Auf Punktejagd durch Deutschland

| 1. Februar 2017 | Keine Kommentare

Nachdem in Karlsruhe mit The Rock eine super Boulderhalle aufgemacht hatte, fehlte Franzi zum perfekten Boulderglück Anfang 2016 nur noch eins: Wettkämpfe.
Und so begaben wir uns auf die Suche nach Wettkämpfen und wurden zum Glück im März fündig – alles begann mit der Bouldernight in Freiburg: 100 Boulder, 3h Zeit. Am Ende gingen wir überglücklich mit über 40 geschafften Bouldern und mächtig Muskelkater nach Hause. Zwei Tage später erfuhren wir beim Training von unserem Hallenchef von „einem Wettbewerb in Bielefeld…“. Die erste Recherche ergab: nix – wie auch… Bielefeld… Dann stießen wir aber doch noch auf die Boulder Bundesliga, deren zweite Station in Bielefeld war und am kommenden Wochenende endete. Kurz entschlossen machten wir uns also auf die Expedition nach Bielefeld und so wissen wir nun – zumindest eine Boulderhalle gibt es 😉
Trotz unserer recht frustrierenden Leistung beschlossen wir, dass man zu Ende bringen muss was man angefangen hat. Somit war es beschlossene Sache: Wir machen bei der Bundesliga mit! Als nächstes standen die Stationen Hannover und Hamburg auf dem Spielplan. Um Fahrzeiten zu sparen, kombinierten wir die Stationen zu einem verlängerten Wochenende. Trotz des Tags Pause, den wir nutzten um im Hamburger Miniaturwunderland umher zu wandern, hatten wir die Boulder des Escaladrome noch in den Muskeln stecken. Beim Eintragen der Ergebnisse ins Onlineportal konnte Franzi mit Freude feststellen: da geht doch was! Mit ein wenig Training ist alles drin.
Station fünf führte uns als nächstes nach Berlin ins Bright Site. Dort lernten wir die beiden Erschaffer der Bundesliga kennen: Rene und Simon. Und noch etwas lernte Franzi kennen: die Flashangst. Die Aussicht eine Chance aufs Finale zu haben erzeugte einen gewissen Druck und da es auf den ersten Plätzen recht eng zu ging – es kam sehr darauf an ob man einen Boulder im ersten Versuch schaffte – entstand vor jedem Boulder die Angst sich seinen Flashversuch zu versauen. Der schwächste Muskel ist eben doch zu oft der Kopf.
In Leipzig durften wir eine Nacht in der Halle schlafen. So kamen wir am Freitag Abend gemütlich in der Halle an, boulderten noch ein Bisschen die ersten Probleme und nachdem die Halle geschlossen hatte rollten wir unsere Luftmatratze auf einer Empore unter dem Campusboard aus. Dort oben konnten wir in Ruhe ausschlafen, während unten das Reinigungsteam seine Runden auf der Matte drehte. Nach einem erfolgreichen Tag und 6 getapten Fingern – viiiiele böse Volumen – traten wir glücklich den Rückweg an. Es gibt übrigens keinen besseren Zeitpunkt als Samstagabends von einer weit entfernten Halle nach Hause zu fahren. Da ist kaum jemand auf der Autobahn unterwegs. In Jena (der Heimat von Simon und Rene) konnten wir liebenswerter Weise bei Simon nächtigen und so gut ausgeschlafen die Boulder in Angriff nehmen. Franzi wurde mit vielfältigen, vorrangig plattigen, Bouldern gut unterhalten. Allerdings schienen die jenaer Schrauber eine Vorliebe für lange absturzgefährdete Topzüge zu haben, wodurch der Muskel Kopf auf neue Art strapaziert wurde.
Danach ging die Reise weiter nach Nürnberg ins Café Kraft, das, abgesehen vom guten Kaffee und einer gemütlichen Nacht im Camping-Bus vor der Halle, von den Bouldern her eher enttäuschend war. Irgendwas musste bei den Schwierigkeitsgraden versäumt worden sein – Nach 10 von 15 Bouldern stellte sich für Franzi die Frage: „werd ich grad kalt?“. (Für die Herren, muss man immerhin zu Gute halten, gab es einige schön kreative Probleme.) Glücklicherweise lernten wir im Café Kraft ein paar der Augsburger kennen, die uns einen Schlafplatz während der Eröffnung der Station in Augsburg anboten.

Die zwei Wochen bevor es nach Augsburg ging verbrachten wir im schönen Italien um im Val di Mello und im Val Daone zu bouldern. Zurück in der Plastikwelt durften wir uns in der Block Hütte in Augsburg an den Größen der Augsburger Puppenkiste versuchen. An dieser Stelle sei gesagt, dass jeder Boulder mit einem meist kreativen wie unterhaltsamen Namen versehen ist.
Danach hieß es Endspurt; nur noch zwei Stationen bis zum Finale. Das Dynochrom in Frankfurt beglückte uns mit sehr tollen und abwechslungsreichen Bouldern – großes Lob an die Schrauber! Die Probleme waren auch wieder deutlich schwerer und kraftraubender geworden. Da Frankfurt zum Glück nicht so weit weg ist, konnten wir noch ein zweites Mal hinfahren, sodass Franzi gut ausgehruht auch die letzten schweren Boulder knacken konnte. Das Stuttgarter Climbmax empfing uns wieder mit überwiegend leichten Bouldern. Und so hatte Franzi nach kurzer Zeit alle Boulder in der Tasche… bis auf einen… Einer der härtesten Boulder der Saison hatte sich irgendwie nach Stuttgart verirrt. Er zwang uns noch zweimal wiederzukommen wobei sich Franzi jeweils den ganzen Abend nur mit diesem einen Boulder aufhielt bis er schließlich bezwungen wurde. 🙂

Saison vorbei und Platz 6 erreicht – perfekt, denn die Top 6 würden ins Finale kommen. Also auf nach Dresden ins Mandala. Dort wartete der Finalspieltag mit 10facher Wertung und einer super Stimmung. Man traf all die Leute wieder, die man übers Jahr verstreut auf den Reisen kennengelernt hatte. Um 16 Uhr war die Quali vorbei und Franzi hatte sich auf Platz 5 verbessert. Die vergangenen Stationen hatten Spuren hinterlassen – nicht nur gestärkte Muskulatur auch der Kopf ward trainiert. Der einst größte Gegner, die Flashangst, war an diesem Tag einfach weg und so hatte Franzi ganz ausversehen die beste Flashquote des Finalspieltags. Dann ab ins Finale! Um 17:30 Uhr war es soweit: an drei Finalbouldern nochmal alles geben. Das eigentliche Ziel schon erreicht (Finaleinzug) genoss Franzi die spektakulären Boulder.
Und so ging mit dem 4. Platz glücklich und zufrieden die so spontan begonnene Idee „einfach mal an der Bundesliga teilnehmen“ zu Ende. Und wie heißt es so schön:
nach der Bundesliga ist vor der Bundesliga! 😀
Text und Bilder: Matthias Martin

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Kategorie: Allgemein, Wettkampf

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