Auf Höhen und Tiefen durch die Schladminger Tauern

| 26. September 2018 | Keine Kommentare

Elisabeth, Thomas, Norbert, Christian, Marion, Wolfram, Angelika, Conny vor der Preintaler Hütte

Anfang August 2018 machten sich Angelika, Christian, Conny, Elisabeth, Marion, Norbert, Thomas und Wolfram mit dem Zug auf in die Steiermark. Nach Übernachtung in Schladming fuhren wir um 9 Uhr mit der ersten Seilbahn über 1000 Hm hinauf zur Planai. Wir hatten eine lange Wegstrecke vor uns und ab Mittag waren Niederschläge möglich. Auf einem breiten Weg ging es über den Planaigipfel zum Krahbergsattel. Ab hier wurde der Weg zu einem schmalen Bergpfad und teilweise zu einem mit Stahlseilen gesicherten Steig (Bild 01). In einem ständigen Auf und Ab führte dieser an vielen Stellen ausgesetzte Weg meist an steilen Hängen entlang (Bild 02). Ab Mittag gab es kleine Regenschauer, die sich anfangs mit Sonnenschein abwechselten und am späten Nachmittag in Dauerregen übergingen. Auch der Abstieg zu unserem Tagesziel, der Preintaler Hütte war steil und mühsam mit Abschluss über Steine durch einen Bach, da das Balancieren über die nasse Holzlatte nicht ratsam erschien. In der Hütte wurden wir gut versorgt und es waren die Mühsale nach gutem Essen und Trinken schnell vergessen. Die Schilder, die den normalen Schladming Urlauber auf die Schwierigkeiten des Planai-Höhenweges hinweisen, waren für uns nun sehr nachvollziehbar. Am anderen Morgen ging es gut gestärkt nach dem Frühstück hinter der Hütte wieder steil hinauf zur Klafferscharte. Ab hier führte der Weg durch den Klafferkessel entlang zahlreicher Seen, die zum Baden einluden (Bild 03). Da wir aber noch einen Gipfel vor uns hatten, stiegen wir nach kurzer Pause hinauf zur Klafferschneide. Nach einigen ausgesetzten, mit Drahtseilen gesicherten Stellen erreichten wir den Gipfel des Greifenbergs, 2618 m (Bild 04). Hier genossen wir die Sicht über die schöne Bergwelt und insbesondere zu dem nahegelegenen kalkweißen Dachstein. Da unser Tagesziel auf etwa der gleichen Höhe lag wie die Ausgangshütte galt es nun die über 1000 Hm Aufstieg wieder auf noch steileren Pfaden hinabzusteigen. Diesmal war keine Wolke am Himmel und so waren nach dem Abstieg durch den Süd-West-Hang alle Trinkvorräte aufgebraucht (Bild 05). Die Gollinghütte liegt in einem schmalen Tal vor der riesigen Felswand des Hochgolling. Anstatt auf der Sonnenterrasse setzten wir uns in den Schatten der Hütte. Der vorbeifließende Bach lud zu einem kühlenden Fußbad oder auch mehr ein. Der direkte Weg am nächsten Tag zur Landawirsee Hütte war nur mit dreieinhalb Stunden angesetzt. Daher bestanden Überlegungen über den Hochgolling (2862 m), den höchsten Berg der Niederen Tauern oder die Samsspitze (2381 m) einem schönen Aussichtsberg zu gehen. Für den kommenden Tag war wieder strahlender Sonnenschein vorhergesagt und der Hüttenwirt gab die Empfehlung auf den Hochgolling zu steigen. Am nächsten Tag beginnt die Wanderung entlang des Baches in den Gollingwinkel, das angeblich größte natürliche Amphitheater. Ab hier ging es wieder steil hinauf auf teilweise sehr rutschigem, brüchigem Untergrund zur Gollingscharte. Hier hatten wir einen schönen Blick auf die Landawirsee Hütte (Bild 07), unserem heutigen Ziel. Der Weg zum Hochgolling sah sehr abenteuerlich aus und daher entschieden sich nur Christian und Wolfram für den Aufstieg (Bild 06). Marion und Norbert gingen den direkten Weg zur Hütte und Angelika, Conny, Elisabeth und Thomas nahmen den Steig (Bild 08)  über die Samsspitze (Bild 09). Auf der sehr schön gelegenen Hütte kamen alle wohlbehalten an und gut versorgt auf der Terrasse tauschten wir uns über unsere Touren aus. Da wir 2 Übernachtungen auf der Hütte hatten, planten wir die Touren für den nächsten Tag. Marion, Norbert und Elisabeth stiegen auf die Samsspitze; von dem vorgelagerten Berg hat man einen schönen Blick auf die umliegende Bergwelt bis zu den schneebedeckten Bergen im Westen. Christian erkundete das Göriachtal, dem Zugang aus Süden zur Hütte. Angelika, Conny, Thomas und Wolfram machten sich auf um einige umliegende Berge zu besteigen. Über die Trockenbrotscharte bestiegen sie den Pietrach einen ca. 2 km langen Grat (Bild 10). Der Steig war sehr