Dolomitentraum

| 22. März 2013 | Keine Kommentare

Skitouren in der Fanes-Gruppe  Albatros und HTG

Für alle war es das erste Mal- die Dolomiten im Winter. Eine tief verschneite Märchenwelt erwartete uns in der Fanes-Gruppe, die zum Nationalpark Fanes-Sennes-Prags gehört. Und schon beim Hüttenaufstieg durch die verzauberte tief verschneite Landschaft hätte es uns nicht gewundert, hätte ein Zwerg seine Nase zwischen den Felsblöcken mit ihren weißen Kappen hervorgesteckt.

Vom Berggasthof Pederü (1548m) im Rautal folgten wir der Ratrackspur über eine erste Steilstufe in ein flaches Becken nördlich der Braiesgruppe. Nach einer weiteren Geländestufe führte der Weg nach rechts zur Lavarella-Hütte. Wir schlugen den Weg nach links zur Fanes-Hütte (2060m) auf der Kleinen Fanesalpe ein.

Die Hütte ist eher ein gemütliches Alpenhotel ohne das Hüttenflair verloren zu haben. Der große Stubenofen wurde jeden Mittag angeheizt und die bevorzugt ladinische Küche sowie die  umfangreiche Weinkarte ließen keine Wünsche offen.

Bei strahlend blauem Himmel aber eisigen Temperaturen bestiegen wir am Karnevalssamstag den 2874m hohen Wintergipfel der  Neunerspitze (Sasso delle Nove). Zunächst steigt man über einen breiten S-Hang zum Plan de Salines empor und wendet sich dann Richtung Antoniustal. Kurz vor dem Taleingang geht die Spur Richtung NW über einen breiten SO-Rücken. In Spitzkehren über die Steilstufe erreichten wir schließlich den breiten SO-Rücken, der direkt -zuletzt steiler- zum Gipfelaufbau des Wintergipfels zieht. Nicht enden wollende Pulverschneehänge erwarteten uns in der Abfahrt, gekrönt noch durch eine rassige Waldabfahrt.

Auch der nächste Tag erwartete Claudi, Micha, Thomas, Friedhelm und mich in strahlendem Blau. 1050 Höhenmeter und 5,9 km, sowie unzählige Serpentinen über den breiten langen Gipfelhang mussten zurückgelegt werden, zuletzt noch ein ausgesetzter Klettersteig über den schmalen Grat bis das Gipfelkreuz der 3026m hohen Zehnerspitze (Sasso delle Dieci) erreicht war. Was ein grandioser Ausblick und was für eine grandiose  lange Abfahrt durch den tiefen Pulverschnee…

Morgenrot- schlecht Wetter droht… Und doch noch ein Gipfel…Diesmal führte uns der Weg über das Limojoch mit einem außergewöhnlichen Blick auf die mächtigen Nordwände der Tofanen, deren  Südwände  vom Klettern im Sommer eher bekannt sind. Bei leichtem Schneefall und stürmischem Wind standen wir nach etwa 2 Stunden auf der 2794m hohen, schöngeformten Pareispitze (Col Bechei Dessora). Die Abfahrt verwöhnte uns hier nicht mit Pulverschnee-  eingeschränkte Sicht und Bruchharsch trübten die Abfahrtsfreuden, die Freude aber auf die heiße Speckknödelsuppe, die auf uns wartete, ganz und gar nicht.

Die Abfahrt ins Tal ließ uns noch einmal die herrliche Kulisse genießen und am Aschermittwoch war dann alles vorbei….

Heike Schuster-Hulley 

Stichworte:

Kategorie: Albatros, Hochtourengruppe

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