Albatrosse im Oberreintal

| 17. November 2013 | Keine Kommentare

Unsere Tour fing in Kreenheinstetten an – ein „Kaff“ das außer Horst wohl kaum jemand kennt. Ich war jedenfalls noch nie dort. Aber die Felsen im Donautal namentlich die Hausener Zinnen lassen sich sehen und zum einklettern im Kalk war diese Wahl top. Bis zu 100 m hoch und in einer traumhaften Landschaft, so haben wir unsere Kletterwoche begonnen.

Anschließend ging es weiter, Ziel Oberreintalhütte. Da für den Dienstag schlechtes Wetter angekündigt war haben wir unseren Plan ein wenig modifiziert und sind für den Montag auf´s Kreuzeckhaus. Der Vorteil: Man ist schon mal oben und kann dort dann noch ein paar nette Touren an der Alpspitze machen.
Für Montag war so das Ziel die Alpspitze, eine Tour die man „Urknall“ benannt hat. Der Urknall kam dann auch tatsächlich in der letzten Seillänge – die zwar von der Bewertung mit 5+ nicht die schwerste war aber gefühlt war die Platte mindestens 6+. Die Crux: Ein schlechter Stand an einer maroden Sanduhr – obwohl der Führer einen gebohrten Stand versprach – und progressiv wachsenden Hakenabständen bei immer weniger brauchbaren Griffen. Aber Horst hat die Platte ganz locker weggestanden. O-Ton, wenn man sich mal dran gewöhnt hat geht´s ganz gut….
Glücklich da drüber, zog auch prompt der Nebel rein und unsere Genuss Seillängen auf die Alpspitze verschwanden darin. Da rauf bei null Sicht – wir haben´s dann eingesehen und sind über den Klettersteig runter. Immerhin wartete ja das Weizen schon auf der Hütte.

Dienstag, pünktlich zum Wechsel auf die Oberreintalhütte, Regen und unser Transfer war ziemlich feucht, manche Wurzel glitschig und wir froh irgendwann nach rund 4 Std auf der Hütte zu sein.

Drei Tage gab´s nun Nudeln mit Tomatensoße. Nicht das Hans nichts anderes könnte; aber jeder hatte nun mal Nudeln dabei und die Soße hat auch jeden Tag anders geschmeckt. Urig geht´s da zu, das alpine Ambiente ist ein absoluter Traum. Ein Wahnsinns Kessel mit hoch aufstrebenden Felsen – atemberaubend schön.
So sind wir am nächsten Morgen bei bestem Wetter los, Altherrenpartie (V) dachten wir wäre als erste Tour angemessen und auch „altersgerecht“. Eine absolut lohnende Genusstour im besten Fels hat der Herr Schubert da hinterlassen. Nur die Abseilpiste war nicht so doll – nachdem sich das Seil komplett festgesetzt hatte musste der arme Horst am verbleibenden Seilende – zum Glück lang genug, wieder rauf, das Seil befreien.
Am Tag drauf sollte es die Brych (VI+) sein – das hat nix mit Bruch zu tun, bester Fels super Tour die Schlüsselseillänge schön ausgesetzt, herrliche Kletterei.
Was man vom folgenden Tag nicht so ganz behaupten kann, wir wollten die „Herbst/Teufel“ machen und hatten schon Probleme den Einstieg zu finden. Wir sind dann eingestiegen wo wir dachten, dass er da sein musste, immerhin sah es ähnlich aus. Nach der ersten Seillänge kamen mir so meine Zweifel weil das Topo meinte, wir müssten nach rechts, Horst und die sichtbaren Haken aber nach links gingen. Irgendwie passte da nichts mehr zusammen und als Horst dann einen Quergang zwischen zwei Touren zurück zum Ausgangspunkt seiner Bemühungen absolvierte, war klar das das nicht unsere Tour war. Immerhin: Der Quergang war eine Erstbegehung und schließt nun die Lücke zwischen dem Normaleinstieg der Tour Reißbrett und der direkten Variante. Der Name ist übrigens Programm, der Fels war so rau und scharfkantig das er regelrecht weh tat an den Fingern. Wir haben dann abgeseilt und wollten betrübt den Tag beenden als wir dann doch noch den richtigen Einstieg wenn auch recht spät fanden. Trotz angekündigter Gewitter – es sah noch sehr gut aus – haben wir dann den Einstieg um 14.00 Uhr noch gewagt. Eigentlich wollten wir nur die ersten beiden Seillängen machen um wenn ein Gewitter reinzieht, noch abseilen zu können. Aber da kein Gewitter kam und die Tour ein schönes Klettererlebnis versprach haben wir dann durchgezogen und standen gegen 18.00 Uhr auf dem Gipfel. Wobei damit der schöne Teil des Tages zu Ende war, nun galt es über Gipfelschrofen den Abstieg hinzubekommen und die Abseilstelle zu finden. Was sich als nicht ganz so einfach herausstellte und eine ziemliche Kraxelei bedeutete. Immerhin, nach drei Stunden abstieg waren wir um 21.00 Uhr wieder an der Hütte. Nur zu essen gab´s nur noch eine Brotzeit. Der Hans kocht auf einem Holzfeuer, ist das runtergebrannt gibt´s nix mehr; naja das wenige was wir essen können wir ja auch trinken und so schmeckte das Bier am letzten Hüttenabend dann auch ganz hervorragend.
Fazit der Woche: Das Oberreintal ist ein tolles und lohnendes Kletterziel und wir hatten eine tolle Woche dort in den Bergen.

Text T.W. Bilder R.F.

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Kategorie: Aktuell, Albatros

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