Grundkurs Eis 2013 – Turtmannhütte

| 9. Oktober 2013 | Keine Kommentare

Am 22. Juni 2013 trafen wir uns mittags im Turtmanntal, um auf die Turtmannhütte aufzusteigen, die nun für eine Woche unser Basislager sein sollte. Die äußeren Bedingungen waren durchwachsen und es war etwas frisch, jedoch war wohl jedem bei Ankunft auf der Hütte warm geworden. Nachdem wir Quartier bezogen hatten, freuten wir uns schon auf das Abendessen. Abends wurde dann in der bunt zusammengewürfelten Gruppe (mit unseren beiden Ausbildern Norbert und Paul insgesamt 13!) nach einer Kennenlernrunde das Wochenprogramm besprochen. Und auf einmal schien draußen sogar die Sonne auf den Gipfel des Bishorns…. .

 Am nächsten Tag stand das Gehen mit Steigeisen und die Handhabung des Pickels auf dem Programm. Vorher mussten wir das erste Mal das „Gässi“ hinauf, eine schmale und steile Geröllpassage zum Gletscher. Da hier noch an einigen Stellen Schnee lag, kam von Norbert sofort das Kommando: „Pickel raus!“ und bei einigen Wacklern hier und da ein beruhigendes: „Ruuuuhig Brauner“. Danach übten wir noch das richtige Sturzverhalten am Berg und nach einem kleinen Sonnenbad in der Pause dachten alle der Tag wäre schon fast vorbei, aber weit gefehlt! Es ging zurück zur Hütte und nach einem Stück Schwarzwälder Kirschtorte ging es los mit der Spaltenbergung. Die Sonne war weg, winterliches Wetter kam auf und sorgte für erschwerte Bedingungen. Abends waren alle froh beim guten Essen und dem einem oder anderen Getränk.

 Tags darauf übten wir das Gehen in der Seilschaft und gingen durch das Gässi hinauf, um auch ein paar Höhenmeter zu sammeln und uns zu akklimatisieren. Da das Wetter an den darauffolgenden zwei Tagen gut werden sollte, planten wir nun den Aufstieg zum Bishorn für Dienstag und Mittwoch. So schauten wir schon einmal nach dem Weg für den Aufstieg zur Tracuithütte. Auch übten wir noch das Setzen des T-Ankers und waren erstaunt darüber, wie fest dieser doch sein konnte. Danach ging es schnell zurück zur Hütte, da man vor lauter Wind und Schnee nichts mehr sehen konnte. Dort stand dann nochmal die Spaltenbergung auf dem Programm. Am Abend schließlich wurde in der Hütte die Marschtabelle für die nächsten zwei Tage ausgearbeitet.

 Am Morgen des nächsten Tages hieß es um 6 Uhr Abmarsch zur Tracuithütte, welche wir dann nach einem durchweg sonnigen Aufstieg gegen Mittag allesamt frohgelaunt erreichten. Das Wetter war wie versprochen besser, und so hatten wir schon den einen oder anderen schönen Ausblick auf die Umgebung. Oben auf der Hütte erlebten wir den historischen Moment, als die letzte Wand der alten Hütte abgerisssen wurde. Nach einem kleinen Imbiss folgte nachmittags noch einmal – diesmal im Schnee – eine Übung zur Spaltenbergung und ruckzuck war es Abend und alle freuten sich schon auf den Aufstieg am nächsten Tag.

 Dieser er wartete uns mit einem wunderschönen Morgen, und als wir aus der Hütte kamen sahen wir das Zinalrothorn, welches im roten Sonnenlicht aus den Wolken ragte. Es ging los und bei besten Bedingungen kamen wir alle gegen halb 10 Uhr auf dem Gipfel des Bishorns an. Für die meisten war es der erste 4000-er! Wir waren allesamt begeistert! Eine grandiose Bergwelt tat sich vor uns auf und wir konnten uns gar nicht sattsehen an diesem Panorama.

Wir stiegen wieder zur Tracuithütte ab und stärkten uns dort bevor es weiter ging zu unserer Turtmannhütte. Der Schnee wurde weich und alle gingen konzentriert nach unten. Zufrieden und glücklich kamen wir in der Hütte an und durften uns über ein Super-Abendessen freuen und tranken danach auf unsere erfolgreiche Gipfeltour.

 Nun kam der Donnerstag und wir stiegen wieder durchs „Gässi“ und gingen an einen Eishang, wo wir das Setzen von Eisschrauben und gehen am Fixseil im steilen Eis übten. Alle waren mit großem Interesse dabei und dabei verging die Zeit sehr schnell. Nach einer ordentlichen Mittagspause übten wir noch das Kurzprusiken aus der Spalte.

 Der letzte Tag stand an. Paul wollte mit vier Leuten auf das Brunegghorn gehen. Der Rest der Gruppe vertrieb sich mit Norbert die Zeit mit Spaltenbergung usw.

Nach einem recht anstrengenden Aufstieg erreichte die Gruppe um Paul glücklich das Gipfelkreuz des Brunegghorns. Wir trugen uns ins Gipfelbuch ein und das Wetter, das zeitweise umzuschlagen drohte, hielt zum Glück, so dass wir noch einmal die phantastische Aussicht auf die Bergwelt rund um den Turtmanngletscher genießen konnten. Der Abstieg war dann entspannt und fröhlich. Als wir wohlbehalten in der Turtmannhütte ankamen, konnten wir alle, glücklich und zufrieden über die gelungene Woche, den letzten Abend genießen.

 Alles in allem war es ein gelungener, abwechslungsreicher, informativer und – einfach toller – `Grundkurs Eis´ gewesen.

Unser großer Dank gilt Norbert und Paul, unseren beiden Ausbildern, die mit Herzblut bei der Sache waren und uns jede Menge Wissen und Spaß an der Sache vermittelt haben. Vielen Dank euch beiden für diese tolle Woche, für die aufbauende Worte – einfach für alles.

Die nächsten Touren sind schon geplant, und vielleicht sieht man sich beim Aufbaukurs Eis!

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Kategorie: Ausbildungsberichte

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