mühsam zu gehen mit vielen ausgesetzten Kletterstellen. Die Aussicht an dem sonnigen Tag auf die umliegende Berglandschaft war herrlich und immer im Blick war der Scharnock. Die steilen Felswände auf der Nordseite des Berges sind sehr beeindruckend. Thomas und Wolfram bestiegen nach der Mittagspause noch den Scharnock. Die von weitem sichtbare Scharte war einfach zu erklimmen und dann ging auch der Weg auf der Südseite über steile Grashänge zum Gipfel des Scharnock ohne Kletterei weiter. Auf dem Rückweg nahmen sie noch ein Bad im Landawirsee und gut erfrischt kamen alle bei der Hütte an. Weitere Touren waren an dem Tag nicht mehr möglich, da es inzwischen kräftig regnete. So saßen wir unter dem Vordach vom Regen geschützt, genossen den Blick in die schöne Umgebung der Hütte und tauschten uns über die durchgeführten Touren aus bei den alpenländischen Köstlichkeiten, die die Küche zu bieten hatte. Am nächsten Tag hieß es dann Abschied zu nehmen von der Landawirseehütte (Bild 11). Bei strahlendem Sonnenschein starteten wir hinauf zur Trockenbrotscharte, die bald erreicht war. Anschließend ging es über einen langen Abstieg  (Bild 12) zur gemütlichen Keinprechthütte. Christian nutzte die Gelegenheit um vorzeitig nach Schladming abzusteigen und seinen gebrochenen kleinen Zehen zu schonen. Nach Einkehr in der Keinprechthütte ging es wieder steil hinauf zur Krukeckscharte. Hier empfing uns ein kräftiger Föhnsturm. Windgeschützt in einer Kuhle schauten wir zur Rotmandlspitze hinauf, die auf unserem Weg lag. Bevor es weiter ging, musste noch die sich ablösende Sohle von Marions Stiefel provisorisch befestigt werden. Hoffentlich hält sie bis zur nächsten Hütte. Der Aufstieg zur Rotmandlspitze über große Felsblöcke war einfacher als vermutet. Nach dem Gipfelfoto ging es steil über den stark erodierten Hang hinunter zu den Giglachseen (Bild 13). Unterwegs kühlten wir uns ab bei einem Bach. Bei der oberhalb der Giglachseen gelegenen Ignaz-Mattis-Hütte (Bild 14)  wurden wir im Winterraum untergebracht und hatten das Lager allein für uns. Wegen des starken Windes gingen wir gleich in die Hütte. Es kündigte sich auch bereits an, dass am nächsten Tag das Wetter umschlägt. Nach dem Wetterbericht ist ab Mittag mit kräftigen Regenschauern zu rechnen. Marion und Norbert entschieden sich daher zur Ursprungsalm zu gehen und von dort mit dem Bus nach Schladming zu fahren. Bei der Hochwurzenhütte, der Bergstation der Seilbahn und Endpunkt unserer Bergtour wollten wir uns treffen. Die letzte Etappe wird als phantastisch angelegter Höhenweg auf einem aussichtsreichen Grad beschrieben. Wir stiegen auf einem Bergpfad steil hinauf und je höher wir kamen, umso dichter wurde der Nebel. Es war aber immer noch genug Sicht um den Weg erkennen zu können. Wir trafen niemanden und keiner von uns mochte auf die Gipfel gehen, die entlang des Weges waren, da keine Aussicht auf eine schöne Fernsicht bestand. Es ging nun wieder leicht bergab, die Landschaft wurde grüner und wir konnten in die umgebenden Täler blicken. Auf dem Weg lagen noch mehrere Berge und Sättel, die zu durchwandern waren. Langsam machte sich auch der Einfluss der Hochwurzenbahn bemerkbar und wir trafen wieder auf zahlreiche Wanderer. Die Wolken über uns wurden Zusehens dunkler. Bevor es richtig zu regnen anfing, erreichten wir die Hochwurzenhütte. Wir trafen dort Marion und Norbert, die gerade mit der Seilbahn angekommen waren und unsere „Schladmingcard“ mitgebracht hatten, die im Übernachtungspreis inbegriffen war und die kostenfreie Nutzung von Seilbahn und Bus ermöglichte. Bevor wir aber zu Tale schwebten, kehrten wir noch in der gemütlichen Hochwurzenhütte ein. Marion und Norbert berichteten von Ihrer abenteuerlichen Busfahrt über zahlreiche enge Serpentinen von der Ursprungsalm nach Schladming. Am Abend sind wir noch gemeinsam Essen gegangen, haben den Abend vor unserer Herberge, dem JUFA-Hotel ausklingen lassen und sind am nächsten Tag mit dem Zug nach Hause gefahren. Es war eine schöne Bergtour gewesen, in nahezu unberührter Landschaft und meist auf einsamen Wegen.

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Kategorie: Bergsteigergruppe, Gruppen

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