Auf dem Friedensweg in den Karnischen Alpen

| 4. November 2015 | Keine Kommentare

Vor der Waloyerseehütte

Vor der Waloyerseehütte

Morgens am 12. September um 5:07 Uhr in der Früh startete unsere Reise in Kob-lenz Hbf, alle Anschlusszüge haben wir gut erreicht, sodass wir pünktlich und bei strahlendem Sonnenschein mittags in Innsbruck angekommen sind. Anschließend ging unsere Reise mit einem Doppeldeckerbus weiter. Dieser Linienbus fuhr ohne Halt durch Italien bis nach Osttirol durch. Der Bus brachte uns über den Brenner durchs Pustertal nach Sillian. Dort wartete auch schon unser Taxi, das uns auf die Leckfeldalm fuhr. Gegen 17 Uhr begannen wir unseren Aufstieg. Nach der langen Fahrt tat es gut sich zu bewegen und so erreichten wir kurz nach 18 Uhr alle unsere erste Übernachtung, die Sillianer Hütte. Wir bekamen einen ersten Eindruck von dem Bergpanorama im Süden bei diesigen Verhältnissen Bild 1. Andrea und Werner wa-ren schon da und damit war unsere Gruppe komplett. Auf der Hütte war viel Betrieb und es kamen noch bis spät abends Mountainbike-Fahrer an. Am nächsten Morgen war es kalt und wir starteten bei sonnigem Wetter. Anfangs waren auf einem parallel verlaufendem Weg die Mountainbiker unterwegs. Die Wolken wurden zusehend im-mer dichter und so konnten wir die Drei-Zinnen leider nur erahnen. Wir konnten auch schon die ersten Relikte der Front vom 1.-Weltkrieg sehen – Schützengräben, Unter-stände, Stellungen, Gräber Bild 2. Im Wesentlichen führte der Weg direkt entlang der Grenze zwischen Italien und Österreich. Nach der Mittagsrast gab es noch mal kurz die Gelegenheit die Aussicht bei sonnigem Wetter zu genießen. Dann wurden die Wolken wieder dichter, Nebel zog auf, Nieselregen begann. Daher begannen wir schneller zu laufen, das Interesse auf weitere Aussichtspunkte zu steigen war verflo-gen und wir wollten schnell unsere Unterkunft erreichen. Die Obstansersee Hütte tauchte dann plötzlich aus dem dichtem Nebel auf. Der See war kaum zu erkennen. Lediglich Volker und Angelika drehten noch mal eine Runde um den See.
Am nächsten Tag gab es wie angekündigt mehr Regen und so entschieden wir uns abzusteigen. Mit zahlreichen anderen Übernachtungsgästen wanderten wir auf ei-nem schönen Weg ins Tal Bild 3. Als wir den Fahrweg erreicht hatten, kam dort ge-rade ein Taxi an, das Wanderer brachte, die zur Hütte aufsteigen wollten. Dieses Ta-xi nahm dann einen Teil unserer Gruppe gleich mit bis in Richtung Porze Hütte unse-rem nächsten Ziel. Ohne Regenschauer, aber mit starken Windböen wurde die Porze Hütte erreicht. Die restlichen 3 unserer Gruppe wurden noch von einem starken Re-genschauer voll erwischt. Den übrigen Tag gab es immer wieder heftige Regen-schauer. Wolfram ist noch auf die Porzescharte aufgestiegen, dort erlebte er einen heftigen Föhnsturm ohne jegliche Sicht auf die südliche Bergwelt. An einen Aufstieg auf den Porze war nicht zu denken. Bei Blick Richtung Norden war die Sicht besser und es konnte der Verlauf unserer weiteren Tour auf dem Kamm der Karnischen Al-pen gesehen werden. Letztendlich waren wir alle froh, dass wir uns für die Talvarian-te entschieden hatten.
Das Wetter war am nächsten Tag wieder besser geworden, es war trocken, aller-dings war Richtung Süden nach wie vor keine weite Sicht möglich. Heute hatten wir die „Königsetappe“ mit 8 Stunden Gehzeit vor uns Bild 4. Wir brachen früh auf. Der Weg war sehr schön und die Scharte als Schlüsselstelle wurde von uns problemlos durchstiegen Bild 5. Von Ferne war bald der markante Berg, Monte Peralba oder Hochweißstein zu erkennen Bild 6. Am Luggauer Sattel konnte wir schon die nächs-te Hütte, das Hochweißstein Haus erkennen. Wir entschieden uns den Bergpfad am Hang entlang zu gehen. Dieser Weg verlief ohne größere Höhenunterschiede aller-dings gab es einige Kletterstellen, die nur mit Seilen gesichert waren und jeder Ein-schnitt musste umgangen werden. Dadurch zog sich der Weg sehr lange hin und war doch durch dichtes Unterholz mühsamer zu gehen, wie es von der Ferne aussah Bild 7. Auf dem Hochweißsteinhaus gab es sehr gutes Essen und wir hatten einen Tisch mit einer schönen Sicht auf das nördliche Alpenpanorama. Hier blieben wir 2 Nächte und wir waren mit der Unterkunft in jeglicher Hinsicht zufrieden.
