Aufbaukurs Hochtouren 2018

| 26. Oktober 2018 | Keine Kommentare

Von Mittelberg aus beginnt der Marsch im Regen, erst als wir den gewaltigen Wasserfall zu Gesicht bekommen lässt er nach. “Als ich die Ausbildung gemacht habe war die Gletscherzunge noch hier…” – erzählt Friedhelm. Einst Eisfluss fließt hier jetzt Wasser.

Christoph, der Wirt, ist herzlich und fromm zugleich. Ein drahtiger Mann der allem Anschein nach immer in Bewegung ist. Seine Frau und er sorgen für die beste Bewirtung auf einer Hütte die ich bisher erleben durfte. Besonders die berühmte Salatschnecke wird uns immer in Erinnerung bleiben!

Rückblickend erscheint es mir unüblich, dass keiner sich um Planung oder Tourenziele Sorgen gemacht hat. Vielleicht weil Heike und Friedhelm immer so eine Ruhe von sich gegeben haben und wir alle darauf vertrauten optimal geführt zu werden. Vielleicht auch weil das Wetter nicht ganz so mitgespielt hat wie wir alle hofften. Für einige Touren hat es zum Glück doch gereicht. So haben wir die Südliche Sexegertenspitze erobert und tief in deren Spalten reingeschaut während Regenwolken über uns herzogen. Aber auch bei Kaiserwetter den Pitztaler Urkund erklommen und damit für die meisten Teilnehmer die erste Gratbegehung im Leben gemeistert.
Natürlich wäre ein Aufbaukurs ohne Übungen nichts wert, daher haben wir an Tagen ohne Touren auch nicht in der guten Stube gehockt, sondern fleißig gelernt und geübt. Wir hatten ein mords Gaudi beim Eisklettern an steilen Eisabbrüchen oder aus Spalten heraus deren Grund nicht mal zu erahnen war. Nützliche Sachen wie Fixseil hoch-, runter- oder seitwärts gehen wurden fast schon zum Spiel und beim Abalakow Workshop wurde der Ehrgeiz geweckt wer am schnellsten eine stabile Abseilpiste erschaffen kann. Michi und Vanessa haben hierbei brilliert.
Spaltenbergung konnten wir auch endlich unter realen Bedingungen trainieren, nur kamen leider nicht alle dran weil der Regen uns an diesem Tag einen Platzverweis geben hat.
Egal was wir am jeweiligen Tag unternommen haben, wir waren fast immer zu spät zum Abendessen wieder dahoam. Man munkelte schon im Hüttenteam, dass die Koblenzer immer zu spät kommen. Andersherum könnte man aber auch sagen, wir waren die fleißigsten. Andere Gruppen waren bei gutem Wetter auf der Sonnenterrasse verteilt wenn wir ankamen.
Nicht nur über die Berge, auch über einander haben wir viel gelernt. Zum Beispiel erfuhren wir, dass Andi Germknödel dermaßen nicht leiden kann, dass er sogar im Traum von einem Monster Germknödel fast aufgefressen wurde. Oder dass Sabine preisgekrönte Reiterin ist. Oder dass Friedhelm eine dezente Rechts-Links-Schwäche hat.

Beim Theorietag haben wir dann alle bisher fehlende Kenntnisse über Gletscher, deren Entstehung und Bewegung gelernt, die uns für kommende Touren bei Planung und Ausführung extrem hilfreich sein werden.
Als die Woche langsam ausklang, waren wir einerseits traurig weil es sehr viel Spaß gemacht hat, andererseits froh weil es doch anstrengende Tage waren, sowohl körperlich als auch geistig.

Die “Best of’s” erfahren die Leser, die zur nächsten Gelegenheit bei der Hochtourengruppe vorbeischauen und nach Andi’s Traum oder den anderen “Pannen” fragen. Also guckt in den Terminkalender und kommt mit. Vor allem die Übungswochenenden am Anfang des Jahres sind garantiert interessant für jeden, der im Eis und Schnee unterwegs ist.

Abschließend ein großes DANKE an unsre drei Ausbilder, die uns in der ganzen Woche gefordert und gefördert haben. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht!

János Palik

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Kategorie: Aktuell, Ausbildung, Ausbildungsberichte

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