steinbruch etwa 10 Fahrminuten von Attendorn entfernt ein. Dort lernten wir auch Anja und Doro sowie Uwe, unseren zweiten Ausbilder nebst Frau Susanne und Sohn Mark kennen. Uwe, Horst und Susanne begannen sobald, die ersten Routen zu präparieren. Wir übten das Einbinden des Seils in den Klettergurt und das korrekte Anlegen und die Bedienung des „Click-up“ Sicherungsgerätes und schon konnte es losgehen.

unsere Ausbilder

Es durfte geklettert werden – gesichert wurde von unserem Partner über das Toprope. Als letzte Instanz stand noch der Partnercheck an: Gurte fest? Knoten OK? Seil korrekt in den Click-up gelegt? Dann ging es die Wand hoch. Nach wenigen Metern innehalten und das Ablassen üben – sich in die Horizontale begeben und rückwärts die Felswand hinunterlaufen, während der Partner das Seil nachgab. Das war für die meisten von uns etwas gewöhnungsbedürftig… auch das Ausklinken der Exen beim Aufstieg und das erneute Einklinken beim Abstieg. Aber am Ende stand das überwältigende Gefühl, den Fixpunkt erreicht zu haben und sicher wieder unten am Standplatz gelandet zu sein. Die Rollen wurden getauscht und wir mussten überrascht feststellen, dass das Sichern des Partners ähnlich fordernd war wie das eigene Kraxeln.

Wir verbrachten den frühen Nachmittag mit Sichern und Klettern an den drei Routen, die schwierigste davon erreichte den 5. Grad und forderte den einen oder anderen zum vorzeitigen Rückzug auf. Zudem machte uns die Sonneneinstrahlung zu schaffen, daher wechselten wir schließlich an die schattige Trafowand, die mit kurzen, schwierigen Routen aufwartete. Genauso verschieden wie unsere Charaktere zeigten sich auch unsere individuellen Kletterstile. Der eine tankte sich mit schierer Kraft die Wand hinauf und fluchte dabei lautstark über ungenügende Tritte. Die andere bewegte sich klaglos und unendlich langsam wie eine Ranke an der Hauswand klebend aufwärts. Kurz vor Schluss, aus der Ferne vernahmen wir schon Donnergrollen, ließ Horst noch einmal seine sexy Waden auf der Pumuckl-Route (6-) tanzen. Doch selbst Bettina, die sich ein wenig als Klassenbeste herauskristallisiert hatte, waren die wenigen Meter am Ende zu schwierig.

die Schlüsselstelle

Im strömenden Regen stiegen wir in die Autos. Am Campingplatz lagen Glück und Unglück nahe beieinander: Bettina stellte fest, dass ihr Zelt undicht und ihre Sachen nass geworden waren. Uns Herren der Schöpfung dagegen bot sich das unterhaltsame Schauspiel, wie Doro und Anja ihr flottes „3-Minuten-Zelt“ souverän in weniger als 30 Minuten hochzogen. Das Pizzaessen in Attendorn und der nächtliche Stuhlkreis auf dem Zeltplatz, bei der Horst (nach Aufforderung) von den Abenteuern aus seiner 40-jährigen Alpinistenkarriere berichtete, rundeten diesen ereignisreichen Tag ab.

Stuhlkreis

Am Sonntagmorgen bauten wir die Zelte ab und fanden uns wieder am Elberskamp ein. Uwe legte sich erbost mit dem Trainer eines niederländischen Teams an, der sein Seil direkt ohne Karabiner am Fixpunkt befestigt hatte, was eine vorzeitige Abnutzung des Hakens begünstigt. Der Missetäter zeigte keinerlei Verständnis für diese Kritik.

immer schön konzentrieren

Schwerpunkt für heute war das eigenständige Abseilen. Geduldig erklärte uns Uwe an der eigens eingerichteten Abseilstelle die benötigten Knoten, Schlingen und Sicherheitschecks. Der eigentliche Abseilakt war dann auf dem gutmütig geneigten Felshang kein Problem. Das Wetter spielte leider nicht mehr so gut mit wie am Vortag, immer wieder prasselten Regenschauer auf uns hernieder. Der Fels trocknete glücklicherweise schnell ab. Zum Finale richteten die Ausbilder noch zwei schöne lange Routen in der Südwand ein (3. bis 4. Grad), auf denen wir unsere erlernten Kletterkünste auf die Probe stellen konnten. Gegen 17 Uhr hieß es einpacken. Kurz vor Erreichen der Autobahn kehrten wir noch einmal auf ein gemeinsames Käffchen ein, bevor sich unsere Wege wieder trennten.

Abseilen

Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an alle Beteiligten – an Horst, Uwe und seine Familie sowie meine Mit-Azubis, die allesamt zum Gelingen dieses denkwürdigen Wochenendes beigetragen haben.

Stefan Maday

Am Ende steht das Erfolgserlebnis

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Kategorie: Allgemein, Ausbildungsberichte

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