Am nächsten Tag machten Conny, Angelika, Volker, Harald und Wolfram einen Ta-gesausflug zum Monte Peralba. Der Weg dort hin war sehr schön mit einigen leichten Kletterstellen. Je höher wir kamen, desto stärker wurde allerdings der Föhnsturm und als der Gipfel erreicht war gab es außer Nebel nichts zu sehen Bild 8. Daher sind wir auf den direkten Weg zur Hütte abgestiegen. Die übrigen unserer Gruppe, Marion, Andrea, Elisabeth, Werner und Leo habe sich auf eine Tour zu Stätten begeben, die von den kriegerischen Auseinadersetzungen des vergangenen Jahrhunderts übrig geblieben sind. Anhand der Beschreibungen bekam man einen ganz anderen Blick für die Landschaft und konnte die angelegten Straßen, Stellungen, Fundamente von Militärseilbahnen und vieles mehr erkennen. Das schlechte Wetter hat allerdings auch die Lust auf weitere Erkundungen stark reduziert. Wir waren alle froh wieder in der warmen Hütte zu sein.
Der nächste Tag schien wieder gut zu werden. Der Weg führte jetzt einen großen Teil über Italien. Beim Lennetpass und Giramondopass erreichten wir dann wieder Österreich und zwar Kärnten. Dies war eine sehr schöne Hochebene. Allerdings be-gann mittags wieder starker Föhnsturm. Bis zu unserem nächsten Ziel der Waloyer-seehütte mussten wir noch mal über einen schmalen Bergpfad tief ins Tal absteigen. Vor dem Aufstieg machten wir Rast um uns für den Aufstieg zu stärken Bild 9 . Auf einer nicht enden wollenden Forststrasse ging es dann hinauf zum Tagesziel. Jetzt wurden die Wolken immer dichter und der Wind stärker je höher wir kamen. Von der malerisch am See gelegenen Hütte war kaum etwas zu erkennen. Aus einem neuen Anbau hinter einer Glasfront konnte das Wolkenspiel im Warmen beobachtet werden, manchmal war der Blick auf den gesamten See frei. Bei Sonnenschein muss es hier traumhaft sein. Am anderen Morgen wanderten wir vor dem Beginn unserer Tages-tour einmal um den ganzen See herum.
Aufgrund der Wetterlage riet uns der Hüttenwirt direkt zur unteren Valentin Alm ab-zusteigen. Je tiefer wir kamen, um so mehr beruhigte sich das Wetter Bild 10 und als wir schon mittags auf der Alm ankamen, war schöner Sonnenschein, sodass es den Begrüßungsschnaps eigentlich nicht gebraucht hätte. Nachmittags unternahmen wir noch einen kurzen Ausflug zum Plöckenpass und Plöckenhaus. Den letzten gemein-samen Abend in den Bergen feierten wir ausgiebig mit gutem Essen und Trinken. Früh wurden Andrea und Werner von einem Taxi abgeholt und zu ihrem Auto auf die Leckfeldalm gebracht. Wolfram nutzte das schöne Wetter und ist über den Polinik nach Kötschach-Mauthen gewandert. Die Übrigen sind über die Mauthener Alm nach Kötschach-Mauthen abgestiegen. Mit dem Zug ging es dann nach Villach zu unserer letzten Übernachtung im Jugendgästehaus. Mit der Wanderung waren alle zufrieden, man hat sich wieder näher kennen gelernt, nur hätten sich alle besseres Wetter ge-wünscht. Aber wie wir von den Einheimischen erfahren haben, kommt dieses Wetter in den Karnischen Alpen aufgrund der geographischen Lage häufig vor.

Text und Bilder ausgesucht: Marion und Wolfram Gebel

Kategorie: Aktuell, Bergsteigergruppe, Gruppen

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