Alpenverein arbeitete im Ettringer Klettergebiet

| 24. November 2005 | Keine Kommentare

Mitglieder sammelten Unrat in den Basaltgruben und Gebüschen, legten neue Wege an und stellten Schilder auf

ETTRINGEN. Fast zwei Dutzend Mitglieder des Deutschen Alpenvereins (DAV), Sektion Koblenz, waren am vergangenen Wochenende in der Ettringer Lay unterwegs, um Unrat zu sammeln, neue Wege anzulegen und der immer weiter fortschreitenden Verbuschung Einhalt zu gebieten. Unterstützt wurden sie von Kletterern aus Nordrhein-Westfalen, die zufällig auf dem Gelände weilten, um Klettertouren an den Basaltfelsen zu unternehmen.
„Mehr als 700 Routen gibt es derzeit an den Ettringer Felswänden, und noch immer werden neue erschlossen“, berichtet DAV-Mitglied Hendrik Kardinal, der zusammen mit seinen Mitstreitern zu Motorsäge, Astschere und Axt griff. Bis in den späten Nachmittag hinein reinigten sie einige der Gruben, fällten Bäume und beseitigten dichtes Gestrüpp. Damit der Zustieg zu verschiedenen Kletterfelsen künftig nicht mehr wild durch das Gelände verläuft, legten sie sogar in einem steilen Hangbereich einen Treppenpfad an.

„Initiiert wurde der Umwelttag, der in Ettringen schon seit mehreren Jahren stattfindet, ursprünglich von der DAV-Jugendgruppe. Mittlerweile tragen aber auch die Erwachsenen zum Gelingen der Aktion bei“, sagt Vereinsmitglied Stephan Weichert. Die Aktion der Alpenvereinler dient nicht nur den Interessen des Vereins, letztendlich profitieren auch die Spaziergänger von einer besseren Erschließung des Grubengeländes. Dieses ist nicht nur für Geologen von großem Reiz, es hat sich darüber hinaus während der vergangenen Jahre zu einem weit über die Region hinaus bekannten Kletterparadies gemausert. „Sogar aus dem benachbaren Ausland kommen Kletterer hierher, um an den Basaltwänden Touren zu unternehmen“, sagt Kardinal. Es wurde sogar ein Kletterführer veröffentlicht, in dem all die Routen, die sich meist in den oberen Schwierigkeitsgraden bewegen, aufgezeichnet sind. Damit sich auch die auswärtigen Besucher in dem weitläufigen Gelände gut orientieren können, stellten Weichert und seine Vereinskameraden Schilder auf, die zu den einzelnen Kletterfelsen leiten.

Was die Mitglieder des Alpenvereins immer wieder wundert, ist die Tatsache, dass die Basaltgruben von vielen Menschen zur Abfallentsorgung genutzt werden. Sogar Tierhäute und Fleischabfälle werden vorgefunden. Daneben Autoreifen, Kühlschränke und andere nicht mehr benötigte Gebrauchsgegenstände. „In der Feuerwehr Ettringen haben wir einen Helfer gefunden, der bei Bedarf in der Lage ist, mit entsprechendem Gerät gerade die schweren Gegenstände aus den Gruben zu ziehen“, sagt Stephan Weichert. Damit die jetzige Aktion nachhaltig wirkt, sind auch in den kommenden Jahren ähnliche Aktionen an den Basaltfelsen geplant.    (fjd)

Rhein-Zeitung – Ausgabe Mayen vom 24.11.2005

Kategorie: Natur & Umwelt, Presse

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.